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Spirituosen : Aktie von Pernod-Ricard profitiert von robusten Wachstum

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Die Kernmarken von Pernod Ricard Bild: Pernod Ricard

Die Aktie des französischen Spirituosenherstellers Pernod Ricard war in den vergangenen Jahren eine sichere Bank, der langfristige Trend zeigt nach oben. Das Geschäft wächst robust. Die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres zeigen es.

          Es gibt Aktien, die laufen schon seit Jahren unbeirrt von Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten vergleichsweise beständig nach oben. Zu diesen Werten gehören die Papiere des französischen Spirituosenunternehmens Pernod Ricard.

          In den vergangenen zehn Jahren legten sie in einem beinahe beständigen Aufwärtstrend knapp 600 Prozent auf in der Spitze bis zu 166,70 Euro zu. Am Mittwoch waren die Papiere bei einem leichten Tagesgewinn von 0,7 Prozent auf 155,77 Euro nur knapp unter dem vor wenigen Tagen erreichten Allzeithoch aus dem Handel gegangen, der Aufwärtstrend ist weiterhin intakt.

          Deutliches Umsatz- und Gewinnwachstum im vergangenen Geschäftsjahr

          Das dürfte dazu beitragen, dass die Chancen für weitere Kursgewinne zumindest in einem anhaltend freundlichen Marktumfeld nicht schlecht sind. Denn nicht nur der Chart sieht bisher positiv aus, sondern auch die fundamentale Entwicklung des Unternehmens. Die am Donnerstag vorbörslich vorgelegten Zahlen für das Geschäftsjahr 2006/07 jedenfalls können sich sehen lassen, übertrafen sie doch die an sich schon ambitionierten Erwartungen des Marktes.

          Pierre Pringuet und Patrick Ricard in der Champagne

          Das Unternehmen konnte den Umsatz in den zwölf Monaten bis Ende Juni im Vergleich zur Vorjahresperiode organisch um 9,1 Prozent auf 6,44 Milliarden Euro steigern, der operative Gewinn aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb stieg um 21 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro und der Nettogewinn um satte 30 Prozent auf 831 Millionen Euro.

          Während das Umsatzwachstum durch negative Währungseffekte in Höhe von 2,8 Prozent konterkariert wurde, konnte die operative Bruttomarge von 59 auf 59,8 Prozent verbessert werden. Das Unternehmen führt das vor allem auf die erfolgreiche Markenpolitik zurück. Der Erfolg verstärkt sich selbst, da zunehmende Erträge höhere Werbeausgaben möglich machen, die sich wiederum in zunehmenden Umsätzen bemerkbar machen können. Die 15 strategischen Spitzenmarken - dazu zählen Namen wie Ricard, Pernod, Aberlour, Wild Turkey, Jameson, Havana Club, Jacob's Creek, Balllantine's und Larios - zogen in den vergangenen Monaten 70 Prozent der Marketingausgaben auf sich und trugen im vergangenen Geschäftsjahr 90 Prozent zum Wachstum bei.

          Aktie bei positiven Aussichten vernünftig bewertet

          Gleichzeitig ist das Unternehmen weiterhin in der Lage, nach den Übernahmen der vergangenen Jahre Verbesserungen auf der Kostenseite zu erreichen. Tatsächlich konnten nach Unternehmensangaben nicht nur die erhofften Synergieeffekte von 270 Millionen Euro aus der Integration von Allied Domecq erzielt, sondern auch das Verhältnis der so genannten Strukturkosten zum Umsatz konnte von 19 auf 15,6 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr verbessert werden.

          Regional betrachtet konnte das Unternehmen in allen Märkten wachsen, insbesondere in Asien und der „restlichen Welt“, wo es um 39 Prozent nach oben ging sowie in Amerika, wo der Umsatz um 21 Prozent zulegte. Gleichzeitig können sich auch in Europa und Frankreich die Wachstumsraten mit zwölf und zehn Prozent sehen lassen. Auf Basis der gegebenen Rahmenbedingungen geht Unternehmensvorstand Patrick Louis Ricard davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Gewinnseite anhaltend deutlich wachsen zu können.

          Auf dieser Basis dürfte die Aktie den Anlegern zumindest in einem anhaltend freundlichen Marktumfeld noch eine gewisse Kursphantasie bieten, auch wenn sie kurzfristig etwas konsolidiert. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von knapp 18 für das laufende und 15,7 für das kommende Jahr ist sie noch vergleichsweise vernünftig bewertet.

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