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Solaraktien : Bei mancher Solaraktie droht ein Sonnenbrand

  • Aktualisiert am

Solarzellen der Sunways AG an der Kriegerhornbahn. Bild: Alexander Kaiser

Solaraktien brennen derzeit heiß vom Börsenhimmel. Doch wer sich allzu ungeschützt der Sonne aussetzt, könnte sich mehr als nur die Finger verbrennen.

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          Was läuft und läuft und läuft? Nein - nicht der Käfer, nicht der „New Beetle“ und schon gar nicht die VW-Aktie. Des Rätsels Lösung: Solaraktien. Der von den Verlagen Öko-Invest und Solar erstellte Photovoltaik-Index PPVX ist seit Jahresanfang um 118,5 Prozent gestiegen und liegt damit währungsbereinigt fast 72 Prozentpunkte vor dem Ölaktienindex, der um 46,9 Prozent zulegte.

          Spitzenwerte seit Anfang 2005 sind dabei die Aktien der amerikanischen DayStar Technologies (ISIN: US23962Q1004) mit einem Plus von 356 Prozent, von Motech Industries aus Taiwan (plus 261 Prozent) und die deutsche Solarworld (ISIN: DE0005108401, plus162%). Nicht eine der 18 Aktien hat einen Verlust zu verzeichnen.

          Viele Start-Ups im Photovoltaik-Index

          Indes ist die Wertentwicklung höchst unterschiedlich. Denn das Schlußtrio des Index kommt lediglich auf eine einstellige Wertentwicklung. Die Aktie der australischen Solco (ISIN: AU000000SOO7), die wie Solarworld Photovoltaikmodule und -pumpen herstellt, notiert praktisch unverändert. Der im März aufgenommene thailändische Hersteller von Solarzellen Solartron (ISIN: TH0831010010) hat seitdem sechs Prozent zugelegt und der kanadische Großhändler Carmanah Technologies bringt es auf gerade mal acht Prozent.

          Indes sind die Solaraktien des PPVX zum Teil mit Vorsicht zu genießen. Gerade die Daystar-Aktie hat es in sich. Die gute Wertentwicklung ist Resultat eines Kurssprungs, den die Aktie Anfang Juni vollführte, als Daystar seinen ersten Verkaufsvertrag bekanntgab. Das ist das Problem nicht nur bei Daystar. Viele Solar-Unternehmen, besonders ausländischer Provenienz, befinden sich noch im Aufbaustadium.

          Das bedeutet, daß ihre Umsätze ausgesprochen volatil sind und sie noch längere Zeit Verluste schreiben werden. Beispiel Worldwater: Der amerikanische Hersteller von Solarwasserpumpen hat in den vergangenen viereinhalb Jahren einen kumulierten Umsatz von 8,3 Millionen Dollar verbucht - davon 3,4 Millionen im zweiten Quartal des vergangenen Jahres.

          Oder Evergreen Solar (ISIN: US30033R1086): dem amerikanischen Solarzellenhersteller ist es gelungen, in sechs Quartalen hintereinander den Umsatz zu steigern. Dennoch will der Verlust pro Aktie seit mittlerweile vier Quartalen nicht geringer werden.

          Deutsche Unternehmen sind die größten

          Wenn es daher um Solar-Aktien geht, so kommen eigentlich fast ausschließlich deutsche Unternehmen auf größere und stabilere Unternehmensumsätze. Auch sind sie in der Regel die einzigen, die in nennenswertem Umfang von Analysten beobachtet werden.

          Legt man die Prognosen der Analysten zugrunde, kommen die Unternehmen durchweg auf hohe Bewertungen mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) zwischen 25 und 50 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: der Modulhersteller Solar-Fabrik kommt auf ein KGV von stolzen 137.

          Am preiswertesten ist auf dieser Basis die thailändische Solartron-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr. Jedoch rechnen die Analysten für das kommende Jahr wieder mit geringeren Gewinnen und einem KGV von 25.

          Phönix Sonnenstrom ist günstig - vergleichsweise

          Vergleichsweise günstig bewertet sind mit KGVs von 17 bzw. 18 auch noch die Phönix Sonnenstrom und die Motech-Aktie. Letztere wird jedoch in Deutschland nicht gehandelt.

          Phönix Sonnenstrom gilt dagegen als einer der führenden deutschen Photovoltaik-Anbieter mit einem Marktanteil von sechs bis sieben Prozent und ist rein auf die Branche fokussiert. Die Analysten der Deutschen Bank rechnen bis 2007 mit einem durchschnittlichen Umsatz-Wachstum von 30 und einem Wachstum des Vorsteuerergebnisses von fast 50 Prozent. Auch andere Analysten teilen den Optimismus in ähnlicher Weise. Für 2006 rechnet die Citigroup mit einem KGV von 14,5.

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