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Solar-Aktien : Börsenneuling SMA enttäuscht

  • Aktualisiert am

Photovoltaikanlage auf dem SMA-Gelände Bild: dpa

Der Solartechnikhersteller SMA hat im ersten Jahr an der Börse ein Rekordjahr präsentiert - aber dennoch die Anleger enttäuscht. Der TecDax-Wert verliert deutlich. Die unklaren Aussichten für 2009 belasten auch andere Solar-Aktien.

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          Der Solartechnikhersteller SMA ist ein echter Börsenneuling, das Unternehmen aus der Nähe von Kassel ist im ersten Jahr im TecDax notiert. SMA stellt sogenannte Wechselrichter für Solaranlagen her und ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer. Die Bauteile entscheiden über den Wirkungsgrad der Solaranlagen und haben das Geschäft des Unternehmens in den vergangenen Jahren kräftig wachsen lassen.

          Nun hat SMA ein Rekordjahr präsentiert, der Gewinn im vergangenen Jahr hat sich mehr als verdreifacht. Doch die Anleger sind trotzdem enttäuscht - wegen der unklaren Aussichten für das laufende Jahr.

          Der enttäuschende Ausblick hat SMA Solar am Dienstag bis zu 4,7 Prozent ins Minus gedrückt. In den vergangenen Monaten hatte sich der Wert der Aktie bereits halbiert.

          Bild: F.A.Z.

          Auch andere Anbieter aus der Solarbranche verloren: Conergy waren mit einem Minus von mehr als 5 Prozent größter TecDax-Verlierer, Solarworld verloren knapp 2 Prozent.

          Ein Händler sagte: SMA habe sich „als erster aus der Deckung gewagt und gesagt, dass sie für das erste Quartal einen Umsatzrückgang von bis zu 35 Prozent erwarten“. Und: „Wenn man den Ausblick mal auf den Sektor umlegt, sind das keine guten Nachrichten.“ Zumal SMA Weltmarktführer bei den Photovoltaik-Wechselrichtern ist - und dies sind die zentralen Komponente jeder Solarstromanlage.

          Dabei waren die Zahlen, die SMA lieferte gar nicht übel: Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen seinen Gewinn mehr als verdreifacht. Der Überschuss stieg von 36,8 Millionen auf 119,5 Millionen Euro. Der Umsatz habe sich auf 681,6 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 167 Millionen Euro, das sind sieben Millionen Euro mehr als bei den vorläufigen Zahlen im Februar gemeldet.

          2007 hatte das Ebit nur 59 Millionen Euro betragen. Die Börse hatte jedoch offenbar mehr erwartet. Hinzu kommt: Im ersten Quartal ging der Umsatz um 30 bis 35 Prozent zurück, sagte Vorstandssprecher Günther Cramer am Dienstag in Frankfurt. Er rechne aber schon im zweiten Quartal wieder mit einer saisonalen Belebung. Für das Gesamtjahr wollte Cramer einen Umsatzrückgang nicht ausschließen. Hintergrund sei der allgemeine Marktrückgang.

          Immerhin: SMA hat nach eigenen Angaben den eigenen Weltmarktanteilvon 34 auf 38 Prozent steigern können. Während sich der Gesamtmarkt laut Bundesverband Solarwirtschaft verdoppelt habe, habe SMA sogar 130 Prozent mehr Wechselrichter absetzen können. Die Gesamtleistung der verkauften Wechselrichter habe 2,2 Gigawatt betragen nach 0,95 Gigawatt im Vorjahr. Dabei sei vor allem das Auslandsgeschäft gewachsen: Der Exportanteil von SMA wuchs nach eigenen Angaben von 29 auf 42 Prozent.

          Laut SMA waren zum Jahresende 34,7 Millionen Aktien im Umlauf. Damit habe das Ergebnis je Aktie bei 3,44 Euro gelegen. Im Vorjahr seien es noch 1,06 Euro gewesen. Für das abgelaufene Jahr werde der Vorstand eine Dividende von einem Euro je Aktie vorschlagen.

          Mit Blick auf die SMA-Aktie sagte ein Händler, dass er seine Umsatzerwartungen für 2009 senken müssen, damit sie in den Rahmen der Sektorbewertung passten. Allerdings sah auch er die Zahlen etwas über den vorläufigen Kennziffern und hob die führende Marktposition, die starke Bilanz und den fehlenden Refinanzierungsbedarf hervor.

          Cheuvreux beließ die Aktie in einer ersten Reaktion auf die Bilanzvorlage auf „Underperform“ mit dem Kursziel 25,00 Euro. Das endgültige Ergebnis habe die Vorabzahlen leicht übertroffen, schrieb Analyst Philipp Bumm. Die angekündigte Dividende von einem Euro je Aktie liege im Rahmen der Erwartungen. Auch Bumm wies aber darauf hin, dass der Solarkonzern sich nicht klar zu den Geschäftsaussichten geäußert habe.

          DZ-BANK-Analyst Sven Kürten sieht die endgültigen Zahlen „marginal besser“, der Ausblick sei indes „vorsichtig“. Dieser „unterlegt klar unsere Verkaufsempfehlung, die auf erwarteten rückläufigen Gewinnen für 2009 bei einer unseres Erachtens gleichzeitig hoher Bewertung der Aktie basiert“. Bei Vorlage der Eckdaten vor einem Monat hatte sich Vorstandschef Günther Cramer angesichts der Wirtschaftskrise vorsichtig geäußert und keine konkrete Prognose für 2009 gegeben. Auf einer Analystenkonferenz hatte das Unternehmen zuletzt aber einen schwachen Start ins Jahr angedeutet.

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