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SLM Solutions : Neue Aktien vom 3D-Drucker

  • -Aktualisiert am

Geht die Börsengangs-Flaute in Frankfurt endlich zu Ende? Bild: dpa

Steht der erste Börsengang in Frankfurt in diesem Jahr unmittelbar bevor? Der 3D-Druckerhersteller SLM Solutions aus Lübeck hat einen ambitionierten Plan.

          Mit der Flaute der deutschen Börsengänge könnte es bald vorbei sein. Der noch kleine, aber stark wachsende Hersteller von 3D-Druckern, SLM Solutions, hat seine Börsenpläne am Freitag konkretisiert. Der ungleich größere Hersteller von Gasfedern Stabilus hat seine Emissionspläne erstmals angekündigt. Und in der Finanzwelt werden immer neue Börsenaspiranten genannt, zuletzt etwa der Dachziegelhersteller Monier.

          Den Ruhm des ersten echten Börsengangs im Jahr will SLM Solutions einstreichen. Die Zeichnungsfrist soll schon am kommenden Montag beginnen und bis zum 8. Mai dauern. Erster Handelstag soll der 9. Mai sein. Das Unternehmen ist mit einem Umsatz von knapp 22 Millionen Euro im vergangenen Jahr zwar klein. Weil 3D-Druck aber eines der wachstumsstärksten Industriefelder überhaupt ist, sind die Börsenpläne der Lübecker ambitioniert: Knapp 9,9 Millionen Aktien werden in einer Spanne von 18 bis 23 Euro angeboten. Hinzu kommt eine Mehrzuteilungsoption von 1,35 Millionen Aktien.

          Im besten Fall würde SLM so mit stolzen knapp 400 Millionen Euro bewertet. Finanzvorstand Uwe Bögershausen strebt einen sogenannten Streubesitz von mehr als 60 Prozent an. „Wir sind ein Aspirant für den Tec-Dax“, sagt er. Die beiden Unternehmensgründer Hans-Joachim Ihde und Henner Schöneborn wollen zusammen mit mehr als 25 Prozent beteiligt bleiben.

          Neue Schwelle für den 3D-Druck

          Vom Emissionserlös, der knapp 240 Millionen Euro erreichen könnte, sollen 75 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung stammen. SLM wolle damit sein Verkaufs- und Servicenetzwerk in Nordamerika und Asien erweitern, das Metallpulver-Geschäft ausbauen und neue Produkte entwickeln, sagt der Vorstandsvorsitzende Markus Rechlin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          3D-Druck trete jetzt über die Schwelle, wo viele Industriekunden das Verfahren regelmäßig nutzen. Damit erhalte die Technik eine ganz andere Bedeutung im Produktionsprozess. SLM Solutions sieht sich als technologisch führend und will das hohe Wachstumstempo beibehalten. Für dieses Jahr rechnen Analysten mit einem stark steigenden Erlös auf knapp 40 Millionen Euro.

          In einer anderem Umsatzliga spielt mit Erlösen von rund 460 Millionen Euro (2012/13) der Koblenzer Traditionskonzern Stabilus, der vor vier Jahren in einer schweren Schuldenkrise steckte und den nun sein Eigentümer, der Finanzinvestor Triton, an die Frankfurter Börse bringen will. Stabilus stellt Gasfedern etwa für Autoheckklappen oder für Bürostühle her und sieht sich hier als Weltmarktführer. Immer wichtiger für den Umsatz sollen künftig elektronische Hebe- und Senksysteme werden, mit denen sich zum Beispiel Heckklappen per Knopfdruck bedienen lassen.

          Auch beim Börsengang von Stabilus sollen nicht nur die Alteigentümer Kasse machen. Zudem ist eine Kapitalerhöhung von 65 Millionen Euro geplant. Damit soll die Verschuldung von derzeit 315 Millionen Euro verringert werden, hieß es. Seit dem Einstieg von Triton sei Stabilus ein anderes Unternehmen geworden, betont Vorstandschef Dietmar Siemssen. Die globale Präsenz sei heute größer, und auch die Investitionen seien umfangreicher geworden. Für dieses Jahr erwarten Marktbeobachter einen Stabilus-Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro.

          Am kommenden Montag will auch die österreichische Immofinanz Aktien ihrer Tochtergesellschaft Buwog erstmals notieren lassen. Dabei handelt es sich aber um eine Abspaltung und damit nicht um einen echten Börsengang.

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