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Toll Brothers : Die Geschäfte laufen gar nicht toll

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Ein Bild, das seltener wird: Baustelle von Toll Brothers Bild: AP

Luxus und Immobilien - beides geht zurzeit gar nicht mehr. Deshalb gibt der amerikanische Hersteller von Luxusimmobilien Toll Brothers eine düstere Prognose. Doch den Kurssturz hat die Aktie schon hinter sich.

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          Gleich in zwei Problembranchen ist das amerikanische Unternehmen Toll Brothers engagiert: Es stellt vor allem luxuriöse Häuser her. Die amerikanischen Immobilienmärkte stecken in einer tiefen Krise, vor allem Wohnimmobilien. Und Luxus geht selbst in den internationalen Jetset-Metropolen seit Ausbruch der Finanzkrise auch nicht mehr wie in den Jahren zuvor.

          So wartete der größte amerikanische Entwickler von Luxusimmobilien nun mit der Meldung auf, dass der Umsatz in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres um mehr als 50 Prozent gesunken ist. Dies ist auf Quartalsbasis schon das elfte Minus in Folge. Bis Quartalsende am 31. Januar fielen die Verkaufserlöse auf nur 409 Millionen Dollar. Ein Jahr zuvor lagen sie noch bei 842 Millionen Dollar.

          Rekordhoch in weiter Ferne

          Doch die Aktionäre des Unternehmens konnte diese Nachricht nicht mehr wirklich schocken. Der Titel hat seinen Kurssturz schon längst hinter sich. Vor wenigen Jahren notierten Toll Brothers noch auf einem Rekordniveau von 57 Dollar die Aktie und stürzten schon längst vor Ausbruch der Subprime-Krise ab.

          Denn schon vor fünf Jahren zeichnete sich bei Luxusimmobilien das Ende des Aufschwungs ab. Nun scheint sich der Kurs dauerhaft unterhalb von 25 Dollar etabliert zu haben - und die Skala scheint nach unten noch weiter offen.

          Am Mittwoch tendierte der Titel im New Yorker Aktienhandel zeitweise 2,8 Prozent im Minus bei 18,06 Dollar, profitierte dann allerdings von der allgemeinen Erholung an der New Yorker Börse.
          „Die vergangenen fünf Monate zählten zu den schwierigsten in der Wirtschaftsgeschichte der Vereinigten Staaten“, verteidigte Vorstandsvorsitzender Robert Toll das schlechte Ergebnis seines Unternehmens.

          Aktie meiden

          Toll forderte die amerikanische Regierung auf, mehr für die danieder liegenden Immobilienmärkte in den Vereinigten Staaten zu tun. Ob Präsident Barack Obama dabei jedoch zuerst an Luxuswohnungen denken wird, ist fraglich. Wahrscheinlich liegen ihm die unteren Einkommensschichten, denen die Zwangsversteigerung droht, doch zuvorderst am Herzen.

          Am 25. Februar wird Toll Brothers den vollständigen Bericht veröffentlichen. Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass Anleger den Titel vorerst meiden sollten.

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