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Technische Analyse : Europäische Versicherer melden sich zurück

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Filiale in Frankfurt: Die Allianz hat den Baisse-Trend verlassen Bild: Jakob von Siebenthal

Die Aktien von den Versicherern Allianz, Axa und Aegon bieten sich zum Kauf an. Eine technische Analyse.

          3 Min.

          Der Aktienindex Stoxx Insurance, in dem die größten europäischen Versicherungsaktien zusammengefasst sind, war bereits im Jahr 2012 im Vergleich zu den anderen 18 Stoxx-Sektoren der Branchenindex mit der besten Kursentwicklung. Auch im Jahr 2013 setzen sich diese Aufwärtsbewegung und die relative Stärke im Sektorvergleich fort. Im vergangenen Jahr haben besonders Rückversicherungen wie Swiss Re, Munich Re und der M-Dax-Wert Hannover Rück sowie ausgewählte britische Versicherer wie Prudential, die derzeit aus technischer Sicht jeweils „gute Haltepositionen“ sind, diese Aufwärtsbewegung getragen. Für Neuengagements bieten sich dagegen jetzt die Aktien von Allianz, der französischen Axa und aus dem Bereich der mittelgroßen Versicherungen die niederländische Aegon an.

          Der Stoxx Insurance, der 35 Versichereraktien aus Europa enthält, war im Zuge der ausgeprägten Hausse der neunziger Jahre von 84 Punkten im August 1992 bis auf 473,7 Punkte gestiegen. Seit November 2000 befindet sich dieser Branchenindex in einer langfristigen Abwärtsbewegung, die durch einen zentralen, seit 13 Jahren bestehenden Baisse-Trend begrenzt wird, der aktuell bei 200 Punkten liegt. Innerhalb dieses Trends kam es zu einem Wechselspiel aus mehrjährigen „normalen“ Baissen und (Zwischen-)Haussen. Dieses mündete im März 2009 in einen Ausverkauf („Sell-Off“) bei Kursen um 73,8 Punkte.

          In den Folgejahren hat sich im Stoxx Insurance eine Bodenformation in Form eines mehrjährigen Aufwärtsdreiecks mit der Widerstandszone von 166 bis 180 Punkten ergeben. Zum Jahreswechsel 2012/2013 ist dieser Branchenindex mit einem Investment-Kaufsignal aus der Bodenformation herausgelaufen. Mit Hilfe des zuletzt etablierten mittelfristigen Aufwärtstrends ist der Stoxx Insurance jetzt am 13-jährigen Baisse-Trend angekommen. Die Gesamtlage deutet an, dass der Index in den kommenden Wochen diesen langfristigen Baisse-Trend verlassen sollte und sich die bestehenden Aufwärtstrends in Richtung 220 Punkte fortsetzen dürften.

          Die Allianz arbeitet ihre Schwächephase auf

          Die Allianz ist im Stoxx Insurance mit einem Sektoranteil von 14 Prozent nach Streubesitz der größte Wert. Die Allianz hatte nach der sehr langfristigen Aufwärtsbewegung der siebziger, achtziger und neunziger Jahre im April 2000 bei Kursen um 402,70 Euro (Kursniveau bereinigt um zwischenzeitliche Kapitalmaßnahmen) ihre bisherigen historischen Höchstkurse erreicht. In den folgenden 13 Jahren befand sich die Allianz-Aktie in einer strukturellen Abwärtsbewegung, wobei der Bereich von 40 bis 45 Euro seit mehr als zehn Jahren als Unterstützungszone etabliert wurde. Diese Abwärtsbewegung wurde von einem 13-jährigen, zentralen Baisse-Trend, der zum Jahreswechsel 2012/2013 bei 100 Euro lag, begrenzt.

          Bilderstrecke

          Die Allianz war nach dem Kurseinbruch im vierten Quartal 2008 bis auf 45,50 Euro in eine Bodenformation hineingelaufen. Diese bestand aus einem langfristigen Aufwärtsdreieck mit einer Widerstandszone von 100 bis 109 Euro. Der seit September 2011 vorliegende Hausse-Trend hatte die Allianz zunächst in die Widerstandszone der Bodenformation geführt. Zum Jahreswechsel 2012/2013 ist die Aktie mit einem übergeordneten Investment-Kaufsignal (Sprung über die Widerstandszone) sowohl aus dieser Bodenformation als auch aus dem 13-jährigen Baisse-Trend herausgekommen. Bei der Allianz ist damit die Aufarbeitung dieser vorherigen, jahrelangen Schwächephase in Gang gekommen.

          Die Gesamtperformance der Aktie seit dem Jahresanfang (10,5 Prozent Kursgewinn plus eine Dividendenrendite von mehr als 4 Prozent) verdeutlicht, dass die Investment-Kaufsignale arbeiten und eine mittelfristige relative Stärke gegenüber dem Dax (bisheriger Jahresgewinn 7,7 Prozent) vorliegt. Da die technische Lage weiterhin auf einen Test der Widerstandszone von 125 bis 130 Euro hindeutet, bleibt die Allianz-Aktie ein (Zu-)Kauf. Trotz dieser attraktiven Situation sollte aber jede Allianz-Position mit einem strategischen Sicherungsstopp bei 95 Euro belegt werden.

          Die Aegon-Aktie bietet eine attraktive Kombination

          Der französische Euro-Stoxx-50-Versicherungskonzern AXA rangiert im Stoxx Insurance an Position drei mit einem Indexgewicht von 8,7 Prozent. Auch Axa ist zum Jahreswechsel 2012/2013 mit einem Investment-Kaufsignal (Sprung über die Widerstandszone um 13,20 Euro) und einem langfristigen dem Baisse-Trend herausgelaufen. Seitdem hat die Aktie einen mittelfristigen Aufwärtstrend herausgebildet. Da das langfristige technische Bild bei Axa einen Test der Widerstandszone von 19 bis 19,40 Euro andeutet und die Aktie zusätzlich eine Dividendenrendite von 4,5 Prozent aufweist, stellt die Aktie unverändert einen (Zu-)Kauf dar.

          Auch die Aktie des niederländischen Versicherungskonzerns Aegon arbeitet jetzt am Abschluss des 13-jährigen Baisse-Trends. Da sich bei Aegon, die ebenfalls eine attraktive Dividendenrendite von fast 4 Prozent aufweist, als nächstes Etappenziel ein Test der Widerstandszone um 6,30 Euro andeutet, bietet diese Aktie die attraktive Kombination aus ansprechender technischer Gesamtlage und ansprechender Dividendenrendite. Der strategische Sicherungsstopp für eine Aegon-Position sollte bei 4,4 Euro liegen.

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