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SMax : Sartorius muss sich noch beweisen

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Einen prüfenden Blick verdient auch Sartorius Bild: dpa

Sartorius hat ein recht ordentliches Jahresergebnis vorgelegt. Doch es eilt noch nicht mit einem Einstieg in den SMax-Wert.

          „Recht gut“, lautet das Urteil von Independent Research zu den Zahlen von Sartorius für 2001. Immerhin steigerte der Feinmechanik-Spezialist und Laborausrüster sein Ebit um 85 Prozent auf 13,7 (7,4) Millionen Euro. Die Vorzugsaktie reagiert am Dienstagmittag mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent auf 7,16 Euro.

          Der Umsatz des SMax-Unternehmens stieg um neun Prozent auf die neue Rekordmarke von 449,3 Millionen Euro, wobei das organische Wachstum acht Prozent betrug.

          Vorstand gewinnt Vertrauen zurück

          Damit hat das Management auch ein Stück Vertrauen zurückgewonnen, nachdem das Ergebnis für 2000 auf der Kostenseite stark enttäuscht hatte. „Was die Gewinnmarge angeht, war besonders das vierte Quartal sehr gut“, lobt Jens Jung von Independent Research, der die Aktie mit „Übergewichten“ einstuft.

          Der Analyst hebt hervor, dass ähnliche Kosten wie 2001, die wegen der Verlegung einer Produktionsstätte und dem Ausbau der Sparte Biotechnologie und Umwelttechnik anfielen, im laufenden Jahr nicht zu erwarten sind. Auch hätten die im Bestand gehaltenen eigenen Aktien auf das Ergebnis gedrückt. Daher erwartet er für 2002 ein Ergebnis von mindestens 0,51 Euro pro Aktie, nach etwa 0,31 Euro 2001, bei einem Wachstum von zehn Prozent.

          Aktie nicht besonders billig

          Damit ist die Aktie (gemeint ist die Vorzugsaktie, die liquidere Gattung bei Sartorius) allerdings kein unbedingtes Schnäppchen mehr. Die Gewinnerwartung von 51 Cents pro Aktie für 2002 ergibt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14.

          Die Fantasie bei Sartorius liegt vor allem in der genannten Biotechnologie-Sparte, wo das Unternehmen mittlerweile als Komplettausrüstungen für Labore anbietet. Analyst Jung erwartet in der Folge auch eine Ausweitung des Dienstleistungsgeschäfts. In dieser Sparte erwartet er eine zweistellige Gewinnmarge, die zusammengefasst mit der Sparte Mechatronic bis 2003 eine Konzernmarge von sieben Prozent erbringen soll.

          Doch mit einem Einstieg eilt es nicht: Der Chart vermag noch kein rechtes Vertrauen zu erwecken. Sollte die Aktie die Marke von sieben Euro nicht halten können, wäre ein weiteres Abtauchen zu befürchten. Investoren sollten daher abwarten, ob Sartorius auch im Jahresverlauf die Erwartungen erfüllen und damit seine Glaubwürdigkeit wieder nachhaltig zurückgewinnen kann.

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