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Software : Microsoft-Aktie freut sich über gute Quartalsbilanz

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Das Quartalsergebnis bei Microsoft ist blendend ausgefallen. Doch die relativ hohe Bewertung der Aktie bremst langfristig die Börsianer-Euphorie.

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          Beim Blick auf die neuesten Quartalszahlen von Microsoft reiben sich Beobachter verwundert die Augen. Suggerieren sie doch, dass alle Gewinnängste der Anleger unnötig waren. Denn das Zahlenwerk ist überraschend gut ausgefallen.

          Der Nettogewinn stellte sich bei 2,73 Milliarden Dollar nach 1,28 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal ein. Dadurch errechnet sich ein Gewinn je Aktie, der mit einer Analystenschätzung von 43 Cents kontrastiert.

          Auch der Umsatz ist mit 7,75 Milliarden Dollar nicht nur um 26 Prozent über dem Vorjahreswert ausgefallen, sondern er lag zudem ebenfalls deutlich über der Konsensschätzung der Analysten von 7,15 Milliarden Dollar. Zur Belohnung geht es nachbörslich mit dem Aktienkurs auch um rund fünf Prozent auf 53,33 Dollar nach oben.

          Neue Lizenzbedingungen helfen der Quartalsbilanz

          Bei aller Freude über das Zahlenwerk werfen die Ergebnisse aber auch Fragen auf. Schließlich lagen die Ist-Werte auch deutlich über den bisherigen Soll-Vorgaben des weltgrößten Softwarekonzerns. Beim Umsatz lag die Planvorgabe zwischen 7,0 und 7,1 Milliarden Dollar und beim Gewinn je Aktie zwischen 42 und 43 Cents.Diese Entwicklung lässt vermuten, dass das Ergebnis von außerordentlichen Faktoren begünstigt wurde. Bei Microsoft wirkten sich wahrscheinlich Veränderungen bei den Lizenzprogrammen positiv aus.

          Die Ende Juli ausgelaufenen Lizenzen wurde auch wegen veränderten Abrechnungsmodalitäten offenbar stärker in neuere Versionen umgewandelt als erwartet. Wem dem so war, steht aber zu befürchten, dass es sich nur um einen Einmaleffekt handelte. Unter dem Strich bleibt aber zu konstatieren, dass es Microsoft wieder einmal gelungen ist, auch in einem schwierigen Umfeld gut auszusehen.

          Bewertung dämpft die Fantasie

          Dieser lobenswerte Umstand darf aber nicht den Blick für den aus Anlegersicht wichtigsten Malus verstellen, der gegen die Aktie spricht. Und zwar handelt es sich dabei um die hohe Bewertung, die dem Titel noch immer zugebilligt wird. Zugegeben: Bei Microsoft handelt es sich um ein Qualitätsunternehmen allererster Güte und eine Barmittelquote von satten 40 Milliarden Dollar relativiert diesen Kritikpunkt auch wieder etwas. Aber ob sich deswegen ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 und ein Verhältnis von Marktkapitalisierung zum Umsatz von 8,9 rechtfertigen lassen, erscheint zumindest fraglich. Anleger sollten deshalb nicht darauf setzen, dass bei dem Titel demnächst die Bäume in den Himmel wachsen, sondern sich eher auf ein Kurstempo wie am Gesamtmarkt einstellen.

          Darauf deutet im übrigen auch die Prognose des Unternehmens für das zweite Quartal im Geschäftsjahr 2002/2003 hin. Da wird ein Gewinn je Aktie von 45 bis 46 Cents in Aussicht gestellt sowie ein Umsatz von 8,5 bis 8,6 Milliarden Dollar. Wenn es tatsächlich so kommt, würden damit die Analystenschätzungen von 8,4 Milliarden Dollar beim Umsatz zwar übertroffen werden. Aber beim Gewinn je Aktie bewegt sich die Gesellschaft mit ihrem Versprechen derzeit unter der von Analysten vorgegebenen Messlatte, die bei 50 Cents liegt. Rein charttechnisch gesehen zählen alle Bewertungsbedenken jedoch für den Fall nichts mehr, dass die Hürde von 56 Dollar überwunden wird. Denn dann hätte der Titel endlich den seit Ende 1999 gültigen Abwärtstrend hinter sich gelassen.

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