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Technologie : Apples phänomenale Entwicklung dauert an

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Die Renner und ihr Macher Bild: AFP

Man kann von den Produkten des amerikanischen Technologieunternehmens Apple und Steve Jobs, dessen Spiritus Rector, halten was man will. Sicher ist nur, dass das Unternehmen ernorme Erfolge verzeichnet und die Aktie immer weiter steigt.

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          Man kann von den Produkten des amerikanischen Technologieunternehmens Apple und Steve Jobs, dessen Spiritus Rector, halten was man will. Sicher ist nur, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren ernorme Erfolge verzeichnete und trotz Krise sowohl Umsatz als auch Gewinn im geometrischen Trend steigern konnte.

          Nach einem Umsatzzuwachs von 53 Prozent im Jahr 2008 konnten die Erlöse im vergangenen Geschäftsjahr um weitere 14 Prozent auf knapp 43 Milliarden Dollar gesteigert werden. Im ersten Quartal des laufenden Jahres ging es im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 32 Prozent nach oben auf 15,7 Milliarden Dollar. Im zweiten und dritten Quartal werden weitere Umsatzzuwächse von mehr als 30 Prozent erwartet. Im gesamten laufenden Geschäftsjahr sollen die Erlöse um 29 Prozent auf dann 55 Milliarden Dollar gesteigert werden können.

          Unternehmen erfüllt bisher regelmäßig selbst hohe Erwartungen

          Auf der Gewinnseite sind die Erwartungen sogar noch ausgeprägter. So geht der Markt davon aus, dass Apple den Nettogewinn im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich mit dem Vorjahr um 35 Prozent auf etwas mehr als elf Milliarden Dollar und den Gewinn je Aktie sogar um 75 Prozent auf knapp zwölf Dollar wird steigern können. Auf dieser Basis wären die Papiere selbst nach den massiven Kursgewinnen der vergangenen Jahre mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 20 noch relativ vernünftig bewertet.

          Bild: FAZ.NET

          Die Aktien des Unternehmens zählten in den vergangenen Jahren zu den besten, die man als Anleger im Depot haben konnte. Wer sie sich im Jahr 2003 ins Depot legte und zwischenzeitlich trotz aller Turbulenzen nicht die Nerven verlor und verkaufte, konnte Kursgewinne von bis zu 3.500 Prozent verzeichnen. Nach einem deutlichen Kursrückschlag im Rahmen der Finanzkrise legte der Kurs der Papiere alleine in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 200 Prozent zu auf ein Allzeithoch von zuletzt 241 Dollar.

          Tatsächlich bietet Apple operativ seit einer Schwächephase in den Jahren 2000 bis 2004 und nach der Rückkehr des Firmengründers Steve Jobs an die Unternehmensspitze eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Eine Mischung aus der Einführung und der stetigen Weiterentwicklung von gut aussehenden, hoch funktionalen und leistungsfähigen Konsumgütern wie den Apple-Rechnern, dem iPod, dem iPhone und zuletzt den iPads und damit eng verknüpften innovativen Geschäftsmodellen führt zu hoch profitablem und starkem Wachstum.

          Der Verkauf von Mac-Rechnern, iPhones und iPods führte im vergangenen Jahr zu knapp 82 Prozent der Gesamterlöse. Allerdings konnte Apple die Umsätze mit dem Verkauf von digitalen Musiktiteln, Büchern und von Software - etwa den Apps - online um knapp jeweils 30 Prozent steigern. Sie führten im vergangenen Geschäftsjahr zusammen zu einem Umsatzanteil von 16 Prozent und einem Gesamtvolumen von rund sechs Milliarden Dollar. Mit zunehmender Verbreitung der Geräte und der Konzentration der Applikationsentwickler auf die technische Plattform entwickelt sich eine Eigendynamik, die von Konkurrenten nur noch mit erheblichem Aufwand wird kontern lassen. Apple verschaffte sich auf diese Weise bis auf weiteres eine nur schwer angreifbare Marktstellung.

          Aktie bleibt reizvoll

          Sie wird ständig verbessert. Apple habe seit dem Verkaufsstart des iPads am Samstag schon 450.000 dieser Tablet-Computer verkauft, teilte der Chef des amerikanische Computer- und Elektronik-Konzerns, Steve Jobs, am Donnerstag am Firmensitz in Kalifornien mit. Damit scheinen sich die hohen Erwartungen in die Marktchancen des umstrittenen Produktes zu bestätigen. Apple kündigte am Donnerstag zudem seinen Einstieg in den Werbemarkt an: Mit einem „iAd“ genannten System für das iPhone will Apple es jetzt auch in der Werbung mit seinem Rivalen Google aufnehmen. Software-Entwickler erhalten die Möglichkeit, Werbung über ihre Programme, die bekannten Apps, zu vertreiben. Apple werde die Anzeigen verkaufen und sie schalten, hieß es weiter. 40 Prozent des Erlöses bleiben bei Apple und 60 gingen an die Entwickler, hieß es weiter. Künftig seien Applegeräte zudem in der Lage, mehrere Apps gleichzeitig laufen zu lassen, erklärte Jobs. Dieses sogenannte Multi-Tasking war von vielen Benutzern gefordert worden.

          Solche Nachrichten zeigen, dass Apple seine innovationsgetriebenen Wachstumschancen selbst in einem wettbewerbsintensiven Umfeld noch nicht voll ausgeschöpft hat. Das macht die Aktie für Anleger weiterhin reizvoll, obwohl das Unternehmen mit einem Marktkapitalisierung von knapp 220 Milliarden Dollar inzwischen zu den wertvollsten der Welt gehört. Versierte Anleger werden jedoch selbst bei solchen Werten nicht auf regelmäßig gepflegte Absicherungsstrategien verzichten. Sie führen nach deutlichen Kursgewinnen zur Gewinnsicherung und zwingen nach Kursrückschlägen zu prüfen, ob die „Story“ weiterhin trägt.

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