https://www.faz.net/-gv6-qgxk

Technologie-Konglomerate : Samsung - der langfristige Trend zeigt nach oben

  • Aktualisiert am

„Showroom” von Samsung in Seoul Bild: AFP

Samsung Electronics spürt kurzfristig die Folgen sinkender Preise bei Speicherchips und Flachbildschirmen. Das führt kurzfristig zur Konsoldierung der Aktie auf hohem Niveau, langfristig zeigt der etwas volatile Trend nach oben.

          2 Min.

          Die Aktien des südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung verzeichneten in den vergangenen Tagen zwar Kursverluste von bis zu vier Prozent. Allerdings auf sehr hohem Niveau.

          Denn zum Ende des vergangenen Kalenderjahres hatten die Papiere in lokaler Währung noch knapp 30 Prozent zugelegt und am dritten Januar des laufenden Jahres ein Allzeithoch von 966.000 Won oder von 640 Euro je Aktie erreicht.

          Sinkende Preise bei Speicherchips und Flachbildschirmen hinterlassen Spuren

          Der Kursrückgang lässt sich als leichte Konsolidierung erklären, die kurzfristig durch die Vorlage vorläufiger Unternehmensergebnisse bestätigt und möglicherweise sogar noch etwas verstärkt werden kann. Denn Samsung hat die hohen Markterwartungen enttäuscht. Der operative Gewinn für das vierte Quartal habe zwischen 2,8 Billionen Won - oder umgerechnet Milliarden Euro - und 3,2 Billionen Won gelegen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz habe zwischen 40 und 42 Billionen Won gelegen, der Markt rechnete hier mit 41,31 Billionen Won. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern operativ noch 3,44 Billionen Won verdient und 39,25 Billionen Won umgesetzt.

          Der Rückgang des operativen Ergebnisses im vierten Quartal um etwa 13 Prozent sei auf sinkende Preise bei Speicherchips und Flachbildschirmen zurückzuführen, hieß es. Mit Exporten erzielt der nach Erlösen weltgrößte Hersteller von Speicherchips, Fernsehern und LCD-Displays etwas mehr als 80 Prozent seiner Einnahmen. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden 26 Prozent der Erlöse in China, 22 Prozent in Amerika, 21 Prozent in Europa, 13 Prozent in Asien und 17 Prozent in Südkorea selbst erzielt. Knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes stammten aus dem Verkauf von Halbleitern und LCD-Bildschirmen, 38 Prozent aus dem Verkauf von Telekommunikationsgeräten und 15 Prozent aus dem Verkauf digitaler Medien.

          Samsung ist der weltgrößte Speicherchiphersteller und auch bei Fernsehgeräten und Flachbildschirmen die Nummer Eins. Fallende Chip- und LCD-Preise scheinen kurzfristig kein gutes Vorzeichen für die weitere operative Performance des Unternehmens zu sein, da der Anteil der beiden Sparten am Gesamtumsatz markant ist. Allerdings sei der Ausblick für das Mobilfunkgeschäft vielversprechend, hieß es. Samsung ist der zweitgrößte Handyhersteller der Welt nach der finnischen Nokia.

          Der langfristige Trend zeigt nach oben

          Trotz des Preisdrucks rechnet der Markt im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum von knapp zehn Prozent, während bei der Gewinnentwicklung unter dem Stich eine Stagnation erwartet wird. In den vergangenen Jahren konnte Samsung den Umsatz im Trend deutlich steigern. Auch die Gewinne nahmen zu. Sie entwickelten sich allerdings deutlich volatiler als die Erlösseite. Das führte dazu, dass die Aktie des Unternehmen in den vergangenen 15 Jahre im langfristigen Trend Kursgewinne von bis zu 2600 Prozent oder 27 Prozent jährlich in lokaler Währung verbuchen konnte. Der langfristige Trend zeigt weiterhin deutlich nach oben.

          Allerdings kam es zwischenzeitlich kurzfristig immer wieder zu deutlichen Kursrückschlägen. Angesichts der kurzfristig verhaltenen Ertragsaussichten dürften selbst risikofreudige Anleger solche abwarten, bevor sie sich die Papiere in ihre Depots legen. Die Kursaussichten sind angesichts des langfristigen Trends nicht schlecht, trotzdem sind die Papiere nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von zehn sie angemessen bewertet.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fall Maddie McCann : An der Tür hängt kein Schild mehr

          Steckt der Deutsche Christian B. hinter dem Verschwinden von Madeleine McCann? Und hat er gar noch weitere Opfer? Eine Spurensuche an der Algarve, in England und in Deutschland.
          Bessere Sicht durch Abstand: Begegnung in einem Museum in Mailand

          Lob der Distanz : Bleiben Sie bitte auf Abstand

          Viele leiden darunter, gerade auf die Nähe zu ihren Mitmenschen verzichten zu müssen. Es kann aber auch neue Perspektiven öffnen. Über die Vorteile der Distanz.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.