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SMA Solar : Noch mehr Sonne im Tec-Dax

  • Aktualisiert am

Selbstverständlich hat SMA Solar auch Solarzellen auf seinen Gebäuden bei Kassel Bild: dpa

Ein weiteres Solarunternehmen wird aller Voraussicht nach in den Tec-Dax aufgenommen werden. Immerhin ist SMA Solar mit einem Börsenwert von 2 Milliarden Euro der schwerste Titel der Branche. Dabei strahlt die Aktie erst seit zehn Wochen über der deutschen Börse.

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          Ihren Spitznamen hatten die Verantwortlichen von SMA Solar Technology an der Börse schnell weg: Die „Sunny Boys“ werden sie genannt. So heißt schließlich auch die Produktlinie, die das Herzstück des Unternehmens bildet. „Sunny Boy“ ist ein Wechselrichter für Solaranlagen, die sich die SMA-Kunden beispielsweise auf ihr Haus bauen. Wechselrichter sorgen dafür, dass sich die Kraft der Sonne als Strom ins Netz einspeisen lässt.

          Seit Ende Juni strahlt das Unternehmen am deutschen Aktienmarkt - und zwar so stark, dass die Deutsche Börse den Titel aller Wahrscheinlichkeit nach noch am heutigen Mittwochabend über eine „Fast-Entry-Regel“ in den Tec-Dax aufnehmen wird. Vom 22. September an wird SMA Solar dann tatsächlich im Technologie-Index gehandelt und macht diesen noch ein bisschen mehr zu einem Solar-Index. Dann nämlich wäre etwa jeder dritte Wert der insgesamt 30 Titel des Tec-Dax in der Solarbranche tätig.

          Größeres Interesse von Analysten und Fondsmanagern

          Der Aufstieg in den Tec-Dax kann auch den SMA-Kurs weiter in die Höhe gehen lassen, wenn Fondsmanager und andere institutionelle Anleger anfangen, sich für den Titel verstärkt zu interessieren. Auf jeden Fall dürfte die Aktie davon profitieren, dass sich dann auch mehr Aktienanalysten mit dem Titel beschäftigen werden.

          Bild: F.A.Z.

          SMA Solar ist in Deutschland einer der wenigen Börsengänge der vergangenen Jahre, die geglückt sind. Zum Preis von 47 Euro wurde der Titel ausgegeben; die erste Notiz lag bei 48 Euro. Aktuell wird die Aktie zu 60 Euro gehandelt - ein Plus von 25 Prozent in rund zehn Wochen.

          Dabei war der Erfolg nicht selbstverständlich. Immerhin ist mit der Aktie ein Schwergewicht der Solarbranche an den Markt gekommen, das schon auf eine Marktkapitalisierung von 2,08 Milliarden Euro kommt. Damit hat sich der Wert vor den bisher schwersten deutschen Titel geschoben, der im Bereich Erneuerbare Energie engagiert ist: Repower Systems wird an der Börse mit 2,02 Milliarden Euro bewertet.

          Citigroup und Deutsche Bank als Begleiter

          Es ist ohnehin fraglich, wie lange die Repower-Aktien überhaupt noch an der Börse gehandelt werden. Der Hamburger Hersteller von Windanlagen gehört mittlerweile zu 67 Prozent der indischen Suzlon-Gruppe. Am Montag hatte diese bekanntgegeben, weitere 22,5 Prozent übernommen zu haben. Nun kursieren an der Börse immer wieder Gerüchte um einen Ausschluss der übrigen Repower-Aktionäre.

          Bei dem Platzierungserfolg dürfte auch geholfen haben, dass die Citigroup und die Deutsche Bank das Unternehmen bei seinem Börsengang begleitet haben. Deren Interesse überraschte nicht: Schließlich ist SMA Solar an der Börse etwa vier Mal so groß wie der bisher schwerste Solarwert, Solon, der auf eine Marktkapitalisierung von 564 Millionen Euro kommt. Conergy und Phoenix Solar kommen auf einen Börsenwert von jeweils knapp 350 Millionen Euro.

          SMA Solar deckt zwar nur einen Teil der Wertschöpfungskette in der Solarbranche ab. Aber dieser Teil brachte dem Unternehmen aus Niestetal bei Kassel einen Umsatz von rund 293 Millionen Euro und einen Konzernüberschuss von 48 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 ein. Mehr als 2200 Beschäftigte zählt das Unternehmen.

          Moderate Bewertung

          Trotz des rasanten Kursanstiegs ist die SMA-Aktie noch moderat bewertet. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6,5 liegt die Bewertung deutlich unter der von Solon, die auf ein KGV von 14,7 kommt, und der von Phoenix Solar, die mit dem 21,5-fachen Gewinn je Aktie bewertet wird.

          Auch die Einschätzungen der Analysten fallen eher positiv aus: Dass die Citigroup, die SMA an die Börse begleitet hatte, den Titel zum Kauf empfiehlt mit einem Kursziel von 70,50 Euro, mag noch nicht überraschen. Die Landesbank Baden-Württemberg vergab nach den Halbjahreszahlen das Anlageurteil „Halten“ und setzte das Kursziel auf 64 Euro. Allerdings ist die aktuelle Notierung von 60 Euro schon über das Kursziel von 57 Euro hinausgegangen, die sich die Commerzbank gesetzt hatte. Die Deutsche Bank hält eine Bewertung von 60 Euro für angemessen.

          Anleger, die sich in der Aktie engagieren wollen, sollten auch bedenken, dass die vier Gründungsaktionäre bisher nur 25,7 Prozent des Grundkapitals von 34,7 Millionen Euro an der Börse handeln lassen. Längerfristig könnte von dieser Seite Druck auf den Aktienkurs kommen, wenn die Gründer ihre Beteiligung weiter reduzieren sollten.

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