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Technologie : Aktie von Dialog Semiconductor zeigt spekulative Regungen

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Nach deutlichen Umsatzzuwächsen und einem schmalen Gewinn im zweiten Quartal legt die Aktie von Dialog Semiconductor zu. Die weiteren Aussichten sind allerdings nebulös, die Aktie kämpft mit dem Abwärtstrend.

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          Mit Kursgewinnen von bis zu knapp 20 Prozent auf bis zu 3,09 Euro reagiert am Mittwoch die Aktie von Dialog Semiconductor auf die vorläufigen Umsatz -und Ertragszahlen des zweiten Quartals.

          Das Unternehmen wies ein Umsatzwachstum von 44 Prozent auf 30,4 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum aus. Analysten hatten im Mittel mit 26,3 Millionen Euro gerechnet. Das Ergebnis nach Steuern lag bei 0,125 Millionen Euro, hier hatten Analysten im Schnitt einen Fehlbetrag von 0,9 Millionen Euro prognostiziert.

          Deutliche Umsatzzuwächse..

          In Verbindung mit der Steigerung der Umsatzerlöse sorgte eine gegenüber dem zweiten Quartal des Jahres 2003 um 2,9 Prozent verbesserte Bruttomarge für einen operativen Gewinn von 33.000 Euro. Das Wachstum stammt hauptsächlich aus den Marktsektoren Mobilfunk und Automobil. Zu den wichtigsten Erfolgen des Quartals zählen die Einführung von drei Standardprodukten zur Deckung der Nachfrage nach hoch entwickelten Power Management, Audio- und Displayfunktionen für Mobiltelefone sowie der Anlauf der Serienfertigung dieser und anderer Integrierter Schaltungen (ICs) für die Hersteller von Mobiltelefonen der neuesten Generation - einschließlich 3G-Produkte - in Asien.

          Die Zahlen zum zweiten Quartal seien “eine echte Überraschung“, wird die Kursentwicklung begründet. Die Umsätze lägen recht deutlich über den Erwartungen, und ein Händler hat nach eigener Aussage erst im dritten Quartal mit dem Erreichen der Gewinnzone gerechnet. Positiv sei auch, daß das Unternehmen am Ausblick festhalte, so der Marktteilnehmer. “Das sieht alles sehr, sehr schön aus“, heißt es auch von anderer Stelle.

          Das Unternehmen geht weiterhin davon aus, dem Umsatz im Gesamtjahr um 30 Prozent steigern zu können. Roland Pudelko, CEO & President sagte dazu: „Unsere Ergebnisse für dieses Quartal und der Trend für das laufende Jahr zeigen, daß unsere Strategie, applikationsspezifische Standardprodukte anzubieten, erfolgreich ist und uns zu einem stärkeren Marktteilnehmer macht“. Immer mehr weltweit führende Unternehmen sähen in Dialog Semiconductor einen attraktiven Partner für eine enge Zusammenarbeit - und dies liege an der fokussierten Strategie. „Ausgehend von unseren Kernkompetenzen konzentrieren wir uns auf die Entwicklung von Produkten und arbeiten in der Wafer-Produktion und Montage mit Partnerunternehmen, um eine kurze Lieferzeit unserer Produkte sicherzustellen. Unter Beweis gestellt wird dies durch unsere neuen LCD Display-Treiber-ICs, die bereits in hohen Stückzahlen geliefert werden; dies haben wir vor kurzem gemeinsam mit Chartered Semiconductor Manufacturing bekannt gegeben.“ Und weiter: '“Zusätzlich zum Anlauf der Serienproduktion eines weiteren Power-Management-ICs registrieren wir steigendes Interesse von Kunden an unseren neuesten Produkten und verzeichnen zunehmende Nachfrage an Mustern, Demos und Evaluation Boards. Zum derzeitigen Zeitpunkt Mitte des Jahres sind wir zuversichtlich, daß wir unser angestrebtes Umsatzwachstum von 30 Prozent für das Gesamtjahr erreichen können.“

          ... aber bisher schmaler operativer Gewinn und unklare Aussichten

          Umsatz ist allerdings nicht alles. Entscheidend für die Anleger sind Gewinne. Und damit konnte das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren nicht glänzen, sondern mit zum Teil massiven Verlusten. Das Unternehmen gab bisher keine Gewinnprognose ab, womit die Aktie weiterhin spekulativ bleibt. Immerhin scheint die Entwicklung in die richtige Richtung zu gehen. Angesichts des hohen Aktienanzahl und der volatilen Gewinnentwicklung in der Vergangenheit sollten die Erwartungen nicht überschießen. Auch ein Cashbestand von knapp 32 Cent je Aktie ist nicht allzu verlockend.

          Charttechnisch gelang zwar in den vergangenen Monaten die Überwindung des langfristigen Abwärtstrends. Allerdings befindet sich die Aktie nach einer kurzen Erholung wieder in der Defensive. Sie dürfte erst dann interessant werden, wenn es ihr gelingen sollte, den kurzfristigen Abwärtstrend wieder zu überwinden. Am besten in Verbindung mit einer vertrauenswürdigen Aussage des Unternehmens über die denkbare Ertragsentwicklung. Insgesamt ist die Aktie noch hoch spekulativ.

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