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Technologie : Sun-Aktie leidet unter schattigem Umfeld

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Die Aktie von Sun Microsystems steht massiv unter Druck. Sie dürfte erst wieder gute Chancen haben, wenn wieder mehr investiert wird oder wenn das Unternehmen einen technologischen Hit landet.

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          Die Erholung der Börsen in den vergangenen Wochen und Monaten wurde angeführt von den Internet- und Technologiewerten. Auch die Aktie des bekannten Computer- und Netzwerktechnologieanbieters Sun Microsystems konnte sich vom Tief bei 2,34 Dollar im Oktober des vergangenen Jahres wieder erholen und in der Spitze innerhalb von gerade einmal acht Monaten satte 135 Prozent auf 5,58 Dollar zulegen.

          Mit dieser phantastischen Entwicklung dürfte es allerdings vorerst vorbei sein, denn allein am Mittwoch verliert die Aktie satte 21 Prozent auf 3,77 Dollar. Der Grund: eine enttäuschende Gewinnentwicklung. Denn der Gewinn im vierten Quartal des Geschäftsjahres ist im Vergleich mit der Vorjahresperiode um satte 80 Prozent auf zwölf Millionen Dollar gefallen, der Umsatz ging um 13 Prozent auf 2,98 Milliarden Dollar zurück.

          Wettbewerb bedroht das Unternehmen

          Das ist heftig. Immerhin galt das Unternehmen unter Leitung des großmäuligen Scott Mcnealy in der Blütezeit der Interneteuphorie als führend. Denn es stellt vor allem hochwertige Server her, die auch noch mit selbst entwickelten Prozessoren bestückt von selbstentwickelter Software gesteurt werden. Diese Server galten lange Zeit als das Nonplusultra und stellten eine Zeit lang so etwas wie das Rückrad des Internets dar. Damals schien der Kurs der Aktie keine Grenzen zu kennen. Im September des Jahres lag sie bei 64,66 Dollar. Und davon sind nun noch etwa sechs Prozent übrig.

          Der Grund für diese Entwicklung liegt nicht nur in der geplatzten Internetphantasie an sich und den damit verbundenen Umsatzeinbußen, sondern auch in der zunehmenden Konkurrenz. Denn günstigere Server mit Chips von Intel und Software von Microsoft oder mit Linux kommen im Markt immer besser an, Sun kann preislich kaum mehr mithalten. Ein hoher Forschungs- und Entwicklungsaufwand - die Kosten lagen im vergangenen Quartal bei 482 Millionen Dollar, das sind 16 Prozent des Umsatzes - macht eine aggressive Preispolitik so gut wie unmöglich, auch wenn es das Unternehmen andeutet. So nehmen IBM, Dell und Hewlett-Packard immer mehr von Suns Marktanteil weg.

          Umsatzrückgänge sind kein gutes Zeichen für ein Unternehmen

          „Der ständige Umsatzrückgang ist kein gutes Zeichen, Sun könnte aus dem Markt herausgeschüttelt werden und zurückbleiben,“ formuliert ein Marktteilnehmer seine Bedenken. Das Unternehmen versucht zwar zu kontern und bietet mittlerweile auch günstigere Modelle an. Und es verfügt nach Ansicht von Experten über eine Reihe von interessanten Technologien. Aber ob das genug ist, um für eine anständige Profitabilität zu sorgen, bleibt abzuwarten. Denn neue Technologien werden sich nicht von heute auf morgen durchsetzen, schon gar nicht im aktuellen Umfeld der Investitionszurückhaltung.

          Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr 2003/2004 ist alles andere als günstig. Charttechnisch hat die Aktie zwar den langfristigen Abwärtstrend überwunden und einen kurzfristigen Aufwärtstrend etabliert. Der scheint allerdings mit der jüngsten Entwicklung gefährdet zu werden. Ein Liquiditätspolster von 1,5 Milliarden Dollar dürfte zwar helfen, eine gewisse Durststrecke zu überwinden. Grundsätzliche dürfte allerdings die Aktie nur dann wieder Phantasie erhalten, wenn wieder mehr in Technologie investiert wird oder wenn Sun eine bahnbrechende technologische Neuerung auf der Markt bringt. Bis dahin dürfte es interessantere Werte geben.

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