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Technologie : Motorola - enttäuschende operative Entwicklung belastet die Aktie

  • Aktualisiert am

Die Show alleine bringt wenig Bild: REUTERS

Die Aktie von Motorola entwickelt sich schon seit Monaten unterdurchschnittlich. Grund: Gewinnwarnungen in Serie. Nun erlitt das Unternehmen im vierten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch, der Umsatz ging deutlich zurück.

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          Im sozialistisch angehauchten Deutschland wird Nokia kritisiert, weil das Unternehmen seine Rendite optimiert und in diesem Rahmen ein Produktionswerk in Deutschland schließt. Dabei ist so etwas nicht nur das gute Recht des Unternehmens, sondern angesichts der Schnelllebigkeit des Geschäftes auch notwendig.

          Denn was passieren kann, wenn ein Unternehmen nicht rasch und konsequent genug auf Veränderungen im Markt reagiert, das zeigte sich in der jüngeren Vergangenheit am Beispiel des amerikanischen Konkurrenten Motorola. Die Aktie befindet sich schon seit Oktober des Jahres 2006 in der Defensive und hat in dieser Zeit knapp 65 Prozent ihres Wertes auf zuletzt 7,35 Dollar verloren.

          Enttäuschende operative Entwicklung in den vergangenen Monaten

          Sie dürfte am Mittwoch erneut unter Druck geraten. Denn der angeschlagene Handy-Hersteller hat am Ende des vergangenen Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch erlitten. Im vierten Quartal verdiente das Unternehmen nach eigenen Angaben 100 Millionen Dollar nach 623 Millionen Dollar vor einem Jahr. Das Ergebnis je Aktie lag im Schlussquartal bei 0,04 Dollar. Gleichzeitig ging der Umsatz um satte 18,2 Prozent zurück auf 9,65 Milliarden Dollar. Der Konzern kündigte für den Jahresanfang einen Verlust an und räumte zudem ein, dass die Erholung des Handy-Geschäftes mehr Zeit erfordern werde als bislang angenommen. Motorola hatte zuletzt deutlich Marktanteile eingebüßt.

          Bild: FAZ.NET

          Im Geschäftsbereich Mobile Devices berichtete der Konzern einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar, was 38 Prozent unter dem des Vorjahres liegt. Operativ schrieb Motorola in dem Segment einen Verlust von 388 Millionen Dollar. In der Vorjahresperiode hatte das Unternehmen noch einen operativen Gewinn von 341 Millionen Dollar erzielen können. Motorola-CEO Greg Brown sagte, die Erholung im Bereich Mobile Devices werde länger dauern als erwartet. Für das erste Quartal 2008 stellte Motorola einen Verlust je Aktie aus dem fortgeführtem Geschäft in einer Bandbreite von 0,05 bis 0,07 Dollar in Aussicht.

          Produktprogramm des Unternehmens scheint nicht wettbewerbsfähig zu sein

          Das sind keine sonderlich guten Nachrichten. Sie zeigen die offensichtliche Schwäche des Unternehmens: Es hat ein zu unattraktives Produktangebot. Mobilfunkgeräte wie das Razr 2 können mit den Eigenschaften des iPhones von Apple und oder des Sync von Samsung gegenwärtig nicht mithalten. Das heißt, das Unternehmen muss erst einmal stark in Neuentwicklungen investieren. Das verursacht Kosten, führt zu Opportunitätskosten in Form entgangener Erträge und selbst bei der Markteinführung dürfte dann nicht sicher sein, ob nicht die Konkurrenz inzwischen längst einen weiteren Schritt nach vorne gemacht hat.

          Dazu kommt gegenwärtig das Risiko, dass sich die konjunkturelle Abschwächung in Form einer verhalteneren Nachfrage bemerkbar machen könnte. In diesem Sinne dürfte man die Aktie weiterhin kritisch betrachten müssen, auch wenn sie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15,3 und 10,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr vergleichsweise vernünftig bewertet zu sein scheint.

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