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Technologie : „Windows-Phantasie“ beflügelt die ARM-Aktie

  • Aktualisiert am

Produkte, die von ARM-Technologie profitieren Bild: ARM

Die Aktie der ARM Holdings verbucht starke Kursgewinne. Das Unternehmen profitiert von der Verwendung seiner Technologien in immer mehr mobilen Endgeräten. Microsoft hat angekündigt, die nächste Windowsversion ARM-kompatibel zu machen.

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          Technologischer Fortschritt lässt sich nicht aufhalten. Auch nicht durch eine Krise. Das gilt vor allem für den Bereich elektronischer Konsumgüter, die wegen der rasanten Veränderung im Kommunikationsverhalten auf eine große Nachfrage stoßen. Im Moment zeigt sie sich in Form der zunehmenden Begeisterung für Smartphones, Tablets und anderen neu auf den Markt kommenden Geräten.

          Davon profitieren nicht nur die Anbieter der Geräte selbst, sondern manche ihrer Zulieferer. In Deutschland konnte in den vergangenen Monaten der zuvor vergleichsweise kleine Chiphersteller Dialog Semiconductor seine Erlöse und Gewinne mit Lieferungen an Apple deutlich steigern. Das führte dazu, dass die Aktie des Unternehmens in zwei Jahren um knapp 4.000 Prozent zugelegt hat. Es ist inzwischen an der Börse 1,2 Milliarden Euro wert.

          ARM profitiert von der starken Nachfrafrage nach mobilen Kommunikationsgeräten

          In Großbritannien zeichnet sich bei ARM Holdings eine vergleichbare Entwicklung ab. Mit einem Kursgewinn von 561 Prozent in den vergangenen beiden Jahren zählt die Aktie des Chipentwicklers zu den drei besten im FTSE 100 Index. Besser schnitten nur die Papiere der beiden Minenunternehmen Fresnillo und Kazakhmys ab, die von der allgemeinen Rohstoffeuphorie profitieren.

          ARM kann mit der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Patenten für Prozessoren für mobile Kommunkations-, Peripheriegeräte, Microcontroller und der damit verbundenen Software schon seit Jahren die Erlöse im Trend steigern. In den vergangenen Quartalen konnte das schuldenfreie Unternehmen unter anderem auch von der Belieferung von Apple deutlich profitieren. Der Markt geht bisher davon aus, dass sie im laufenden und kommenden Geschäftsjahr um jeweils 19 Prozent zunehmen werden, nachdem die Wachstumsraten im Jahr 2009 bei 49 und im vergangenen Jahr voraussichtlich bei knapp 80 Prozent gelegen haben.

          Die ARM-Aktie hat alleine in den vergangenen drei Tagen um knapp 20 Prozent zugelegt. Der Grund liegt in der Ankündigung des Softwareriesen Microsoft, die nächste Generation des Windowsbetriebssystems zum ersten Mal in der Geschichte voll kompatibel für die ARM-Chips zu machen. Ziel sei es, eine Software zu entwickeln, die auf kleinen Geräten mit geringem Energieverbrauch laufe, um die Batterien zu schonen, heißt es.

          Intensivere Zusammenarbeit mit Microsoft verbesser die Wachstumschancen

          Bisher hat Microsoft primär mit Intel zusammengearbeitet. Die Ankündigung, stärker als bisher mit ARM zusammenzuarbeiten, deute darauf hin, dass ARM zu den dominierenden Unternehmen bei der Herstellung und Entwicklung von Prozessoren für mobile Endgeräte sei, erklären Analysten. Schon im Juli hatte ARM ein Lizenzabkommen mit Microsoft unterzeichnet, welches dem Softwareriesen Zugang zum Design seiner Produkte gewährt, um eigene Endgeräte entwickeln zu können. Schon im Jahr 2012 könne ARM mit ersten Tantiemen rechnen. Die Ankündigung von Microsoft , die nächste Windows-Vollversion ARM-kompatibel zu machen, verdeutliche die Entschlossenheit des weltgrößten Software-Herstellers, mit Apple und Google auf dem Markt für Smartphones und Tablet-PCs wie iPhone und iPad zu konkurrieren, schrieben die Analysten von Investec. Diese Produkte arbeiten häufig mit ARM-Chip und nutzen das Apple-Betriebssystem oder die von Google entwickelte Android-Software.

          Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 58 und 50 auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr sind die Papiere inzwischen optisch sehr teuer geworden. Das Abkommen muss also zu deutlichem, profitablem Wachstum führen, um die gegenwärtigen Kursgewinne zu rechtfertigen. Dialog Semiconductor hat gezeigt, dass das möglich ist.

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