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Technologie : Augusta-Aktie taumelt plötzlich nach Höhenflug

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Die Augusta-Aktie zählt am Freitag zu den großen Verlierern. Das Papier gibt mehr als zehn Prozent seines Wertes ab und gerät nach ihrem Höhenflug ins Taumeln, weil der Konzern schwache Zahlen vorgelegt hat.

          Die Aktie der Holding Augusta Technologie AG zählt zu den früher am Neuen Markt notierenden Papieren, die schon bedeutend bessere Zeiten gesehen haben. Nach dem Allzeithoch bei knapp 50 Euro zu Anfang 2000 rauschte der Titel abwärts bis auf ganze 75 Cent je Anteilsschein. Doch seit diesem Tiefpunkt am 12. März hat sich der Wert der Aktie deutlich erholt. Am 10. November stand sogar zwischenzeitlich ein Kursgewinn von 312 Prozent seit dem Märztief zu Buche. Zum Wochenschluß ist der Titel als vom Höhenflug ins Taumeln übergegangen. Der Grund sind schwache Zahlen aus dem in Frankfurt am Main ansässigen Konzern.

          Im Tagesverlauf hat er sich bisweilen im 17,4 Prozent verbilligt. Aktuell notiert bei mit einem Abschlag von 13,7 Prozent bei 2,58 Euro. Dadurch hat der mittelfristige Aufwärtstrend, in den sich die im Geregelten Markt notierende Aktie im Zuge des Kursanstiegs vorgearbeitet hat, Schaden genommen.

          Umsatz gesunken - Fehlbetrag verringert

          Der Konzern hat in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 171,1 Millionen Euro erwirtschaftet nach 184,1 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum. Das ist ein Rückgang um 7,1 Prozent. Der Gewinn vor Steuern und Kosten der Zentrale von 9,1 Millionen Euro wandelte sich in einen Verlust von 200.000 Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) wies die Augusta Technologie zuletzt ein Minus von 3,6 Millionen Euro aus. Sie hat sich folglich gegenüber dem Vorjahr verbessert, als nach neun Monaten ein Ebit von minus 7,6 Millionen Euro zu Buche stand. Auch der Periodenfehlbetrag verringerte sich - und zwar von 12,3 Millionen Euro auf 5,3 Millionen Euro.

          Aber was die in die Zukunft blickenden Anleger eher interessieren dürfte: Beim Auftragseingang und dem Auftragsbestand steht der Konzern schlechter da. Der Auftragseingang sank von 204,6 Millionen Euro auf 157,9 Millionen Euro, die Gesamthöhe der in den Büchern stehenden Orders verringerte sich auf 103,8 Millionen Euro nach 137 Millionen Euro; das ist ein Rückgang von 24,2 Prozent. Dies folgt aus einer Pflichtmitteilung des Konzens, dessen Töchter Technologielösungen für die Autobranche, Luft- und Raumfahrt, Anlagen- und Maschinenbau und Medizintechnik liefern.

          Diese nackten Zahlen scheinen für die Aktionäre, die das Papier aktuell abstoßen, schwerer zu wiegen als die verhaltene Zuversicht, die der Konzernvorstand verbreitet. Die von Großaktionär Axel Haas geführte Augusta Technologie AG erwartet aufgrund erster positiver Impulse bei der Auftragslage eine nachhaltige Besserung der Geschäftsentwicklung im nächsten Jahr.

          Aktie nicht hoch bewertet, aber charttechnisch beschädigt

          Doch ob diese sich auch einstellen wird, ist nicht abzusehen. Derzeit steht die Augusta jedenfalls als nicht profitabel da, obwohl sich ihr Ergebnis unter dem Strich verbessert hat. Und der Konzernvorstand spricht lediglich von einer nachhaltigen Besserung der Geschäftsentwicklung, nicht von Gewinnen, die am Ende zählen. Damit ist offen, ob der Augusta der Sprung in die Profitabilität gelingt.

          Für die Aktie sind dies keine günstigen Voraussetzungen. Angesichts der aktuellen Zahlen und des vagen Ausblicks scheint schon viel Hoffnung im Aktienkurs eingepreist zu sein. Obwohl der Titel angesichts einer Marktkapitalisierung von nur 31 Millionen Euro nicht teuer ist. Charttechnisch gesehen stellt sich die Lage gespalten dar: Der Titel hat sich aus dem langfristigen Abwärtstrend herausgearbeitet, ist aber aufgrund des aktuellen Absturzes aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend gerutscht. Und dieses Signal dürfte im Vordergrund stehen und die Aktie belasten. Bevor aus dem Konzern keine besseren Nachrichten kommen, sollten hier Vorsicht walten lassen.

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