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Software-Industrie : Übernahmephantasie treibt manche Softwareaktie

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Bild: FAZ.NET

Die Kurse der Aktien vieler kleinerer und mittlerer IT- und Softwareunternehmen sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Ihre Bewertungen sind vielfach ambitioniert. Manche bieten Anlegern jedoch Übernahmephantasien.

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          Die amerikanische Volkswirtschaft mag zwar nicht rund laufen. Die Anleger richten trozdem große Erwartungen in den Technologiesektor. Schließlich scheint er sich trotzdem dynamisch zu entwickeln.

          Das führt dazu, dass die Aktien einzelner Unternehmen aus diesem Bereich hervorragend nach oben laufen. Ihre Kursentwicklung wird neuerdings getrieben durch die Aussicht durch neues „Doping“ von Seiten der amerikanischen Zentralbank.

          Manche Techwerte sind bewertet wie in der Technologieblase

          Haben schon in den vergangenen Monaten die Anleihekäufe der Zentralbank Liquidität freigesetzt und zum Kursauftrieb an den Börsen beigetragen, so mag die Aussicht auf weitere Anleihekäufe kurzfristig den Risikoappetit der Anleger in diesem Bereich auf die Spitze getrieben haben. Darauf deutete die dynamische Kursentwicklung von Aktien mit hohem Beta hin. So sind zum Beispiel die Aktienkurse der Papiere von Apple, Amazon oder auch von Red Hat deutlich gestiegen, bevor es zuletzt zu leichten Kurskorrekturen kam.

          Dabei haben diese Papiere zum Teil Bewertungsniveaus erreicht, die zuletzt während der Technologieblase Ende der 90er-Jahre zu beobachten war. Das Kurs-Umsatzverhältnis bei Red Hat lag zuletzt bei 9,5. Ähnliches lässt sich auch im Softwarebereich beobachten. Dort sind konnten die Aktien von Unternehmen wie Autonomy, Informatica, der Software AG oder auch Misys in den vergangenen Wochen und Monaten starke Kursgewinne verzeichnen.

          Während die Papiere von Autonomy, der Software AG und Misys angesichts des erzielbaren Gewinnwachstums noch vernünftig bewertet sind, liegen die Bewertungskennziffern von Informatica auf einem ambitionierten Niveau. Die Kurs- Umsatz- und die Kurs-Buchwert-Verhältnisse liegen jeweils über sechs und die Kurs-Gewinnverhältnisse auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr bei 37 und 30. Der Kurs der Aktien hat alleine seit Anfang Juli um etwas mehr als 60 Prozent zugelegt auf zuletzt etwas mehr als 38 Dollar. Damit lag der Kurs praktisch auf Allzeithoch.

          Infomatica - ein „natürliches“ Übernahmeziel?

          Infomatica bietet ihren Kunden Dateninformationssoftware und die damit verbundenen Dienstleistungen an. Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren seine Erlöse und die Gewinne im Trend steigern. Mit einem Umsatz von 500 Millionen Dollar im vergangenen Jahr und mit erwarteten Erlösen von 626 Millionen Dollar ist es im intensiver Wettbewerb im Softwaregeschäft trotz einer inzwischen erreichten Marktkapitalisierung von 3,5 Milliarden so etwas wie ein natürliches Übernahmeziel für Wettbewerber wie Oracle, SAP oder neuerdings auch Hewlett-Packard (H&P) geworden.

          Immerhin deuten sowohl die zuletzt eingeschlagenen Strategien - Oracle ist mit der Übernahme von Sun ins lukrative Geschäft mit Servern vorgedrungen - als auch die Personalrochaden auf eine zunehmende Konvergenz zwischen Software- und Hardwareanbietern und den damit verbundenen Dienstleistungen bei zunehmender Konzentration hin. Längst werden sogar Argumente herumgereicht, wieso es für Oracle in ferner Zukunft sogar sinnvoll sein könnte, eine Übernahme von H&P anzustreben.

          Aus solchen Überlegungen können die Kurse solcher Papiere unter Umständen spekulativ noch weiter nach oben laufen. Da sich Kursgewinne aus der operativen Entwicklung längst nicht mehr ableiten lassen, nehmen die Risiken für Kurskorrekturen zu und legen Absicherungsstrategien nahe.

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