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Software : Infosys-Aktie kämpft mit Widerständen

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Mit Kursgewinnen reagiert die Infosys-Aktie auf die Umsatz- und Ertragszahlen des vergangenen Jahres. Bei beiden Kennziffern legt das Unternehmen zu. Für weitere Kursgewinne müßte es allerdings positiv überraschen.

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          Mit einem Kursgewinn von knapp sieben Prozent auf 5.490,2 indische Rupien reagiert die Aktie des Software- und Beratungsunternehmens Infosys auf die Umsatz- und Ertragsangaben für das am 31. März abgelaufene Fiskaljahr. Danach geht das Unternehmen davon aus, den Gewinn um 20 Prozent auf 224 Rupien je Aktie gesteigert und erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar erwirtschaftet zu haben. Auf dieser Basis möchte das Unternehmen eine Sonderdividende von 100 Rupien je Aktie ausschütten und drei Bonusaktien für jede Aktie ausgeben.

          Vom Markt wird die Entwicklung im vierten Quartal positiv zur Kenntnis genommen. Ein Plus von 30 Prozent dürfte dabei helfen, Bedenken zu zerstreuen, nach denen das Unternehmen, das etwa drei Viertel seiner Umsätze in Amerika generiert, unter zunehmendem Wettbewerbsdruck zu leiden hätte. Dabei konnte Infosys im vergangenen Jahr 120 neue Kunden gewinnen, da diese bestrebt sind, über „Outsourcing“ Kosten zu senken. Manche Analysten hatten eigentlich vom vierten Quartal noch mehr erwartet, andere gaben sich dagegen positiv überrascht.

          Umsatz- und Gewinnsteigerungen

          Fakt ist, daß das Unternehmen trotz aller Unkenrufe in der Lage ist, Umsatz und Ertrag mit deutlichen Wachstumsraten zu steigern. Für das erste Quartal des laufenden Jahres prognostiziert das Management im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 13,7 Milliarden Rupien und ein Gewinn von 50,4 Rupien je Aktie. Der Gewinn soll damit im Jahresvergleich um 20 Prozent zulegen.

          „Indische Softwareunternehmen liefern Qualitätsarbeit zu einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis. Aus diesem Grund werden sie sich auch weiterhin gut entwickeln,“ gab sich Sanjiv Duggal als Chief Investment Officer von HSBC Asset Management in Mumbai gegenüber Bloomberg optimistisch. Allerdings sind sie nicht nur mit harter Konkurrenz konfrontiert, sondern auch mit einer aufwertenden Währung. Dem versuchen die Unternehmen mit Kostenbewußtsein zu begegnen.

          Aber nicht nur: Infosys-Finanzchef Mohandas Pai sagte, im vergangenen Jahr habe das Unternehmen auf Grund der Währung schon 2,72 Milliarden Rupien an Umsatz verloren. Er geht davon aus, daß die Rupie weiter aufwerten wird. Aus diesem Grund ist er bemüht, die Umsätze „währungszusichern“. Aus regulatorischen Gründen wird das Unternehmen noch dabei behindert. Allerdings arbeitet man daran, wie die Konkurrenz die völlige Freiheit zu erhalten. Daneben möchte das Unternehmen im laufenden Fiskaljahr 7,5 Milliarden Rupien in neue Kapazitäten investieren, um die im vergangenen Quartal neu gewonnenen 31 neuen Kunden bedienen zu können.

          Starkes Wachstum - hohe Bewertung

          Die Ausgabe von Gratisaktien dient einerseits dazu, die Aktie ähnlich wie bei einem Split „preiswerter“ zu machen. Denn wenn sich das Unternehmenskapital plötzlich auf deutlich mehr Aktien verteilt, wird der Kurs entsprechend tiefer liegen. Manche Anleger scheinen diese „Kursverluste“ steuerlich geltend machen zu können und haben damit entsprechende Vorteile.

          Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 29 auf Basis des Gewinns im vergangenen Geschäftsjahr ist die Aktie zwar optisch nicht sonderlich günstig. Allerdings kann man das von einem Unternehmen, das noch deutlich wächst, auch nicht erwarten. Blickt man auf die Gewinnprognosen, so dürfte das KGV im laufenden Jahr auf 23 und im kommenden auf 19 fallen. Eine Dividendenrendite von 2,3 Prozent ist auch nicht ganz zu verachten. Allerdings wird sie nur auf Grund der Sonderausschüttung erreicht und liegt normalerweise deutlich darunter.

          Charttechnisch ist das Papier nach einer deutlichen Erholung vom Tief im vergangenen Jahr in eine Konsolidierungsbewegung übergegangen und kämpft noch mit einem aus dem Jahr 2000 stammenden Abwärtstrend. Erst wenn es gelingen sollte, in einem anhaltend positiven konjunkturellen Umfeld nach oben auszubrechen und die Marke von 6.000 Rupien zu überwinden, dürfte das Papier weiteres Potential haben.

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