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Aktienmarkt : Südzucker macht Hoffnungen

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Bild: dapd

Südzucker eröffnet die Berichtssaison und ermutigt. Es hätte schlimmer kommen können. Die Aktienkurse geben dagegen weiter nach.

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          Europas größter Zuckerkonzern Südzucker ist so etwas wie der traditionelle Eröffner der deutschen Berichtssaison. Am Donnerstag nun war es so weit. Viel war nicht erwartet worden, ist doch bekannt, dass dem Konzern die sinkenden Zuckerpreise Probleme bereiten. Anfang April war der Kurs an einem einzigen Tag um 20 Prozent gefallen, nachdem das Unternehmen eine pessimistische Jahresprognose abgegeben hatten.

          Die am Donnerstag veröffentlichten schlechten Zahlen für das erste Geschäftsquartal nahmen die Börsianer daher eher mit Erleichterung zur Kenntnis. Da alles nicht so schlimm war, wie es auch hätte sein können, greifen sie sogar zu und lassen den Kurs um mehr als 4 Prozent steigen.

          Südzuckers Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konzernweit um gut zehn Prozent auf 1,77 Milliarden Euro geschrumpft. Das operative Ergebnis fiel um mehr als die Hälfte auf 96 Millionen Euro, unter dem Strich standen mit 77 Millionen Euro 54 Prozent weniger Gewinn als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sei zwar enttäuschend, das Ergebnis sehe aber etwas besser aus als erwartet, sagte ein Händler. Südzucker rechnet aufs Jahr gesehen weiter mit einem Absturz des operativen Ergebnisses von 70 Prozent auf rund 200 Millionen Euro.

          In der Zuckersparte gingen die Erlöse zu Jahresbeginn trotz höheren Absatzes zurück. Der Konzern verdiente operativ nicht einmal mehr ein Drittel so viel wie vor einem Jahr. Südzucker leidet unter der Ende September 2017 auslaufenden Zuckermarktordnung in der Europäischen Union. Diese regulierte den europäischen Markt bislang strikt über Produktionsquoten, Einfuhrzölle und Subventionen. Durch den größeren Wettbewerb entsteht Experten zufolge Preisdruck insbesondere vom Weltmarkt.

          Im Segment Spezialitäten ging der Umsatz leicht zurück, dank sinkender Kosten stand dem aber beim operativen Ergebnis ein kleiner Zuwachs gegenüber. Südzucker stellt neben Zucker und Bioethanol auch noch Fruchtsaftkonzentrate, Lebensmittelzutaten oder Tiefkühlprodukte wie Fertigpizza her. Im Geschäft mit Früchten belastete nach Angaben des Konzerns der starke Euro trotz eines Absatzes auf Vorjahresniveau.

          Der deutsche Aktienmarkt tendiert dagegen am Donnerstag abermals etwas schwächer. Der Dax gibt 0,2 Prozent auf 9776 Zähler nach. Der mit 100 Werten den Markt breiter abbildende F.A.Z.-Index verliert dagegen ähnlich auf 2003 Punkte. Neben den Kursgewinnen von Südzucker stützt auch die Aktie von Gerresheimer die Kurse. Umsatz und operatives Ergebnis des Verpackungsspezialisten im abgelaufenen Quartal haben die Erwartungen übertroffen.

          Im Dax geben Lufthansa mehr als 1 Prozent nach. Die Pläne von Unternehmenschef Carsten Spohr für eine Zusammenarbeit mit Turkish Airlines sorgen für Irritationen. Die Türken wiesen Spohrs Darstellung von „fortgeschrittenen Gesprächen“ zwischen den beiden Unternehmen zurück. Das schmälert den positiven Eindruck der Pläne, die das Unternehmen am Vortag vorgestellt hatte.

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