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Stahl : Stahl-Aktien präsentieren sich wachsweich

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Mit Stahl läuft es an der Börse derzeit nicht rund Bild: dpa

Der britische Stahlkonzern Corus ist in heftige Turbulenzen geraten. Dessen Absturz auf rekordtiefe Notierungen zieht auch andere Branchenvertreter nach unten.

          Keinen leichten Stand haben derzeit die Stahl-Aktien. Ihre in konjunkturell schwierigen Zeiten nicht untypische Abseitsstellung an der Börse wurde in dieser Woche aber noch einmal zusätzlich verstärkt. Auslöser dafür war die Absage der geplanten Übernahme des brasilianischen Stahlproduzenten CSN durch den britisch-niederländischen Stahlkonzern Corus.

          Da dies gleichzeitig mit einer Ergebniswarnung einher ging, zog dies auch andere Vertreter aus der Stahlbranche mit nach unten. So verlor der aus einer Fusion von Arbed, Usinor und Aceralia hervorgegangene Marktführer Arcelor seit Dienstag sechs Prozent auf 10,86 Euro. Und bei der deutschen ThyssenKrupp setzte es in den vergangenen vier Wochen ein Minus von fast 17 Prozent, was den Titel mit 9,98 Euro sogar wieder unter die Marke von zehn Euro manövrierte.

          Die Zukunft von Corus steht auf wackeligen Beinen

          Der Absturz um 40 Prozent in nur drei Handelstagen auf rekordtiefe Notierungen von 28 britischen Pence bei Corus ist sicherlich noch nachzuvollziehen. Schließlich schreibt die aus einer Fusion zwischen British Steel und Royal Hoogovens entstandene Firma seit 1999 rote Zahlen. Insgesamt belaufen sich die Verluste in den vergangenen zweieinhalb Jahren auf 1,7 Millionen Pfund. Wie schwierig hier die Lage offenbar ist, zeigt sich auch an der Entscheidung von den Ratingagenturen Standard & Poor´s und Moody´s,welche die Unternehmensanleihen von Corus auf Junk-Bond-Status zurückgestuft haben.

          Doch daraus generelle Rückschlüsse auf die Verfassung der anderen Branchenvertreter zu ziehen, scheint voreilig zu sein. Zugegeben, die konjunkturelle Ausgangslage könnte rosiger sein, aber ganz schlecht scheint es der Branche ebenfalls nicht zu gehen. Zumindest hat die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl erst am Donnerstag einen positiven Branchenausblick auf das Jahr 2003 gegeben. Und auch andere Branchenbeobachter sagen dem weltweiten Stahlmarkt nach einem voraussichtlichen Plus von 4,5 Prozent bei der Stahlproduktion in diesem Jahr einen weiteren Anstieg von 2,3 Prozent auf 903 Millionen Tonnen im Jahr 2003 voraus.

          Branche für Trader

          Ein nachhaltiger Wachstumssektor wird die Stahlbranche alleine deswegen mit Sicherheit zwar auch nicht mehr werden. Aber wie früher schon, werden hier Trader mit dem richtigen Timinggefühl für Kauf und Verkauf mit Aktien aus dieser konjunktursensitiven Branche gute Geschäfte machen können.

          Zwar macht es derzeit bei ThyssenKrupp oder Salzgitter rein charttechnisch gesehen solange noch keinen Sinn, blind einzusteigen, bis klar ist, ob die Jahrestiefs von 9,20 Euro und 6,65 Euro verteidigt werden können oder nicht. Aber sollten sich die Anzeichen für eine Konjunkturstabilisierung mehren, dann sind bei diesen Titeln schnell einmal zehn bis zwanzig Prozent Kursplus drin.

          Allerdings ist die einzig und alleine bei Wetten auf Stahl-Aktien Erfolg versprechende Gabe des richtigen Timings nur sehr wenigen Anlegern gegeben, so dass Stahl-Aktien, auch wenn die Lage in der Branche nicht generell so düster ist, wie oft allgemein dargestellt wird, kaum zum langfristigen Vermögensaufbau taugen.

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