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Steve Jobs „iPad“ : Ein wenig mehr Schwung für die Apple-Aktie

Moderne Reliquie Bild: REUTERS

Ist das iPad das magische Gerät, als das es sein geistiger Vater Steve Jobs ansieht? Die Meinungen über den technischen Wert des Pads mögen geteilt sein, über seinen wirtschaftlichen sind sie es kaum. Und so dürfte die Apple-Aktie ihren Schwung behalten.

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          Zahlen und Bewertungen interessieren Anleger fast nur am Rande, wenn es um die Aktien von Apple geht. Wenn es nicht gerade um die Gesundheit des Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs geht, dann darum, mit welchen revolutionären Produkten die amerikanische Elektronikschmiede die Verbraucher der Welt künftig beglückt.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nun ist er da, der Tablet-PC iPad, der wie das wie das Mobiltelefon iPhone mit Fingern auf einem berührungssensitiven Bildschirm gesteuert wird. Revolutionär ist es nicht, das waren aber auch schon die Erfolgsprodukte iPod und iPhone nicht. Und dennoch verhalfen sie den Apple-Aktionären, reicher zu werden, indem ihr Erfolg den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe trieb.

          Eine größere Herausforderung als iPhone und iPod

          Die Reaktion auf das neue Gerät fallen anders aus als zuvor auf iPod und iPhone. Nachdem diese erfolgreicher wurden, als Skeptiker vermutet hatten, will diesmal anscheinend niemand sich am Ende geirrt haben, zumal die Apple-Enthusiasten einmal mehr begeistert sind.

          Bild: F.A.Z.

          Und so beschränkt sich die Kritik aufs Detail: Tablet-PCs gibt es schon seit Jahren, aber bislang konnten weder Microsoft noch Dell diese aus dem Nischendasein befreien. „Es ist ein Computer ohne Tastatur, ein Digital-Lesegerät mit schlechter Batterieleistung und einem hohen Preis, und es ist ein tragbarer Musikplayer, der nicht in die Hosentasche passt“, schrieben die Analysten von Forrester Research vor der Enthüllung des iPads über die Tablet-Klasse. Apple stehe vor der Herausforderung, eine ganz neue Kategorie zu erschaffen. „Das ist etwas, das seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht geschafft wurde.“

          Mindestens zwei Kritikpunkten ist Apple begegnet. Zum einen soll die Laufleistung 10 Stunden betragen, was schon einmal recht anständig ist, zum anderen fiel der Preis deutlich niedriger aus als zuvor spekuliert wurde. Hier hat Apple aus dem Start des iPhones Konsequenzen gezogen.

          Nicht einzigartig gut, aber besser

          Kritisiert wird dagegen, dass das Gerät weder über eine Kamera verfügt, noch Adobes Flash-Technik unterstützt, für den Anschluss von externen Geräten stets Adapter benötigt, vor allem aber kein Multitasking zulässt. Auch spektakuläre Innovationen wie der superbrillante Bildschirm mit OLED-Technologie, über den unter anderem im Vorfeld spekuliert wurde, bietet es nicht.

          In vielerlei Hinsicht ist das iPad kein neues Produkt, sondern ein erweitertes, großes iPhone, auf dem eine Apple-eigene Bürosoftware läuft und zudem auch Bücher oder Zeitungen gelesen werden können. Dafür erweitert Apple eigens seinen Onlineladen iTunes um eine Buchabteilung und tritt damit gegen andere E-Book-Anbieter ohne Gewähr, dass dieser Technik Aussicht auf Erfolg beschieden ist. Das war mit iPod und iPhone anders.

          Dennoch: Apple wird der Durchbruch für Tablet-PCs zugetraut. Analysten rechnen jedenfalls mit einem Erfolg aus. „Ja, ich glaube, sie haben es wieder geschafft“, sagte Ned May von Outsell, einem Beratungsunternehmen für die IT-Industrie. „Nicht, weil sie eine Sache so einzigartig gut machen, sondern weil sie viele Dinge besser machen, als sie bislang gemacht wurden.“ Auch das wäre ein Muster, das vom iPod und iPhone bekannt ist.

          Langsamer Anlauf

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