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Technologie : Red Hat - teure Aktie, robustes Geschäft

  • Aktualisiert am

Zentrale von Red Hat Bild: AP

Die Aktie des amerikanischen Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen Red Hat verbuchte in den vergangenen Monaten satte Kursgewinne. Das Unternehmen entwickelt sich operativ sehr robust, die Aktien sind inzwischen aber etwas teuer geworden.

          Die Kursentwicklung der Aktie des kleinen amerikanischen Softwareunternehmens Red Hat gleicht schon seit Jahren einer Achterbahn. Euphorische Phasen mit stark steigenden Kursen wechseln ab mit ebenso deutlichen Rückschlägen.

          Im Moment befindet sie sich im Rahmen des allgemeinen Konjunkturoptimismus in einem überaus euphorischen Umfeld. Die Papiere haben seit Dezember des vergangenen Jahres satte 280 Prozent zugelegt und befinden sich nach einem Plus von sieben Prozent auf 32 Dollar im nachbörslichen Handel am Dienstag kurz vor der Ausbildung neuer Allzeithochs.

          Umsatz und Gewinn legen seit Jahren im Trend zu

          Der Grund liegt nicht nur im allgemeinen, von den Zentralbanken mit leichtem Geld geförderten Optimismus, sondern auch in der operativen Entwicklung des Unternehmens. Es kann mit Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Open-Source-Software (Linux) schon seit Jahren Umsatz und Gewinn im Trend steigern.

          Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres konnten die Erlöse im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 194,3 Millionen Dollar gesteigert werden. Der Nettogewinn je Aktie ging zwar zurück von 12 auf acht Cents. Rechnet man allerdings Sonderfaktoren heraus, so lag der Gewinn je Aktie bei 17 Cents und über den Erwartungen des Marktes.

          Das Unternehmen geht davon aus, im Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 743 und 745 Millionen Dollar erzielen zu können. Die Nachfrage von Regierungsstellen und aus dem Finanzbereich ziehe wieder an, nachdem es im Rahmen der Krise zu deutlichen Rückschlägen gekommen war, erklärte Unternehmensvorstand Jim Whitehurst nach der Vorlage der Quartalszahlen in Raleigh, North Carolina.

          Red Hat erzielte im vergangenen Geschäftsjahr rund 83 Prozent seiner Erlöse mit so genannten Software-Abonnements, 17 Prozent der Erlöse wurden mit Training und anderen Dienstleistungen erzielt. Das Subskriptionsmodell sei die effektivste Möglichkeit, Open-Source-Technologie einzusetzen, zu verwalten und zu sichern, erklärt das Unternehmen. Denn bei der traditionellen Methode der Softwarelieferung war die Hochrüstung kostspielig, der Zugriff auf Hilfe war begrenzt, und es gab wenige Anreize, die Software zwischendurch zu verbessern. Das Machtgleichgewicht war zum Lieferanten hin verschoben.

          Aktie ist inzwischen teuer geworden

          Das Subskriptionsmodell dagegen mache es möglich, neue Technologie zu entwickeln und sie sofort nach der Freigabe auf der Grundlage von Kundenkommentaren bei unbegrenztem Support über die Laufzeit eines Vertrags zu verbessern. Das Open-Source-Modell geht grundsätzlich von der Prämisse aus, dass Unternehmen wie Red Hat ihre Kunden ständig mit außerordentlichem Wert, Leistung und einfachen Integrations- und Verwaltungsmöglichkeiten bedienen müssen.

          Die robuste operative Entwicklung der vergangenen Jahre scheint sowohl solche Argumente als auch den allgemeinen Optimismus der Aktienanleger grundsätzlich zu bestätigen. Kurzfristig jedoch scheinen sie etwas überoptimistisch geworden zu sein. Denn mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 47,5 und knapp 43 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind die Papiere inzwischen recht ambitioniert bewertet. Kurzfristig dürften sich Absicherungsstrategien aufdrängen. Die Bewertung wird allenfalls etwas relativiert durch die Tatsache, dass das Unternehmen keine Schulden, dafür ein sattes Liquiditätspolster hat.

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