https://www.faz.net/-gv6-x5w7

Strategie : IBM profitiert von Währungseffekten

  • Aktualisiert am

Bild: IBM

Während sich die amerikanische Volkswirtschaft aufgrund der regierungsübergreifenden Misswirtschaft der vergangenen Jahrzehnte in einer tiefen Strukturkrise befindet, können sich einzelne Unternehmen davon abkoppeln, unter anderem IBM.

          Während sich die amerikanische Volkswirtschaft aufgrund der regierungsübergreifenden Misswirtschaft der vergangenen Jahrzehnte in einer tiefen Strukturkrise befindet, können sich einzelne Unternehmen des Landes aufgrund ihrer internationalen Ausrichtung nicht nur davon abkoppeln, sondern indirekt sogar von der Politik des schwachen Dollars profitieren.

          Eines dieser Unternehmen ist IBM. Nach einer Neuausrichtung in den vergangnen Jahren entwickelt es sich operativ robust und kann seine Gewinne im Trend deutlich steigern.

          IBM entwickelt sich vergleichsweise robust

          Das zeigt sich unter anderem an der Entwicklung im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres. In diesem Zeitraum bescherten starke Hard- und Softwaregeschäfte dem Unternehmen höhere Umsätze und Gewinne als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Zuversichtlich stimmten Investoren auch die abgeschlossenen Serviceverträge, ein Indiz für das künftige Geschäft. Sie kletterten um 16 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar.

          In den Monaten April, Mai und Juni steigerte IBM den Nettogewinn um acht Prozent auf 3,66 Milliarden Dollar oder um 18 Prozent auf 3,09 Dollar je Aktie auf bereinigter Basis. Der Umsatz konnte um zwölf Prozent auf 26,67 Milliarden Dollar gesteigert werden. Analysten hatten nur 25,35 Milliarden Dollar erwartet.

          Sowohl im Software- und Hardwaregeschäft als auch im Servicebereich steigerte IBM die Erlöse prozentual zweistellig. Stark lief es für den Konzern aus Armonk in den Schwellenländern. In 40 Märkten seien die Umsätze prozentual zweistellig geklettert. Allein in den vergangenen zwei Jahren sei hier der Auftragsbestand im Servicebereich um 50 Prozent geklettert.

          Marktbeobachter zeigten sich besonders zufrieden mit den abgeschlossenen Serviceaufträgen im Quartal (14,3 Milliarden Dollar), mit denen IBM ebenfalls die Prognosen übertraf. Analysten hatten im Mittel nur mit 12,65 Milliarden Dollar gerechnet. Die Auswirkungen der weiter sinkenden Ausgaben der öffentlichen Hand dürften für IBM begrenzt bleiben, sagte CFO Mark Loughridge. Das allgemeine Wachstum im Servicebereich werde sich aber abschwächen. Für das Gesamtjahr erhöhte IBM die operative Prognose um 0,10 Dollar auf nun mindestens 13,25 Dollar Gewinn je Aktie.

          Die Aktie ist vernünftig bewertet

          IBM kann zwar aufgrund schwachen amerikanischen Währung in Dollar sowohl in Europa und Asien deutliches Wachstum verbuchen. In lokalen Währungen sieht die Entwicklung jedoch deutlich verhaltener aus. Denn unter dieser Perspektive lagen die Umsatzwachstumsraten gerade einmal bei drei Prozent. Dagegen konnten die Erlöse in den Vereinigten Staaten um acht Prozent erhöht werden. Auf der anderen Seite tragen die Währungseffekte und die zunehmende Verlagerung von Geschäften in Regionen mit vergleichsweise tiefen Kosten dazu bei, dass das Unternehmen die Ertragsmargen auf ohnehin schon beachtlichem Niveau kurzfristig noch weiter steigern kann.

          Da sich an der amerikanischen Abwertungspolitik auf Sicht wenig ändern dürfte bietet die IBM-Aktie Anlegern aufgrund der Währungseffekte weiterhin gewisse Reize. Das Papier ist mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 13,2 und knapp zwölf auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sehr vernünftig bewertet und befindet sich in einem vergleichsweise robusten mittelfristigen Aufwärtstrend.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Massentourismus vom Wasser kommend: Zwei Kreuzfahrtschiffen liegen im Geirangerfjord.

          Umstrittene Kreuzfahrtschiffe : Norwegen macht die Fjorde langsam dicht

          Es ist ein Geldsegen und ein Öko-Fluch: Seit kurzem gelten in fünf norwegischen Fjorden für Kreuzfahrtschiffe strenge Umweltauflagen, die die Luftverschmutzung begrenzen sollen. Glücklich sind die Menschen in der Urlauberhochburg Geiranger damit nicht.
          Kanzlerin Angela Merkel stellt mit ihrem Klimakabinett die Ergebnisse eines Kompromisses zum Klimapaket vor.

          Klimakabinett : Das deutsche Klima-Experiment

          Deutschland allein kann das Klima nicht retten. Aber andere Länder schauen genau darauf, wie Kanzlerin Merkel versucht, die Emissionen zu senken. Kann Deutschland Vorbild sein oder muss es über den Ärmelkanal schauen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.