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Technologie : Motorola ernüchtert Anleger

  • Aktualisiert am

Dunkle Wolken über Motorola Bild: dpa

Im ersten Quartal gibt's noch einmal Verluste bei Motorola. Das steht den Aktien gar nicht gut.

          2 Min.

          Einmal mehr dürften Anleger grübeln, ob die jüngsten Kursgewinne bei den Technologietiteln gerechfertigt sind. Der von Motorola gegebene Ausblick gibt zumindest wenig Grund zur Euphorie.

          Für das erste Quartal erwartet das Unternehmen einen Verlust vor außerordentlichen Posten von elf bis 14 Cents je Aktie. Analysten waren im Durchschnitt von einem Verlust von drei Cents ausgegangen. Die Motorola-Aktien gaben nachbörslich 2,6 Prozent auf 16,18 Dollar nach, nachdem die Titel den regulären Handel mit 16,61 Dollar beendet hatten.

          Schwarze Zahlen im kommenden Jahr

          Im Gesamtjahr 2002 will Motorola jedoch wieder schwarze Zahlen schreiben. Vorstand Christopher Galbin rechnet mit einem Gewinn von 15 Cents je Aktie. Um diese Prognosen zu erfüllen, tritt Motorola noch einmal kräftig auf die Kostenbremse und entlässt weitere 9.400 Mitarbeiter. Bis zum Ende 2002 ist somit jede vierte Stelle in dem Technologiekonzern weggefallen.

          "Den Ausblick für das kommende Jahr hat Motorola deutlich gesenkt", meint Ed Snyder, Analyst von J.P. Morgan, der die Aktie mit "Market Perform" einstuft. Motorola kämpft derzeit auf zwei Baustellen. Zum einen zeige das Geschäft mit Mobiltelefonen noch keine Erholungstenzen. Zum anderen sei der Halbleiterbereich ein großes Monster, das Geld auffresse, beschreibt Snyder die Situation.

          Ist der Ausblick noch zu optimistisch?

          Zudem befürchten Analysten, dass die von Motorola angenommene Branchenprognosen für den Mobilfunkbereich zu optimistisch sind. Motorola geht davon aus, dass sich der Handy-Absatz im kommenden Jahr im unteren Rand der im Oktober angegebenen Bandbreite von 420 bis 460 Millionen Geräten bewegt. Erklärtes Ziel sei es, den Marktanteil von derzeit 15 Prozent wieder auf 25 Prozent zu erhöhen. In der Prognose von Motorola nicht ausreichend berücksichtigt ist laut Snyder der Wettbewerb: “Nokia und Samsung werden Motorola im kommenden Jahr sicherlich einen harten Kampf liefern.“

          Für die Aktie von Motorola besteht aus fundamentaler Sicht wenig Spielraum, sich besser als der Gesamtmarkt zu entwickeln. Die Titel gehen derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinne für 2002 von 100 um, siind also wahrlich kein Schnäppchen. Mit den doppelten Problemfeldern Halbleiter und Handys im Boot entwickelte sich die Aktie seit September auch schlechter als die Nasdaq, der kurzfristige Aufwärtstrend ist bereits wieder gebrochen.

          Zeit für einen Einstieg

          Nach unten scheint die Aktie auf der anderen Seite auch gut abgesichert. Das Tief hat Motorola bereits mit 11,50 Dollar im April gesehen und hält sich seitdem in der Trading-Range zwischen 13 und 19 Dollar. Mit den massiven Sparprogramm dürfte Motorola bei einem Anspringen der Konjunktur sicherlich gut aufgestellt sein und schnell wieder Gewinnwachstum verbuchen, was sich auch in höheren Kursen widerspiegeln dürfte. Aber diese Trendwende steht noch nicht vor der Tür. Damit rechnet selbst Motorola nicht, denn sonst hätte der Konzern nicht noch einmal Mitarbeiter entlassen.

          Investoren können für einen strategischen Einstieg getrost warten, bis sich abzeichnet, ob das Tal im Handy-Geschäft tatsächlich durchschritten ist und auch die Halbleiter-Sparte wieder Gewinne abwerfen wird. Dann erst düfte sich die Motorola zu einem Outperformer mausern, also zu einer Aktie, die sich besser als der Gesamtmarkt entwickelt.

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