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Stahl : Ernüchterung für ThyssenKrupp-Aktie

  • Aktualisiert am

Das Stahlgeschäft kommt nicht ins Rollen Bild: dpa

Die jüngste Aufholjagd der Aktien von ThyssenKrupp scheint beendet. Ein vager Geschäftsausblick belastet am Dienstag den Aktienkurs.

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          Die jüngste Kursrally im Stahlsektor war beeindruckend. Auch die Aktien von ThyssenKrupp haben dabei in der Spitze um rund 75 Prozent zugelegt.

          Fundamental betrachtet überrascht diese Rally auf den ersten Blick. Schließlich befinden sich die Stahlpreise auf einem 20-Jahrestief. Deutsche Bank-Stahlanalyst Pascal Spano erklärt das Phänomen mit einem Vergleich aus der Natur. Auch da gelte: "Kurz vor Sonnenaufgang ist die Nacht am dunkelsten."

          Spano spielt dabei auf die Annahme an, dass die Branche ihre Talsohle erreicht haben könnte. Zumindest haben die Anleger dieses Szenario in den vergangenen Monaten gespielt. Doch der dabei gezeigte Schwung dürfte jetzt zunächst einmal ad acta gelegt sein.

          Vorsichtiger Ausblick bremst

          Die am Dienstag gemachten Aussagen des Unternehmens zum weiteren Geschäftsverlauf sorgen für eine gewisse Ernüchterung. Gegen Mittag fällt die Aktie um 3,5 Prozent auf 16,10 Euro. Laut Vorstand sind die bisherigen Planziele, die in einem unveränderten Umsatz und einem Gewinn vor Steuern von 500 Millionen Euro bestanden, sehr ehrgeizig. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/2002 seien sogar Verluste nicht auszuschließen. Erst im zweiten Halbjahr werde es im Zuge einer anziehenden Konjunktur vermutlich wieder besser laufen. Die Aktie dürfte dies trotz aller Neigung der Börsianer, künftige Entwicklung vorwegzunehmen, weitere Kursavancen zunächst verwehren.

          Dies sieht auch Analyst Spano so, der kurzfristig betrachtet anhaltenden Abgabedruck nicht ausschließen will. Zumal der im Dezember erneut sehr niedrige Auftragseingang in der Branche zunächst keinen nachlassenden Preisdruck verspricht. Im Falle einer konjunkturellen Belebung hält aber auch Spano auf Sicht von zwölf Monaten Kurse von 20 Euro für möglich. Dabei behilflich sein könnten auch Erfolge beim eingeleiteten Programm zur Effizienzsteigerung. Andererseits könnten Erfolge dabei auch schnell wieder aufgezehrt werden durch den anhaltend hohen Wettbewerbsdruck. Dieser kommt auch im Konsolidierungsprozess zum Ausdruck, in dem sich die Branche befindet.

          Kurse auf dem Niveau von 1990

          Vor dem Hintergrund dieser Pattsituation erscheint es für Privatanleger ratsam, gegenüber der Aktie von ThyssenKrupp eine abwartende Haltung einzunehmen. Zumal der Titel generell ohnehin nur für Anleger geeignet erscheint, die sich zutrauen, die konjunkturellen Zyklen, denen Stahlaktien unterliegen, zum passenden Zeitpunkt zu erkennen. Als Langfristanlage taugt der Wert jedenfalls nicht, wie das derzeitige Kursniveau beweist, das sich lediglich auf Höhe der Notierungen des Jahres 1990 bewegt.

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