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Technologie : Kursentwicklung bei Red Hat ist überhitzt

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Zentrale von Red Hat Bild: AP

Die Aktie des amerikanischen Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen Red Hat verbuchte in den vergangenen Monaten satte Kursgewinne. Das Unternehmen entwickelt sich operativ sehr robust, die Aktien sind inzwischen aber sehr teuer geworden.

          Die amerikanische Volkswirtschaft läuft zwar nicht rund, zumindest der Technologiesektor scheint sich jedoch dynamisch zu entwickeln. So kann kaum verwundern, dass die Aktien einzelner Unternehmen aus diesem Bereich hervorragen laufen. Ihre Kursentwicklung wird neuerdings getrieben durch die Aussicht durch neues „Doping“ von Seiten der amerikanischen Zentralbank.

          Schon in den vergangenen Monaten scheinen die Anleihekäufe der Zentralbank Liquidität freigesetzt und zum Kursauftrieb an den Börsen beigetragen zu haben. So mag die Aussicht auf weitere Anleihekäufe kurzfristig den Risikoappetit der Anleger steigern. Darauf deutet die dynamische Kursentwicklung von Aktien mit hohem Beta hin. Zum Beispiel bei Amazon oder auch bei Red Hat.

          Papiere von Red Hat sind in eine „euphorische Phase“ übergegangen

          Die Papiere von Red Hat sind in den vergangenen Wochen in eine unheimlich euphorische Phase mit starken Kursgewinnen übergegangen. Auf Sicht eines Monats ist ihr Kurs um knapp 30 Prozent gestiegen. Seit November 2008 hat er sich mehr als vervierfacht (siehe auch: ). Am Donnerstag erreicht die Aktie des Unternehmens, das mit Produkten und Dienstleistungen im Bereich der Open-Source-Software (Linux) schon seit Jahren Umsatz und Gewinn im Trend steigern kann, mit einem Plus von bis zu 12,6 Prozent ein neues Zehneinhalb-Jahreshoch von 41,4 Dollar.

          Red Hat hatte am Mittwoch eine Umsatzsteigerung von 20 Prozent auf 220 Millionen Dollar im zweiten Quartal seinen Geschäftsjahres bekannt gegeben. Der operative Gewinn vor Steuern und Abschreibungen sei sogar um 24 Prozent auf 34 Millionen Dollar gestiegen, hieß es weiter. Der Nettogewinn dagegen ging um 18 Prozent zurück auf 23,7 Millionen Dollar und der Nettogewinn je Aktien auf verwässerter Basis fiel sogar um 20 Prozent auf 12 Cents. Der operative Cashflow stieg von 62 auf 64,3 Millionen Dollar.

          Das Unternehmen ist optimistisch, sein robustes Wachstum fortsetzen zu können. Man könne nicht nur alte Verträge erneuern und neue Projekte an Land ziehen, sondern optimistische Erwartungen richteten sich auf die im vergangenen Quartal eingeführten Möglichkeiten, Kunden beim so genannten Cloud Computing auf kostengünstige und effiziente Weise zu unterstützen.

          Große Hoffnungen auf die „Cloud Foundation“

          Die sogenannte „Cloud Foundation“ lasse Kunden ihre Unternehmensanwendungen über alle physischen und virtuellen Plattformen hinweg mit privaten oder öffentlichen „Computerwolken“ in Verbindung treten, erklärt das Unternehmen. Das Interesse der Kunden daran sei da.

          Allerdings ist fortgesetztes, starkes Wachstum dringend nötig, um die Kursentwicklung der Aktie zu rechtfertigen. Denn gemessen an den Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 52 und 45 inzwischen sehr teuer geworden. Kurzfristig spricht allenfalls der Trend für weitere Kursgewinne. Da der Kurs in den vergangenen Wochen in eine hyperbolische Bewegung nach oben übergegangen ist, deutet vieles auf eine Überhitzung hin. Aus diesem Grund können Gewinnmitnahmen reizvoll werden. Absicherungsstrategien drängen sich förmlich auf.

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