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Textileinzelhandel : Teure H&M-Aktie erreicht neues Mehrjahreshoch

  • Aktualisiert am

Augenblicke bei H&M Bild: AP

Hervorragende Ergebnisse legte der Modehändler Hennes & Mauritz am Mittwoch für das dritte Quartal vor. Auch die weiteren Perspektiven scheinen nicht schlecht zu sein. Doch die Aktie ist bereits ausgesprochen teuer.

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          Mit einem Kursgewinn von knapp fünf Prozent auf ein Sechseinhalb-Jahreshoch von 306,5 schwedischen Kronen reagiert am Mittwoch die Aktie des schwedischen Bekleidungsunternehmens Hennes & Mauritz (H&M) auf die Umsatz- und Ertragszahlen des dritten Quartals.

          Sie fielen durchaus positiv aus. Denn das Unternehmen konnte den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 10,52 Prozent auf 16,754 Milliarden Kronen steigern, den operativen Gewinn um 12,67 Prozent auf 3,648 Milliarden Kronen und den Nettogewinn um 17,68 Prozent auf 2,543 Milliarden Kronen oder 3,07 Kronen je Aktie.

          Hohe Gewinnmargen im Handel mit Asien ...

          Ähnlich wie andere Unternehmen der Branche - zum Beispiel Esprit - profitiert das Unternehmen von den günstigen Produktionsbedingungen in Asien in Verbindung mit den in der dortigen Region künstlich tief gehaltenen Währungen. Diese Konstellation scheint selbst bei einem immer intensiver werdenden Wettbewerb interessante Gewinnmargen zuzulassen.

          H & M zieht Kunden an
          H & M zieht Kunden an : Bild: AP

          Das Unternehmen arbeitete im vergangenen Jahr mit einer operativen Marge von 21,5 Prozent am profitabelsten unter den vergleichbaren Unternehmen in Europa. Auch im laufenden Jahre scheint die Profitabilität hoch zu bleiben. So stehen die Textilpreise in Asien unter Druck, während die Preise für die Endprodukte in Europa in der Tendenz erhöht werden können. Der durchschnittliche Verkaufspreis von H&M werde im vierten Quartal des laufenden Jahres voraussichtlich um ein Prozent steigen, ließ Finanzchef Leif Persson verlauten.

          Die Bruttoertragsmarge im dritten Quartal sei von 58,8 auf 59,2 Prozent gestiegen und werde im vierten Quartal auf dem erreichten Niveau bleiben, sagte Unternehmenschef Rolf Eriksen in einer Pressekonferenz. H&M kauft mehr als 60 Prozent seiner Produkte in Asien ein und verkauft sie in etwa zum doppelten Preis. Um im Wettbewerb mit Konkurrenten wie der spanischen Inditex bestehen zu können, wurden unter anderem gefragte Designer angeheuert.

          ... aber auch hohe Bewertung der Aktie

          H&M erzielte im vergangenen Jahr 27,5 Prozent seiner Umsätze in Deutschland, 8,7 Prozent in Großbritannien, 8,1 Prozent in Schweden, 7,1 Prozent in Frankreich, insgesamt 18 Prozent in den Vereinigten Staaten, Norwegen und der Schweiz und knapp 30 Prozent im restlichen Europa.

          Das Unternehmen befindet sich weiterhin auf Expansionspfad. Ende August verwaltete es 1.264 eigene Geschäfte und hat die Absicht, diese Anzahl bis Ende des laufenden Geschäftsjahres um 13 Prozent zu steigern. Neue Geschäfte sollen in Amerika, Spanien, Großbritannien, Kanada und in Deutschland dazukommen. Weitere Expansionspläne bestehen jedoch auch für den Nahen Osten, China, Hongkong, Griechenland und die slowakische Republik.

          Die Expansionspläne sind zusammen mit der anhaltenden Ertragsstärke ermutigend und sollten grundsätzlich auch bei der Aktie für eine gewisse Phantasie sorgen. Das Problem ist allerdings, daß die Papiere des Unternehmens mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 24,5 und 21,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr keine Schnäppchen mehr sind. Absicherungsstrategien dürften sich aus diesem Grund empfehlen. Denn immerhin scheint die Dynamik des weltwirtschaftlichen Wachstums abzunehmen.

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