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Telekommunikation : T-Aktie hat hohe Goodwill-Abschreibungen zu verkraften

  • Aktualisiert am

Hat teuer eingekauft: Ron Sommer Bild: ddp

Gut sind die Zahlen der Telekom nicht. Der Aktienkurs wird aber kurzfristig stark von der Marktstimmung beeinflusst.

          So richtig ins derzeit aufgehellte Gesamtbild wollen die Eckdaten der Deutschen Telekom für 2001 nicht passen. Denn so richtig gut sind sie nicht.

          Experten heben zwar das verbesserte, um Sondereinflüsse bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) von 15,1 (nach 12,9) Milliarden Euro hervor. Wobei eine Steigerung hier erwartet war. Der Nettoverlust fällt mit 3,5 Milliarden Euro aber deutlich höher aus als die von Analysten erwarteten 2,3 Milliarden Euro. Der Umsatz wiederum stieg um 18 Prozent von 40,9 auf 48,3 Milliarden Euro.

          Hohe Goodwill-Abschreibungen

          Die große Differenz in den Ergebniszahlen weist vor allem auf hohe Firmenwert-Abschreibungen hin. Dazu kommen die hohen Finanzierungskosten für die Verbindlichkeiten von 62,1 Milliarden Euro. Erwartet war allerdings ein leicht höherer Schuldenstand von 62,78 Milliarden Euro. Aber auch die defizitäre US-Mobilfunktochter VoiceStream schlägt ins Kontor: Im vergangenen Jahr hat sie einen satten Nettoverlust von 3,004 Milliarden Dollar eingefahren.

          Wie auch immer - der Rest ist Börsenpsychologie. Die derzeitige Stimmung an der Börse könnte dafür sorgen, dass die Zahlen vorwiegend positiv interpretiert werden, nach dem Motto: „Jetzt ist es 'raus!“ Auf Befürchtungen einiger Experten wegen der hohen Goodwill-Position der Telekom hat FAZ.NET bereits hingewiesen.

          T-Aktie von derzeitiger Börsenstimmung abhängig

          Die T-Aktie könnte im Tagesverlauf also sogar profitieren. Charttechnisch ist sie in den vergangenen Tagen in einen intakten Aufwärtstrend eingeschwenkt, wobei die technischen Analysten von der Reich AG auf einen starken Widerstand bei 17,27 Euro hinweisen. Dazu kommt, dass die Aktie sich allmählich ihrem langfristigen Abwärtstrend nähert, bei dessen Überschreiten neues Kurspotenzial entstehen würde.

          Die Hypotheken für die Aktie bleiben dagegen bestehen: Da ist zum einen die nächste zu erwartende Hängepartie beim Verkauf des Kabelnetzes, selbst wenn mit Compere schon ein geeigneter Interessent gefunden wäre. Damit verbunden ist die Sorgen, wie der Schuldenberg reduziert werden soll, wenn nun auch der Börsengang von T-Mobile weiter in die Zukunft verschoben wird. Die höhere Zinslast wegen der zu erwartenden Bonitätsherabstufung schätzen Experten auf bis zu 120 Millionen Euro pro Jahr. Dazu die nach wie vor ungewisse Zukunft von UMTS, das nach wie vor größte Fragezeichen hinter der T-Aktie, die das Papier fundamental weiter unattraktiv macht.

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