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Telekommunikation : Telefonica - beste Kursentwicklung unter den Telekomriesen

  • Aktualisiert am

Cesar Alierta, CEO von Telefonica Bild: REUTERS

Aktie des spanischen Telekommunikationsriesen Telefonica hat Auftrieb, trotz der starken Verschuldung. Die Aktie befindet sich in einem Aufwärtstrend, da das Unternehmen stärker wachsen kann als die Konkurrenten.

          Die Aktien der Telekom-Unternehmen sind nach der Hype in der vergangenen Haussephase an den Börsen und den deutlichen Kursverlusten danach bei vielen Anlegern vom Radarschirm verschwunden. Dabei hatten und bieten sie auf reduziertem Kursniveau durchaus gewisse Reize.

          Denn gerade die großen Unternehmen der Brachen haben in der Regel eine starke Marktstellung, erzielen hohe Cashflows und können aus diesem Gründen hohe Dividenden zahlen. Manche der Aktien befinden sich sogar in einem Aufwärtstrend und können nette Kursgewinne verbuchen.

          Aktie der spanischen Telefonica hat Auftrieb ...

          Dazu zählen die Papiere der spanischen Telefonica. Die Aktie hat aus Sicht eines Jahres nicht nur satte 46 Prozent auf zuletzt 20,21 Euro zugelegt, sondern sie verspricht auch eine Dividendenrendite von fünf Prozent. Aus diesem Grund dürfte kaum verwundern, dass der Trend der Aktie weiterhin nach oben zeigt, zumal das Papier Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 14,6 und 13,4 noch vernünftig bewertet ist.

          Das gilt allerdings nur, wenn man die Verschuldung des Unternehmens ausklammert. Denn sie lag Ende des vergangenen Geschäftsjahres immerhin bei 344 Prozent des Eigenkapitals. Allerdings kann das Unternehmen stärker wachsen, als andere Unternehmen seiner Größe. Das zeigt sich am Donnerstag: Unternehmenschef Cesar Alierta legte anlässlich einer Präsentation in London seine Umsatz-, Gewinn- und Ausschüttungsprognosen vor.

          Es geht davon aus, im kommenden Jahr eine Dividende von einem Euro je Aktie oder insgesamt 4,77 Milliarden Euro ausschütten zu können. Das Umsatzwachstum solle bis 2010 zwischen fünf und acht Prozent liegen, jährlich wohlgemerkt. Der Gewinn je Aktie solle im Jahr 2010 bei 2,3 Euro liegen, nach 1,3 Euro im vergangenen Geschäftsjahr.

          Mit der hohen Ausschüttungsquote scheint das Management seine Anleger beruhigen zu wollen, nachdem es in den vergangenen Jahren die Schulden mit einer „Einkaufstour“ im Wert von 80 Milliarden Euro nach oben getrieben hatte. Mit gezielten Übernahmen in Europa, aber auch in Südamerika wollte er sich Wachstum erkaufen. Diese Rechnung scheint aufzugehen, glaubt man den gegenwärtigen Unternehmensprognosen.

          ... aufgrund der Umsatz-, Gewinn- und Ausschüttungsprognosen

          Denn während danach das Umsatzwachstum in Spanien selbst in den kommenden Jahren bei kümmerlichen zwei bis 3,5 Prozent liegen würde, sollte es bei der übernommenen O2 zwischen vier und acht und in Lateinamerika sogar zwischen zehn und 13 Prozent liegen. Der operative Gewinn soll sich jeweils überproportional entwickeln.

          Im Rahmen eines anhaltend globalen Wachstums scheinen solche Prognosen nicht unrealistisch zu sein. Immerhin wachsen gegenwärtig die Schwellenländer in Südamerika überproportional. Anders sähe es sicherlich dann aus, wenn die amerikanische Konjunkturschwäche ausgeprägter ausfallen und das Wachstum weltweit über die nachlassende Importnachfrage dämpfen sollte.

          Telefonica ist regional stärker diversifiziert, als beinahe alle anderen europäischen Telekomriesen. Im ersten Quartal des laufenden Jahres stammten 37 Prozent der Erlöse aus Spanien, 34 Prozent aus Lateinamerika, 26 Prozent aus Europa (unter anderem O2) und vier Prozent aus anderen Quellen. In Südamerika werden 40 Prozent der regionalen Umsätze in Brasilien erlöst, zwölf Prozent in Argentinien, elf Prozent in Venezuela und zwischen neun und sieben Prozent in Chile, Peru, Kolumbien und Mexiko.

          Im gegenwärtigen Umfeld mit hohem Risikoappetit dürfte die Aktie aufgrund der angestrebten Ziele und nicht zuletzt aufgrund der hohen Dividende in Verbindung mit dem anhaltenden Aufwärtstrend weiteres Aufwärtspotential bieten. Absicherungsstrategien können jedoch nie schaden.

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