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Telekommunikation : T-Aktie dürfte unter Druck bleiben

  • Aktualisiert am

Der Umbau der Telekom dürfte nicht einfach werden Bild: ddp

Die Pläne des neuen Telekom-Chefs Rene Obermann können zum Handelsbeginn nicht für Kursgewinne bei der T-Aktie sorgen, die als Dax-Schlusslicht deutlich verliert. Technisch angeschlagen, scheint der Zeitpunkt für einen Einstieg wenig günstig.

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          Wenn ein Unternehmen offenkundige Probleme zu bewältigen hat und sich schon eine ganze Weile lang nicht übermäßig gut schlägt, so hat das insofern sein Gutes, als dass die Erwartungen deutlich reduziert werden.

          Das gilt unter anderem auch für die Deutsche Telekom. So dürfet es nach der Gewinnwarnung Ende Januar auch nur wenig überraschen, dass Europas größtes Telekommunikationsunternehmen 2006 im Vergleich zum Vorjahr unter dem Strich ein um 43 Prozent geringeres Nettoergebnis von rund 3,2 Milliarden Euro verbuchen muss. Dabei schlugen nach Auskunft eines Firmensprechers vor allem Aufwendungen für das Personalabbauprogramm zu Buche.

          Erwartungsgemäß schwache Zahlen

          Indes hatten Analysten dennoch im Schnitt mit einem viel höheren Überschuss von 4,3 Milliarden Euro gerechnet. Bereinigt um Sondereffekte lag der Nettogewinn bei rund 3,9 Milliarden Euro und damit um knapp 18 Prozent unter Vorjahr. Damit traf die Telekom wiederum die Schätzungen der Analysten.

          Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging um sechs Prozent auf 19,43 Milliarden Euro zurück und lag damit in der geplanten Spanne von 19,2 Milliarden Euro bis 19,7 Milliarden Euro. Die Durchschnittsprognose der Analysten lag nur geringfügig höher bei 19,49 Milliarden Euro.

          Der Konzernumsatz nahm um 2,9 Prozent auf 61,35 Milliarden Euro zu. Der Umsatz im Inland sank allerdings um fünf Prozent auf 32,5 Milliarden Euro. Dagegen verzeichnete die Telekom unter anderem dank ihres Amerikageschäfts im Ausland einen Umsatzzuwachs von 13,6 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro. Damit machte die Deutsche Telekom im vergangenen Jahr 47,1 Prozent ihres Umsatzes jenseits der deutschen Grenze.

          Wichtiger ist die Umbaustrategie

          Im vierten Quartal führten die Zahlungen für das Personalabbauprogramm dazu, dass die Telekom unter dem Strich einen Verlust von fast 900 Millionen Euro nach einem Gewinn von knapp einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum verzeichnete. Bereinigt ergab sich ein Gewinn von 824 Millionen Euro, der aber trotzdem fast 20 Prozent unter dem vierten Quartal 2005 lag.

          Diese Zahlen sind sicherlich nicht als positiv zu bezeichnen. Sie liegen auch unter den Erwartungen, was aber letztlich nicht überraschend kommt. Insofern verwundert es nicht, wenn Händlers nicht mit übermäßig negativen Auswirkungen auf den Aktienkurs rechnen und bis auf den Nettogewinn die Kennziffern als konform mit den Erwartungen bezeichnen.

          Hinzu kommt, dass am Donnerstag andere Faktoren im Vordergrund stehen. Einmal abgesehen von der unsicheren und tendenziell negativen Marktlage, interessieren sich die Anleger vor allem für die Details zur Firmenstrategie des neuen Telekom-Chefs Rene Obermann.

          Abbau von Personal und Privilegien

          Dieser erhielt am Vorabend die Rückendeckung des Aufsichtsrates für sein Umbauprogramm. Demnach sollen wegen der seit Jahren anhaltenden Probleme unter anderem wegen der massenhaften Abwanderung von Festnetzkunden in Deutschland Plänen zu, zehntausende Mitarbeitern in konzerneigene Unter-Gesellschaften auszulagern zu, um deren Arbeitszeiten verlängern und Löhne senken zu können.

          So soll im neuen Telekom-Bereich „T-Service“ die wöchentliche Arbeitszeit von derzeit konzernweiten 34,5 auf 38 Stunden steigen. Die Gründung des neuen Bereichs gilt als wichtiges Element. Rund 50.000 Mitarbeiter der Festnetzsparte T-Com sollen zu T-Service wechseln. Damit sollen Kosten gesenkt und der Service verbessert werden.

          Bis Ende kommenden Jahres sollen 32.000 Mitarbeiter die Telekom verlassen, was im vergangenen Jahr nach Angaben eines Sprechers Belastung von 2,8 Milliarden Euro verursachte. Der Konzern führt den Abbau sozialverträglich über Abfindungen und Frühpensionierung durch. Daneben plant die Telekom wieder Zukäufe im Ausland. Auf dem Einkaufzettel befindet sich unter anderem die niederländische Mobilfunktochter der France Telecom.

          Neue Zwei-Marken-Strategie

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