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SMax : Böwe Systec glänzt im Stillen

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Kuvertiersysteme erleichtern die Postabwicklung Bild: Juergen Stein / STOCK4B

Seit Jahren steigt bei Böwe Systec Umsatz und Gewinn. Aber erst jetzt scheint die Börse die Aktie nach und nach wieder zu entdecken.

          Nebenwerte auf dem deutschen Kurszettel führen bekanntlich ein Schattendasein. Das bekommt auch Böwe Systec zu spüren. Dabei hätte der europäische Marktführer für Hochleistungskuviertiersysteme und die zugehörigen Dienstleistungen mehr Beachtung verdient. Denn fundamental betrachtet stimmt die Stoßrichtung.

          Wie das Augsburger Unternehmen am Dienstag veröffentlichte, stieg im Geschäftsjahr 2001 Umsatz und Ergebnis zum achten Mal in Folge. Der Umsatz kletterte von 217 auf 220,2 Millionen Euro und der Jahresüberschuss von 14 auf 15,3 Millionen Euro. Diese langfristig positive Gesamtbilanz dürfte die Scharte wettmachen, die sich Böwe Systec mit einer Gewinnwarnung Mitte 2001 geleistet hat.

          Hohe Dividende lockt

          Die Anleger scheinen jedenfalls gewillt zu sein, diesen Ausrutscher zu verzeihen. Seit dem Tief im September 2001 hat sich der Aktienkurs jedenfalls um 45 Prozent erholt. Damit ist der Weg bis zum Rekordhoch vom April 1998 bei 46,53 Euro zwar noch immer weit, aber immerhin stimmt jetzt die Stoßrichtung wieder.

          An der Vernachlässigung deutscher Nebenwerte wird sich zwar so schnell nichts ändern, aber trotzdem könnte es sein, dass der Wert seinen jüngsten Aufwärtstrend weiter fortsetzt. Dafür sprechen zumindest mehrere fundamentale Gründe. So dürfte bis zur Hauptversammlung am 17. Mai die überraschend hohe Dividendensteigerung von zuletzt einem Euro auf nunmehr 1,20 Euro plus 0,20 Euro Bonus wegen der zehnjährigen Börsennotierung den Titel stützen. Denn damit errechnet sich auf Nettobasis eine beachtliche Dividendenrendite von 5,9 Prozent.

          Moderates Bewertungsniveau

          Hinzu kommt die technologisch gute Positionierung, die dafür sorgen dürfte, dass Böwe Systec auch in Zukunft am unverändert wachsenden Postaufkommen und damit den guten Branchenaussichten für Kuvertiersysteme überdurchschnittlich partizipieren dürfte. Hartmut Höhn, Analyst bei der Berenberg Bank, reagiert schon jetzt positiv auf die neuesten Zahlen. Nachdem der Jahresüberschuss mit 15,3 Millionen Euro über den von ihm erwarteten 14,8 Millionen Euro liegt, wird er den Gewinn je Aktie für das Vorjahr vermutlich von 2,19 auf 2,27 Euro anpassen. Die Prognose für das Jahr 2002 wird demzufolge voraussichtlich von 2,30 auf 2,38 Euro steigen. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beläuft sich damit auf moderate zehn.

          Nicht überhöht erscheint auch das Verhältnis Umsatz zu Marktkapitalisierung. Für jeden erwirtschafteten Umsatzeuro müssen an der Börse derzeit nur 65 Cents gezahlt werden. Fundamental gesehen lässt dies für den Aktienkurs der zu 51 Prozent der Wanderer-Werke AG gehörenden Gesellschaft Spielraum nach oben. Der dürfte auch nicht durch die angekündigte Kündigung der SMax-Mitgliedschaft verbaut werden. Streng genommen lässt sich dadurch sogar Geld sparen, während sich die negativen Effekte für die Aktionäre in Grenzen halten sollten, da das Unternehmen trotzdem weiterhin Quartalszahlen veröffentlichen will.

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