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Technologie-Aktien : Aktie von Intel ist solide bewertet

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Bild: dapd

Intel hat das beste Jahr der Unternehmensgeschichte hinter sich und blickt optimistisch nach vorne. Die Aktie sieht optisch günstig aus. Allerdings neigte das Unternehmen schon immer dazu, Managern großzügig Optionen zuzuteilen.

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          Aufgrund enormer geld- und fiskalpolitischer Anreize hat sich die Weltwirtschaft in den vergangenen Monaten unter Inkaufnahme enormer Staatsschulden rasant von der Krise erholt. Zusammen mit dem allgemeinen Interesse an technologischen Fortschritt macht sich das im Technologiesektor überproportional bemerkbar.

          Auch beim Chipriesen Intel. Die starke Nachfrage von Unternehmenskunden habe dem amerikanisch Chipkonzern das beste Quartal und Geschäftsjahr seiner Unternehmensgeschichte beschert, hieß es am Donnerstag nach Börsenschluss. In den drei Monaten per Ende Dezember konnte Intel seinen Gewinn deutlich überproportional zum Umsatz steigern.

          Das beste Jahr der Unternehmensgeschichte

          „2010 war das beste Jahr in Intels Geschichte“, erklärte Vorstandssprecher Paul Otellini. „Wir glauben, das 2011 sogar noch besser wird.“ Der Konzern aus Santa Clara, der als erster großer Technologiekonzern seine Geschäftszahlen für das Schlussquartal vorgelegt hat, profitierte nach eigenen Angaben von der starken Servernachfrage seitens Unternehmenskunden. Das Geschäft mit Endkunden sei dagegen erneut schwach gewesen, erklärte Finanzchefin Stacy Smith.

          Unterm Strich konnte Intel im vierten Quartal seinen Nettogewinn im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 48 Prozent auf 3,39 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn je Aktie stieg von 40 auf 0,59 Dollar. Der Umsatz dagegen legte lediglich um 8,4 Prozent zu auf 11,46 Milliarden Dollar. Das war der höchste Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte. Die Bruttomarge stieg in den drei Monaten per 25. Dezember auf 67,5 Prozent von 64,7 Prozent. Analysten hatten 66,7 Prozent erwartet.

          Im ersten Quartal werde die operative Entwicklung etwas über dem saisonalen Trend liegen, erklärte das Unternehmen. Der Umsatz soll zwischen 11,1 und 11,9 Milliarden Dollar liegen. Im Gesamtjahr 2011 rechnet Intel mit einem Umsatzwachstum von etwa zehn Prozent, nachdem der Gesamtumsatz des vergangenen Jahres bei 43,6 Milliarden Dollar gelegen hatte Gestützt werden sollte der erwartete Zuwachs von starken Serververkäufen und einem robusten Geschäft in Wachstumsmärkten.

          Intel profitiert von der zunehmenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen, nachdem diese in der Wirtschaftskrise ihre Ausgaben für Computerausstattung mitunter deutlich reduziert hatten. Im Privatkundengeschäft läuft es dagegen weiterhin schleppend, auch für die Intel-Wettbewerber. So geht aus der jüngsten Studie der Marktforscher von IDC und Gartner hervor, dass die Nachfrage nach Personal Computern im vierten Quartal weniger deutlich angezogen hat als von Branchenbeobachtern vermutet. Die private Nachfrage nach PC und Laptops sei verhalten. Verbraucher interessierten sich verstärkt für kleine, mobile Geräte wie das iPad von Apple, lautete der Befund. Dieser Trend werde sich 2011 wahrscheinlich fortsetzen, wenn nicht sogar verstärken, sagte Marktanalyst David Daoud von International Data Corp (IDC).

          Aktie ist solide bewertet, reizvolle Dividendenrendite

          Davon jedoch kann Intel bisher nur bedingt profitieren, da das Unternehmen den Trend bisher weitgehend verschlafen hat, während Konkurrenten wie NVidia oder auch der britische Chipdesigner ARM von ihren Innovationen zehren und gute Geschäfte machen konnten. Allerdings dürfte sich das künftig ändern, da auch Intel sich bewegt.

          Insgesamt steht Intel im wirtschaftlich künstlich aufgeputschten Umfeld trotz der leichten taktischen Verschlafenheit im Bereich mobiler Endgeräte überaus solide da. Angesichts der überaus soliden operativen Entwicklung und Finanzlage sieht die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von elf und zehn auf Basis der Gewinnschätzungen optisch sogar überaus günstig aus. Das mag der Aktie in einem anhaltend optimistischen Umfeld noch weitere zyklische Kursphantasie geben.

          Das übergeordnete Chartbeile zeichnet sich allerdings durch einen volatilen Seitwärtstrend aus. Er lässt sich durch vergleichsweise reife und gesättigte Märkte und vor allem auch durch die außerordentliche großzügige Entlohnung durch die großzügige Vergabe von Aktienoptionen erklären. Dagegen wirken die Dividendenausschüttungen an die Anteilseigner bescheiden, auch wenn sie zu einer für amerikanische Verhältnisse hohen Dividendenrendite von 3,4 Prozent führen.

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