https://www.faz.net/-gv6-78oeb

Technische Analyse : Defensive Aktien aus dem Gesundheitsbereich empfehlen sich

  • -Aktualisiert am

Es bietet sich eine technische Doppelstrategie an

Ausgehend von Kursen um 55,50 Euro ergab sich ein Wechselspiel aus Verkaufssignalen, mittelfristigen Abwärtstrends und mittelfristigen, (nach unten) trendbestätigenden Konsolidierungen. Diese Baisse wurde von einem zentralen Baisse-Trend begrenzt, der Mitte 2012 bei etwa 15,50 Euro lag. Hierdurch zeigte die Aktie - auch in den vergangenen Quartalen - eine ausgeprägte relative Schwäche gegenüber dem M-Dax, der bis zuletzt mit einer technischen Rekordfahrt auf historische Höchstkurse glänzen konnte.

Seit dem technischen Ausverkauf im vierten Quartal 2011 mit einem Kurseinbruch bis auf etwa 9,20 Euro deutet sich aber eine grundlegende technische Veränderung bei Celesio an. Zunächst hat die Aktie den zentralen Baisse-Trend zur Seite verlassen. Insgesamt hat sich in den vergangenen 18 Monaten eine technische Dreiecksformation mit der gestaffelten Widerstandszone von 15,50 bis 15,90 Euro herausgebildet. Hierbei sollte es sich um eine bereits weit fortgeschrittene technische Bodenformation handeln.

Damit bietet sich eine technische Doppelstrategie an. Zuerst sollte eine Anfangsposition in Celesio aufgebaut werden. Gelingt es der Aktie, in den kommenden Wochen oder Monaten die Bodenformation mit einem Investment-Kaufsignal zu verlassen (liegt bei Kursen von mehr als 16 Euro vor), sollte die Position ausgebaut werden. Denn in diesem Fall dürfte ein neuer mittel- und langfristiger Aufwärtstrend für eine Aufarbeitung der vorherigen Baisse sorgen.

Das im Tec-Dax notierte Technologie-Unternehmen Jenoptik ist ein technisches Beispiel dafür, wie eine jahrelange Baisse und eine mehrjährige Bodenformation von einer langfristigen technischen Hausse abgelöst werden können. Zuerst steckte Jenoptik seit den historischen Höchstkursen um 35,50 Euro (September 2000) in einer sehr langfristigen Baisse, die im Juni 2009 bei Kursen um 2,80 Euro ihr Tief fand. Jedoch gelang es erst im zweiten Halbjahr 2010, den zentralen, zehnjährigen Baisse-Trend zur Seite zu verlassen.

Insgesamt bildete sich bei der Aktie seit dem Sommer 2008 unterhalb der mehrmals getesteten Widerstandszone von 5,60 Euro bis 6,20 Euro eine mehrjährige Bodenformation (ebenfalls in Form eines langfristigen Aufwärtsdreiecks) heraus. Im vierten Quartal 2012 ist es Jenoptik mit einem übergeordneten Investment-Kaufsignal (bedeutet: nachhaltiger Sprung über die langfristige Widerstandszone um 6 Euro) gelungen, die Bodenformation zu verlassen.

Als technische Konsequenz kommt die Aufarbeitung der Baisse der Jahre 2000 bis 2010 jetzt in Gang. Nach dem ersten Aufwärtsschub auf ein Niveau um 8 Euro befand sich die Aktie zuletzt in einer Konsolidierung mit einem trendbestätigenden Charakter nach oben. Zuletzt hat Jenoptik mit einem Kaufsignal nachgelegt. Da sich bei Jenoptik als nächstes technisches Etappenziel der Bereich um 10 Euro andeutet, bleibt die Aktie ein (Zu-)Kauf.

Der Autor leitet das europäische Indexresearch von Commerzbank Corporates & Markets.

Weitere Themen

Topmeldungen

Präsident Wladimir Putin nimmt am Freitag von seiner Residenz Nowo-Ogarjowo aus an einer Kabinettssitzung teil.

Proteste in Belarus : Droht eine Intervention Moskaus?

Für den Kreml ist die Lage in Belarus ambivalent – das zeigen auch die Reaktionen aus Moskau. Die große Frage ist, was Putin macht, wenn Lukaschenka ernstlich gefährdet ist.
Ermittlungen: Apotheker und Ärzte werfen dem Angeklagten vor, Verfahren gegen sie aufgebläht zu haben (Symbolbild).

Frankfurter Korruptionsaffäre : Mediziner erheben schwere Vorwürfe

In der Korruptionsaffäre um einen Frankfurter Oberstaatsanwalt sollen Ermittlungen nur geführt worden sein, um Geld zu generieren. Das könnte sich noch zu einem weitaus größeren Skandal auswachsen.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.