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Technologie : Aktie von Red Hat scheint günstig zu sein

  • Aktualisiert am

Zentrale von Red Hat Bild: AP

Mit Kursgewinnen reagierte die Aktie des amerikanischen Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen Red Hat auf ein sehr robustes Quartalsergebnis. Angesichts des starken Liquiditätspolsters sieht die Aktie nun sogar günstig aus.

          Mit nachbörslichen Kursgewinnen von bis zu 8,6 Prozent auf 13 Dollar reagierte am Montag die Aktie des amerikanischen Software- und IT-Dienstleistungsunternehmen Red Hat auf die Vorlage des Ergebnisses für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres.

          Tatsächlich können sich die Zahlen sehen lassen. Denn das Unternehmen war in dem sich verschlechternden ökonomischen Umfeld in der Lage, den Umsatz in den drei Monaten bis zum 30. November im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 22 Prozent auf 165,3 Millionen Dollar zu steigern, der Nettogewinn legte um 20 Prozent auf 24,3 Millionen Dollar oder 12 Cents je Aktie auf verwässerter Basis zu.

          Subskriptionsmodell sorgt für einen robusten Einkommensstrom

          Red Hat ist der größte Linux-Distributor der Welt. Er profitiert möglicherweise sogar von der volkswirtschaftlichen Schwäche, da potentielle Kunden vermehrt auf ihre Kosten im IT-Bereich achten und zunehmend zum Einsatz von Linux neigen. Die Software ist grundsätzlich kostenlos verfügbar und wird von einer breiten Entwicklerschicht rasch weiterentwickelt.

          Das Unternehmen Red Hat selbst wurde im Jahr 1993 gegründet und bezeichnet sich als der führende Anbieter von Linux- und Open Source-Programmen. Er bedient globale Unternehmen mit Technologien und Dienstleistungen, die durch das Open-Source-Modell ermöglicht werden. Die Lösungen umfassen Linux-Betriebsplattformen, die über ein Subskriptionsmodell verkauft werden, sowie eine Bandbreite an Dienstleistungen, wie Consulting, einen Rund-um-die-Uhr-Support sowie Schulungsprogramme, die an über 60 Standorten weltweit angeboten werden.

          Das Subskriptionsmodell sorgt für einen kontinuierlichen Einkommensstrom und für vergleichsweise stetiges Wachstum. Im vergangenen Geschäftsjahr stammten 86 Prozent der Erlöse aus diesem Bereich, die restlichen 14 Prozent wurde mit Trainings- und Dienstleistungsangeboten erzielt.

          Starkes Liquiditätspolster

          Im dritten Quartal des laufenden Quartals legten die Umsätze im Subskriptionsbereich um 17 Prozent auf 135,5 Millionen Dollar zu. Die so genannten deferred revenues, die Aufschluss über die künftige Umsatzentwicklung geben können, legten auf Jahresbasis um 20 Prozent oder im Quartalsvergleich um zwei Prozent auf 505,1 Millionen Dollar zu. Der operative Cashflow stagnierte auf dem Niveau des Vorjahres bei 59,1 Millionen Dollar, während das Unternehmen zum Ende des abgelaufenen Quartals über ein Liquiditätspolster von 1,1 Milliarden oder 5,8 Dollar je Aktie verfügte.

          Genau das lässt die Aktie - wenn man den Kurs um das Liquiditätspolster modifiziert, dann liegen die Kurs-Gewinnverhältnisse auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr bei knapp 10 und bei 12,6 - günstig aussehen, nachdem die Papiere seit Jahresbeginn knapp 43 Prozent ihres Wertes verloren haben. Auch wenn der Chart wenig überzeugend aussehen mag.

          Das Unternehmen dürfte in der Tendenz sowohl vom schwierigen wirtschaftlichen Umfeld profitieren können, als auch von der zunehmenden Akzeptanz und der Verbreitung der Open Source Software. Aus diesem Grund und auch aufgrund des robusten Geschäftsmodells wird das Unternehmen sehr wahrscheinlich weiterhin profitabel wachsen können.

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