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Griechenland belastet : Strohfeuer bei Börsengängen erlischt

  • Aktualisiert am

CBR will auch diese Kleiderbügel vollhängen Bild: Picture-Alliance

Vier Börsengänge auf einmal - das gab es schon lange nicht mehr in Deutschland. Gab es auch nicht lange, zwei wurden schon abgesagt.

          2 Min.

          175 Börsengänge gabe es 1999 in Deutschland. Das ist der Rekordwert eines Vierteljahrhunderts. Im vergangenen Jahr waren es 19. Jetzt schien alles wieder besser zu werden: Gleich vier Unternehmen hatten Aktien zur Zeichnung angeboten. Doch es kam anders.

          Am Montag schon sagte der Berliner Wohnimmobilien-Investor ADO Properties wenige Stunden vor dem Ende der Zeichnungsfrist seinen Börsengang ab. Als Grund gab das Unternehmen die „anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation und Entwicklung in Griechenland“ an.

          Am Mittwoch folgte der Damenmodehändler CBR. Auch dieser begründete dies mit der wirtschaftlichen Situation in Griechenland und deren „Auswirkungen auf die allgemeinen Finanzmärkte“. Dabei lief der Börsengang ebenfalls nicht schlecht, wenn man als Kriterium die vorbörslichen Kurse zugrunde legt, die bei der Wertpapierhandelsbank Schnigge veröffentlicht wurden. Demnach waren die Anleger bereit bis zu 20,25 Euro für die Aktien zu zahlen, die für 14 bis 18 Euro angeboten wurden.

          Chorus Clean Energy will durchziehen

          Auch Chorus Clean Energy tut sich mit seinem Börsengang schwer. Der Betreiber von Solar- und Windparks aus Neubiberg bei München wollte ursprünglich an diesem Freitag erstmals an der Börse gehandelt werden. Jetzt ist der erste Handelstag um zehn Tage verschoben worden. Zudem können die Aktien noch bis zum Donnerstag der kommenden Woche gezeichnet werden. Ursprünglich sollte die Frist an diesem Mittwoch enden. Die Börsenpläne seien bei Investoren bislang auf positive Resonanz gestoßen, hieß es vom Unternehmen. Dennoch scheint die Zeichnungsbereitschaft nicht ausgereicht zu haben. Auch liegen die Kurse im vorbörslichen Handel mit zuletzt 8,50 bis 9 Euro unter der Zeichnungsspane von 9,75 bis 12,50 Euro.

          Chorus steht stärker unter Druck, den Börsengang durchzuziehen als Ado und CBR. Der Energieerzeuger war ursprünglich ein Anbieter geschlossener Fonds. 2014 bot das Unternehmen  den Anlegern 2014 an, ihre Fondsanteile in Aktien einer neu gegründeten Gesellschaft zu tauschen, die dann an die Börse gebracht werden sollte. Die Erstnotiz war schon für März oder April avisiert worden – eine Absage Anfang Juli würde von den ehemaligen Fondsanlegern, die ihre Aktien nach Erstnotiz sofort verkaufen können, womöglich negativ aufgenommen.

          Der Berliner Online-Schmuckhändler Elumeo hat bisher noch nicht reagiert, der nach eigenem Bekunden weiter von der Erstnotiz am Freitag ausgeht. Als versteckten Hinweis kann man womöglich werten, dass sich das Unternehmen nach Ablaufen der Frist am Mittwoch erst einmal das Orderbuch anschauen will. Die vorbörslichen Kurse zeigen keine überschäumende Begeisterung: Mit 25,80 bis 27,25 Euro liegen sie am unteren Ender der Zeichnungsspanne von 25 bis 33 Euro.

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