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Technologie-Aktie : „Der Nasdaq-Index wird seine Tiefs noch einmal testen“

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RZB-Volkswirt Schappelwein bleibt skeptisch für die Nasdaq Bild: RZB

Nach erneut schwachen Geschäftsausblicken schwindet die Hoffnung auf bessere Zeiten für US-Technologieaktien. Die östereichische Raiffeisenbank jedenfalls befürchtet einen erneuten Test der Jahrestiefs.

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          Zu früh gefreut haben sich offenbar jene Anleger, die darauf hofften, bei den Technologieaktien könnte das Schlimmste ausgestanden sein. Am Donnerstagabend wurden sie jedenfalls eines Besseren belehrt. Da warteten gleich mehrere US-Unternehmen mit schwachen Geschäftsausblicken auf. Neben Dell und Hewlett Packard enttäuschte vor allem der Netzwerk-Betreiber Nortel Networks.

          Vor diesem Hintergrund sieht Kurt Schappelwein, Volkswirt und Finanzmarktexperte bei der Raiffeisen Zentralbank Österreich (RZB), die von ihm verfochtene vorsichtige Anlagehaltung bestätigt. Zumindest auf Sicht der nächsten Wochen können seine Prognosen den Anlegern keinen Mut machen. „Die Tiefs kommen erst noch - bevor es wieder besser wird, muss es erst noch schlechter werden,“ ist er sich sicher.

          Gewinnlage der Unternehmen bleibt schwierig

          Für Schappelwein steht fest, dass auch die Gewinnsaison für das erste Quartal zumindest ähnlich schlecht wie im vierten Quartal 2000 ausfallen wird. Die allgemein vorherrschende Annahme, es komme nach einem schwierigen ersten Halbjahr zu einer Erholung der Konjunktur im zweiten Halbjahr 2001, könnte zwar richtig sein. Auf die Unternehmensgewinne sei dies aber nicht unbedingt zutreffend. „Wir gehen davon aus, dass viele Unternehmen ihre Erholungsgeschichte mindestens um ein Quartal nach hinten verschieben müssen,“ befürchtet er. Zumal die neuesten US-Konjunkturdaten es auch als denkbar erscheinen ließen, dass die Unterstützung von geldpolitischer Seite früher nachlässt als erwartet.

          Für Trendwende ist es noch zu früh

          Für die Technologieaktien bedeute dieses Szenario folgendes: „Wir werden die Tiefstkurse erst spät im ersten Quartal oder sogar erst im Verlauf des zweiten Quartals sehen.“ Konkret auf den Nasdaq-Composite-Index gemünzt, bedeute dies einen erneuten Test der Tiefststände vom Dezember von unter 2.300 Punkten. Das Kursziel der RZB lautet für Ende März auf 2.200 Punkte, wobei die untere Spanne der erwarteten Kursbandbreite sogar bis 2.000 Zähler reicht.

          Mit einer nachhaltigen Markterholung rechnet Schappelwein erst im zweiten Halbjahr. Aber auch da soll der treibende Faktor nicht eine sofortige Verbesserung bei den Gewinnen sein sondern mehr die Hoffnung auf ein besseres Jahr 2002.

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