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Software : USU-Aktie kämpft mit dem Zwei-Jahres-Hoch

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Bild: FAZ.NET

Starke Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr legte der Spezialsoftware-Anbieter USU am Donnerstag vor. Die Prognosen lassen eine bessere Entwicklung erhoffen als bislang angenommen. Allerdings ist die charttechnische Situation weniger positiv.

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          Software-Aktien haben sich in den vergangenen Monaten schwer getan. Der 65 Aktien enthaltende Prime Software-Index hat in den vergangen 52 Wochen rund elf Prozent abgegeben. Auch die Aktie des Anbieters von Wissens- und IT-Management, USU, konnte in den vergangene zwölf Monaten nur sehr bedingt Freude bereiten.

          Nachdem die Notierung bis Ende Dezember in der Tendenz stagnierte, verzeichnete sie zwischen Dezember und Januar einen Kursschub, der sie von rund 3,60 Euro bis auf ein Jahreshoch von 4,76 Euro trieb. Dem folgte postwendend ein Einbruch auf 3,99 Euro, eine weitere Erholung auf 4,40 Euro eine weitere Korrektur und am Donnerstag wieder ein Kurssprung von 5,9 Prozent auf 4,65 Euro.

          Deutliche Gewinnsteigerungen

          Lassen sich die Auslöser der früheren Kursbewegungen nicht mehr im Nachhinein so recht nachvollziehen, so dürfte der Kursschub vom Donnerstag den guten vorläufigen Zahlen geschuldet sein, die das Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegte.

          Die USU Software AG steigerte demnach den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2006 im Vergleich zum Vorjahre um knapp 25 Prozent auf 25,9 Millionen Euro. Dabei erreichte die USU-Gruppe im Berichtszeitraum mit einem Jahresüberschuss von 2,1 Millionen Euro eine Steigerung der Profitabilität von 110 Prozent.

          Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um gut 130 Prozent auf 2,3 Millionen Euro zu. Das um die außerplanmäßigen Goodwill-Abschreibungen bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich signifikant auf 1,7 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr nur 300.000 Euro betragen hatte. Der Gewinn pro Aktie stieg von 0,12 Euro im Jahr 2005 auf 0,23 Euro im Berichtsjahr 2006.

          Prognosen deutlich übertroffen

          Damit setzte das Unternehmen den guten Trend der vergangenen Jahre und auch der ersten neun Monate auch im Schlussquartal fort, als das Unternehmen den Vorjahresgewinn bereits nach neun Monaten übertroffen hatte. Überhaupt scheint das vierte Quartal mit einem Umsatz von 8,5 Millionen Euro - errechnet auf Basis der Neun-Monats-Zahlen) und einem Überschuss von 1,1 Millionen Euro sehr stark gewesen zu sein.

          Die eigenen Prognosen wurden ebenso übertroffen wie die der Analysten, die von einem Ebitda von 1,9 Millionen Euro und einem Ebit von 1,15 Millionen bei einem Umsatz von 23,9 Millionen Euro ausgegangen waren. Lediglich die Dividendenprognose traf mit zehn Cent ins Schwarze. Es ist dies die erste Dividende, die USU auszahlt, sieht man von einer Sonderausschüttung im Jahr 2005 ab.

          Für das laufende Geschäftsjahr 2007 erwartet der Vorstand aus dem operativen Geschäft sowie durch positive steuerliche Effekte einen Jahresüberschuss von über 4,5 Millionen Euro. Dieser läge damit deutlich über den bislang von Analysten veranschlagten 29 Cent je Aktie.

          Positive Steuereffekte

          Am 12. Juli 2007 soll zudem der Hauptversammlung der USU Software AG ein Ergebnisabführungsvertrag mit der im November 2006 akquirierten LeuTek GmbH zur Abstimmung vorgelegt werden. In diesem Rahmen würde sich für das Jahr 2007 aus der notwendigen Aktivierung latenter Steuern inklusive damit verbundener Goodwill-Abschreibungen ein positiver Nachsteuereffekt von etwa 1,5 Millionen Euro ergeben.

          Im laufenden Geschäftsjahr soll dabei neben dem organischen Wachstum die LeuTek zu einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum beitragen. Dabei plant der Vorstand, den Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2007 auf 32 bis 33 Millionen Euro zu steigern und damit ein Konzern-Ebit vor außerplanmäßigen Goodwill-Abschreibungen von deutlich über drei Millionen Euro zu erwirtschaften.

          Währen das Umsatzziel damit deutlich über den von Analysten geschätzten 27,3 Millionen Euro liegt, fällt die Ebit-Steigerung doch deutlich schwächer aus, gehen die Experten doch derzeit von 3,25 Millionen Euro aus. Insofern wird sich die Rentabilität offenbar nicht in dem erwarteten Ausmaß verbessern.

          Vernünftige Bewertung

          Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2006 sowie Details zur Planung für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht die USU Software AG am 27. März 2007 im Rahmen der diesjährigen Bilanzpressekonferenz.

          Auch ohne den positiven Steuereffekt würde USU auf der Gewinnseite die Analystenprognosen noch übertreffen. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie würde in diesem Zuge mit 14,2 deutlich niedriger ausfallen als die bislang veranschlagten 16,2. Für 2008 gibt es keine Schätzungen.

          Die charttechnische Entwicklung der USU-Aktie ist indes weniger ermutigend. Notierte das Papier beim Börsengang im März 2000 noch bei rückgerechnet 224 Euro, waren am Ende des gleichen Jahres davon nur noch 15,60 Euro übrig.Auch danach ging es in vermindertem Tempo weiter abwärts. Ende 2004 gab es einen kurzen Aufschwung, getrieben von der bevorstehenden Sonderausschüttung, so dass der Kurs danach deutlich absackte.

          Charttechnische Situation nicht allzu günstig

          Seitdem hat sich der Kurs vor allem dank des Schubs vom Ende des vergangenen Jahres volatil nach oben entwickelt. Um aber die Aufwärtsbewegung fortsetzen zu können, müsste die Notierung das Januarhoch bei 4,76 Euro unbedingt übertreffen. Sollte sie daran scheitern, ist von einer Fortsetzung des volatilen Seitwärtstrends auszugehen.

          Sprechen also die fundamentalen Daten und die Dividendenrendite von doch immerhin 3,6 Prozent für die Aktie, so lässt das charttechnische Moment es geraten erscheinen, Vorsicht walten zu lassen. Bis die Notierung die Marke von 4,76 Euro deutlich überwunden hat, bietet sich nur der Aufbau kleinerer Positionen an.

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