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Software : SAP überrascht positiv, aber die Aktie fällt

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Der SAP-Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann Bild: REUTERS

Die Meinungen zur Aktie von SAP gehen unverändert weit auseinander. Die guten Umsatzzahlen interpretierten die Pessimisten als Verkaufssignal, die Optimisten bestätigten dagegen ihre Kaufempfehlungen. Die Aktie wankt hin und her.

          SAP wächst weiter solide, doch die Aktie wirkt angeschlagen. Daran änderte auch die jüngste Bilanz nichts. Der Softwarehersteller hat am Montagabend kurz vor Börsenschluss mit einem Umsatzsprung überrascht. Der Technologiekonzern IBM hat die Investoren am Montag zugleich mit einer starken Quartalsbilanz erfreut und den amerikanischen Börsen kräftig Auftrieb gegeben.

          Doch am Dienstag rutscht die Aktie wieder leicht ins Minus und verliert ein Prozent auf 33,35 Euro. SAP gab damit einen Teil der Montagsgewinne wieder ab und konnte nicht weiter von den positiven Quartalszahlen profitieren. Die Oracle-Titel stiegen dagegen im Nasdaq 100 noch aufgrund starker Zahlen des Wettbewerbers SAP und schlossen mit plus 4,45 Prozent auf 22,04 Dollar.

          Starke Gewinnmarge

          Die Gewinnmarge des deutschen Software-Spezialisten war im vierten Quartal stärker als erwartet gestiegen, während sich der Umsatz des Gesamtkonzerns in etwa wie vorhergesagt entwickelt hatte. „Es war viel Skepsis im Markt, die löst sich jetzt in Luft auf“, analysiert Branchenexperte Theo Kitz vom Bankhaus Merck Finck mit Blick auf SAP. Oliver Finger von der DZ Bank sagt: „Der wichtigste Impuls für die künftige Kursentwicklung wird nun die Prognose für 2008 sein, die SAP am 30. Januar veröffentlichen will.“

          SAP - mehr Licht oder mehr Schatten?

          Credit Suisse rät von der Aktie ab

          Die Analysten von Credit Suisse bestätigen allerdings ihre Einstufung: „Underperform“ mit einem Kursziel von 32 Euro. Den Analysten zufolge lagen die Ergebnisse von SAP sowohl für das vierte Quartal als auch für das Gesamtjahr 2007 insgesamt über ihren und den Erwartungen des Marktes. Ausnahmen seien die Gesamteinnahmen und der operative Ertrag, heißt es.

          Die Entwicklung der Margen bezeichnen die Experten als „enttäuschend“. Während der Umsatz im vierten Quartal überzeugt habe, seien die Erwartungen von SAP mit Blick auf 2008 doch sehr hoch. Auch die Prognosen des Marktes für das Gesamtjahr erscheinen den Analysten zu hoch angesetzt.

          Merrill Lynch setzt ein Kursziel von 57,50 Euro

          Merrill Lynch bestätigte dagegen die Aktie mit Buy. Ihr Kursziel lautet 57,50 Euro. Raimo Lenschow, Analyst bei Merrill Lynch (ML), weist mit Blick auf die Ergebnisse von SAP im vierten Quartal darauf hin, dass diese in allen Regionen stark ausgefallen seien. Bezüglich 2008 bleibe eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Technologie-Ausgaben der Unternehmen. Einstweilen deuteten Zahlen wie die von Oracle und Accenture im Dezember und von IBM am Montag allerdings nicht auf eine größere Abschwächung des Geschäfts hin, so der Experte.

          Morgan Stanley lobt die Wachstumsraten

          Morgan Stanley bestätigte die SAP-Aktie mit „Overweight“, das Kursziel lautet 42 Euro. Den Analysten von Morgan Stanley zufolge hat SAP bei den Lizenzen das beste Wachstum in einem vierten Quartal seit 2000 erzielt. Das Geschäft sei über alle Regionen hinweg sehr gut gelaufen, heißt es. Vor allem der asiatisch-pazifische Raum rage heraus. Nach Ansicht der Experten ist es SAP ebenso wie Oracle gelungen, noch verbliebenes Marktpotential zu erschließen. Dieser Trend dürfte sich auch bei einem schwächeren Markt fortsetzen.

          M.M. Warburg: Schwächere Marge wird durch höheren Umsatz kompensiert

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