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Software : Bitter, bitterer - Software AG

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Hat Kursprobleme: Software AG-Chef Erwin Königs Bild: dpa-Bildfunk

Eine Gewinnwarnung zusammen mit dem kürzlichen Rücktritt des Finanzvorstands bringt die Aktie der Software AG zum Absturz.

          Nicht immer, wenn sich etwas im Vorstand einer Aktiengesellschaft tut ist das ein negatives Zeichen. Vorsicht dagegen ist angeraten, wenn der Finanzvorstand das Handtuch wirft. Denn der hat in der Regel den besten Überblick über die betriebswirtschaftichen Zahlen eines Unternehmens. Geht der überraschend und kommt das eng zusammen mit einer Gewinnwarnung - wie der vom Dienstag -, so deutet das auf „potenzielle Leichen im Keller“ hin.

          Genau so dürfte sich auch die Reaktion der Börse auf den Rückzug von Volker Dawedeit erklären lassen. Mit einem Tagesverlust von satten 35,38 Prozent auf ein Allzeittief von 19,91 Euro war die am Dienstag eindeutiger, als sie wahrscheinlich bei einer einmaligen, „normalen“ Gewinnwarnung gewesen wäre. Selbst wenn sich der Gewinn im ersten Quartal voraussichtlich knapp halbieren wird.

          Gewinnwarnung mit Vorgeschichte

          Die Warnung hatte allerdings schon eine Vorgeschichte. (siehe Link: Analysten wittern Probleme bei Software AG). Denn schon Anfang Februar war die Aktie massiv unter Druck geraten, nachdem Analysten die Prognosen des Managments angezweifelt hatten. Mit der Gewinnwarnung vom Dienstag zeigen sich die Zweifel nun berechtigt.

          Da dürften auch die Beteuerungen des Vorstands Erwin Königs wenig nützen, dass beide Ereignisse nichts miteinander zu tun haben. Denn das Misstrauen ist nun da. Vor dem Hintergrund der beinahe zeitgleichen Gewinnwarnung von Oracle dürfte beinahe klar werden, dass auch die Voraussagen für das Gesamtjahr auf ziemlich töneren Füßen ruhen.

          Günstige Bewertung könnte täuschen

          Die angekündigten Kosteneinsparungen mögen gut und recht sein, aber ob sie unbedingt an der Marketing-Front erfolgen müssen, wenn neue Produkte - Tamino und EntireX - in den Markt gebracht werden sollen, ist eine andere Frage. Längerfristig dürfte die weitere Entwicklung des Unternehmens und der Aktie von der Wirtschaftslage abhängen.

          Kurzfristig mag zwar die Bewertung mit einem KGV von unter zehn günstig erscheinen. Die Frage ist nur, ob sich die Kurse nach oben bewegen oder die Gewinne nach unten. Auf Grund der Wirtschaftslage sieht es eher nach Letzterem aus. Somit dürte der Kauf der Aktie eine spekulative Angelegenheit sein. Kurszfristig ist eine gewisse technische Erholung drin. Solange Gewinne erzielt werden, ist die Lage auf jeden Fall noch besser als bei vielen anderen Firmen.

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