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Solar : Aktie von Reinecke + Pohl mit Vorsicht betrachten

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Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Aktie von Reinecke + Pohl Sun Energy in den vergangenen Monaten Bild:

Mit Kursgewinnen reagiert die Aktie von Reinecke + Pohl Sun Energy auf die Umsatz und Ertragszahlen des zweiten Quartals des Jahres 2005. Die Aktie scheint optisch günstig zu sein, es gibt jedoch gewisse Unsicherheiten.

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          Mit einem Kursgewinn von 3,92 Prozent auf 13,25 Euro reagiert die Aktie des Solaranlagenbauers Reinecke + Pohl Sun Energy auf die Umsatz und Ertragszahlen des zweiten Quartals des Jahres 2005.

          Danach hat das Unternehmen einen Umsatz von 11,3 Millionen Euro erzielt und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,1 Millionen Euro. Damit liege die Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr um 0,9 Millionen Euro über Plan, teilte das Hamburger Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluß mit. Das Zwischenergebnis sei von den operativ tätigen Tochtergesellschaften Reinecke + Pohl Solare Energien GmbH und der Nastro Umwelttechnik GmbH erwirtschaftet worden, die ab Anfang April beziehungsweise Ende Mai erstmalig konsolidiert worden seien

          Optimistische Umsatz- und Gewinnprognosen

          Für das Gesamtjahr bekräftigte die Gesellschaft ihre Planungen, die einen Umsatz von 46,5 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 3,7 Millionen Euro vorsehen. Im kommenden Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nach früheren Angaben einen Umsatz von 85 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von 7,6 Millionen Euro.

          Reinecke + Pohl plant und erstellt Solaranlagen und verkauft diese schlüsselfertig an institutionelle oder private Investoren. Wer auf die Entwicklung des Kurscharts blickt, könnte von einer überaus positiven operativen Entwicklung des Unternehmens ausgehen. Denn der Wert hat seit seinen Tiefs vor etwa zwei Jahren massiv zugelegt. Allerdings sollte man sich als Anleger in diesem Fall nicht täuschen lassen.

          Optisch günstige Bewertung wird relativiert

          Denn die Reinecke + Pohl Solare Energien GmbH war im Frühjahr in den Börsenmantel der BK Grundbesitz und Beteiligungs AG eingebracht worden, nachdem das Insolvenzverfahren der Münchener Beteiligungsgesellschaft Ende 2004 aufgehoben worden war. Das heißt, auf dieser Basis sollte die Aktie auch aus technischer Sicht beurteilt werden und da sieht die Entwickung bisher weniger beeindruckend aus. Seit Februar befindet sich das Papier mehr oder weniger in einer Seitwärtsbewegung.

          Die optimistischen Prognosen des Unternehmens würden der Aktie an sich eine gewisse Kursphantasie geben. Immerhin befindet sich die Branche seit ein paar Jahren in einem Boom. Allerdings ist er zum Teil auch politisch bedingt. Und die „politische Landschaft“ und damit auch die Subventionspolitik in diesem Bereich könnte sich unter Umständen deutlich ändern.

          Gleichzeitig hat das Unternehmen noch so gut wie keinen nachvollziehbaren operativen Track Record. Es ist kein Hersteller an sich, sondern tritt nur als Kozeptions- und Vermarktungsunternehmen auf. Damit dürfte die Unternehmensentwicklung unter Umständen relativ sprunghaft und wenig planbar werden.

          Auf dieser Basis scheint eine vorsichtige Betrachtung das Papiers ratsam zu sein, auch wenn es auf der Basis der Gewinnprognose für das kommende Jahr optisch außerordentlich günstig aussehen mag. Wer sich das Papier trotz aller Risiken ins Depot legt, sollte Absicherungsstragien nicht vergessen.

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