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Technologie : Aktie von Hewlett-Packard relativ stark

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HP - deutsche Zentrale Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Vertauschte Rollen an der Börse: Konnte die Aktie von Dell lang Zeit die des Konkurrenten Hewlett-Packard deutlich hinter sich lassen, so wurden in den vergangenen Monaten die Rollen vertauscht. Dell befindet sich in der Defensive.

          Hatte die Aktie des amerikanischen Drucker- und PC-Herstellers Hewlett-Packard (HP) lange Zeit Mühe, mit dem breiten Markt und vor allem auch mit der Aktie des Konkurrenten Dell mitzuhalten, so hat sich diese Entwicklung in den vergangenen Monaten gerade ins Gegenteil verkehrt.

          Die Papiere von Dell befinden sich seit einem Jahr in einem massiven Abwärtstrend und haben in diesem Zeitraum zwischenzeitlich mehr als 50 Prozent ihres Wertes verloren. In den vergangenen beiden Tagen kam es zwar zu einer Gegenreaktion nach oben, allerdings ist der Trend noch nicht überwunden worden. Hintergrund sind Umsatz- und Gewinnwarnungen und nicht zuletzt auch die größte Rückrufaktion in der Geschichte der Branche vor wenigen Tagen. Sie mag zwar materiell nicht schwer wiegen, der Ruf erhält allerdings Kratzer.

          HP-Aktie seit einigen Monaten relativ stark im Vergleich mit Dell

          Bei HP läuft es gerade anders herum. Die Aktie kann seit einigen Monaten Kursgewinne verbuchen und besser als der Markt abschneiden. Nach einer kurzen Zwischenkonsolidierung in den vergangenen Wochen hat sie im Rahmen des jüngsten Aufschwungs an der Wall Street wieder deutlich zugelegt und mit einem Kurs von 34,43 Dollar am Mittwoch ein neues Fünfeinhalb-Jahreshoch erreicht. Nachbörslich ging es nach Vorlage der Quartalszahlen um weitere sechs Prozent nach oben auf bis zu 36,54 Dollar

          Immerhin konnte das Unternehmen seinen Gewinn im dritten Geschäftsquartal vor allem dank eines Sondereffekts deutlich steigern. Wie der Dell-Konkurrent am Mittwoch nach amerikanische Börsenschluß mitteilte, stieg der Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende Juli auf 1,38 Milliarden Dollar von 73 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht 48 Cent Dollar pro Aktie, was Analysten im Durchschnitt auch erwartet hatten. Vor Sonderposten lag der Gewinn sogar leicht über den Erwartungen. HP hatte im vergangenen Jahr eine zu großen Teilen steuertechnische Einmalbelastung von fast einer Milliarde Dollar abgeschrieben. Der Umsatz kletterte nun um fünf Prozent auf 21,9 Milliarden Dollar, was ebenfalls etwas über den Schätzungen der Experten lag

          Auch der weitere Ausblick ist relativ optimistisch. Für das vierte Geschäftsquartal erwartet HP einen Gewinn vor Sonderposten zwischen 0,61 und 0,63 Dollar pro Aktie sowie einen Umsatz von 24,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten bisher einen Gewinn auf gleicher Basis von 0,59 Dollar und einen Umsatz von 24 Milliarden Dollar erwartet. Das Unternehmen hat außerdem ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Umfang von sechs Milliarden Dollar angekündigt.

          Wettbewerb dürfte intensiver werden

          Analysten zeigten sich zufrieden mit dem Geschäftsbericht: Die Zahlen belegten Fortschritte des neuen HP-Chefs Mark Hurd auf den Feldern Kosteneinsparung und Unternehmensführung, sagte Cindy Shaw von Moors& Cabot Capital Markets. Unter Hurd werden bei HP gerade 15.300 Stellen gestrichen, was zehn Prozent der Belegschaft entspricht. Der neue CEO verspricht sich dadurch Kosteneinsparungen von fast zwei Milliarden Dollar im Jahr. HP hatte als zweitgrößter PC-Hersteller zuletzt auch Marktanteile auf Kosten des Branchenprimus' Dell hinzugewonnen.

          Insgesamt wird klar, daß das Unternehmen nun immer effizienter aufgestellt und aus diesem Grund auch immer konkurrenzfähiger werden wird. Das setzt allerdings die Konkurrenten unter Druck und dürfte zu einem noch härteren Wettbewerb mit entsprechendem Druck auf die Margen führen. Aus diesem Grund dürften Gewinnprognosen über einen längeren Zeitraum mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden müssen.

          Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 16,6 und 14,7 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr ist die Aktie von HP gerade noch fair bewertet und dürfte in einem anhaltend positiven Umfeld nach dem jüngsten Ausbruch nach oben noch etwas Kursspielraum nach oben haben. Immerhin ist das Papier im Vergleich auf gleicher Basis noch etwas günstiger als jenes von Dell.

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