https://www.faz.net/-gv6-rwjq

Tabak-Branche : Traditionell defensive Werte

  • -Aktualisiert am

Bild: AP

Tabak-Aktien sind in der Not immer begehrt. Nach Einschätzung von S&P lassen Fundamentaldaten und Aktiendynamik auf eine weiterhin starke Kursentwicklung der Aktien der Unternehmen aus der Branche schließen.

          Während elf rezessionsbedingter Marktrückgänge seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichneten lediglich drei S&P-500-Branchenindizes einen Anstieg der durchschnittlichen Kursentwicklung: Alkoholische Getränke, Haushaltswaren und Tabakwaren. Das alte Wall-Street-Sprichwort „Wenn es hart auf hart kommt, wenden sich die Harten dem Essen, Rauchen und Trinken zu“ kommt also nicht von ungefähr.

          Da Wertentwicklungen in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse darstellen, wollen wir herausfinden, wie sich diese Gruppen während des Marktrückgangs seit Oktober 2007 geschlagen haben.

          Tradition siegt zumindest teilweise

          Vom 9. Oktober 2007 bis zum 25. Januar 2008 stieg der S&P-500-Branchenindex Tabakwaren um 5,3 Prozent, während der marktbreite S&P-500 im gleichen Zeitraum um 15 Prozent einbrach. Nur zwei andere Branchen des S&P-500-Verbrauchsgütersektors konnten während dieser Abschwächung Zuwächse erzielen: Agrarerzeugnisse (plus 25,6 Prozent) und Supermärkte (plus 5,6 Prozent).

          Auch die beiden Branchengruppen Haushaltswaren und Brauereien lagen auf relativer Basis mit einem Rückgang von 6,9 Prozent beziehungsweise 10,6 Prozent gut im Rennen. Die Gruppe Brennereien und Winzer jedoch schnitt mit einem Minus von 16,9 Prozent schlechter ab als der breitere Markt.

          Tabakwaren schlagen den Markt

          Die zum Verbrauchsgütersektor zählende Branchengruppe Tabakwaren weist mit 4,9 von 5 Sternen den höchsten Durchschnittswert innerhalb des S&P-Rankingsystems auf, was gewichtet nach Marktkapitalisierung das größte Kurssteigerungspotential impliziert.

          Die Gruppe verfügt ferner über eine hohe relative Stärke im zurückliegenden Zwölfmonatszeitraum und ist mit einem positiven fundamentalen Ausblick eines S&P-Aktienanalysten versehen. Im Jahresverlauf bis zum 25. Januar fiel der S&P-1500-Branchenindex Tabakwaren um 2,4 Prozent gegenüber einem Rückgang des S&P-1500 von 9,4 Prozent. Im Jahr 2007 konnte diese Branchengruppe um 14,6 Prozent zulegen, während der S&P-1500 nur um 3,6 Prozent anstieg.

          Günstige Preisentwicklung

          Werfen Sie einen Blick auf die Infografik. Die blaue Linie stellt die rollierende 52-Wochen-Kursentwicklung des Tabakwaren-Branchenindex' im Verhältnis zum S&P-1500 dar. Punkte oberhalb von 100 zeigen eine über dem S&P-1500 liegende Wertentwicklung des Sektors gegenüber dem Vorjahr, während Punkte unterhalb der 100 eine unter dem S&P-1500 liegende Wertentwicklung wiedergeben. Die rote Linie ist ein rollierender gleitender Neunmonatsdurchschnitt, während die beiden grünen Linien die jeweils erste Standardabweichung über und unter der mittleren relativen Stärke des Index' anzeigen.

          Finanzanalystin Esther Kwon nimmt die im Branchenindex Tabakwaren vertretenen Unternehmen für S&P Equity Research unter die Lupe. Vor dem Hintergrund von Erfolgen bei Rechtsstreitigkeiten und günstigen Preisentwicklungen formuliert sie für die kommenden zwölf Monate einen positiven fundamentalen Ausblick für diese Gruppe. Darüber hinaus rechnet Kwon mit einem nachlassenden Wettbewerbsdruck auf dem amerikanischen Zigarettenmarkt.

          Erfolge bei Rechtsstreitigkeiten

          Nachdem das amerikanische Justizministerium 1999 Klage gegen die Tabakindustrie auf Gewinnabschöpfung in Höhe von 280 Milliarden Dollar eingereicht hatte, wurde im September 2004 der Prozess eröffnet. Im Oktober 2005 wies der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Klage ab. Nach Einschätzung von S&P war diese höchstrichterliche Entscheidung und die anschließende Kappung der Entschädigungszahlungen äußerst positiv für die Tabakbranche.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Viele Fragen an den Präsidenten in der Whistleblower-Affäre: Donald Trump beantwortet Reporterfragen vor dem Weißen Haus.

          Telefonat mit Selenskyj : Trumps Erpressung

          Für Donald Trump ist das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten nicht verwerflich. Er sieht nichts Schlimmes darin, seine Macht zu nutzen, um politischen Konkurrenten wie Joe Biden zu schaden. Dabei beginnt der Skandal schon an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.