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Sicherheitstechnik : Primion-Aktie kämpft sich nach oben

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET

Kein gutes Jahr hatte die Aktie des Sicherheitstechnik-Anbieters Primion Technology hinter sich gebracht. Das Papier erscheint indes vernünftig bewertet und bietet eine hohe Dividendenrendite. Die Charttechnik stellt jedoch ein Hindernis dar.

          Die Aktie des Sicherheitstechnik-Spezialisten Primion Technology, die im Februar als erste neue Aktie des Jahres in den Prime Standard aufgenommen wurde, hat den Anlegern bislang nur wenig Freude bereitet.

          Schon beim Börsengang gab es etwas Skepsis hinsichtlich der Bewertung. „Kein Fingerspitzengefühl beim Plazierungspreis“, sagten Händler damals. In der Folge konnte sich die Notiz nur kurze Zeit in der Nähe des Ausgabepreises halten. Einen Monat nach Börsengang begann der Kursrutsch, als der Zeitraum endete, für den sich die Konsortialbank Equinet zu Kursstabilisierungsmaßnahmen verpflichtet hatte.

          Nach Kursrutsch wieder gefangen

          Bis Ende Mai fiel die Notiz unter elf Euro, bevor sie nach Vorlage der Halbjahresergebnisse innerhalb von nur zwei Handelstagen um 25 Prozent auf acht Euro absackte. Die Anleger reagierten damit vor allem auf die Tatsache, dass die Gesamtleistung im zweiten Quartal aufgrund der „allgemeinen Trägheit in der IT-Branche“ und weil sich ein Großprojekt verzögerte, deutlich gegenüber dem ersten zurückblieb.

          Erst Anfang Juli fand der Kursrutsch bei 7,01 Euro ein Ende. Nach einer Zwischenerholung aufgrund eines Gewinnsprungs in den ersten neuen Monaten sackte der Kurs aber im November erneut ab, konnte sich mittlerweile jedoch wieder fangen. Am Dienstag legt die Notiz um immerhin 4,5 Prozent auf 8,80 Euro zu und bestätigt damit die Kursgewinne der vergangenen Tage.

          Hintergrund sind die am Dienstag veröffentlichten vorläufigen Ergebnisse für das im September zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2005/2006. Demnach hat der Sicherheitstechnik-Anbieter von Zukäufen profitiert und das Ergebnis deutlich gesteigert.

          Jahresergebnisse leicht über Prognosen

          Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 4,5 Millionen Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beläuft sich auf 6,9 Millionen Euro und liegt damit rund 90 Prozent über dem Vorjahreswert von 3,6 Millionen. Die Gesamtleistung kletterte um 74 Prozent auf knapp 37 Millionen Euro.

          Das Unternehmen aus Stetten am kalten Markt in Baden-Württemberg hat im Jahr 2005 zwei seiner Wettbewerber im Bereich Zeiterfassung und Zutrittskontrolle übernommen. Bei beiden Firmen setze Primion nun seine eigene Hardware ein. „Wir können damit deutlich größere Stückzahlen und somit noch profitabler produzieren“, sagte Firmenchef Heinz Roth.

          Damit konnte das Unternehmen die Analystenprognosen besonders beim Ebit leicht übertreffen. Hier waren die Experten von 4,25 Millionen Euro ausgegangen. Damit könnte auch das Ergebnis je Aktie etwas besser ausgefallen sein, wodurch sich ein gegenüber den bei Börsengang für das Geschäftsjahr 2004/2005 vorgelegten Pro-forma-Zahlen in etwa unveränderter Gewinn und eine Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 20 ergäbe, wie von FAZ.NET anlässlich des Börsengangs prognostiziert.

          Schwierige charttechnische Lage

          Folgt man indes den Prognosen für 2006/2007 relativiert sich die hohe Bewertung. Für das kommende Geschäftsjahr rechnen die Analysten mit einem starken Anstieg von Gewinn und Umsatz und einem Absinken des KGVs auf etwas über 12. Im darauf folgenden Geschäftsjahr soll sich die Expansion wieder etwas beruhigen. Angesichts dieser Bewertung nimmt sich die Primion-Aktie recht interessant aus, was durch eine erwartetet Dividendenrendite von 4,55 Prozent unterstützt wird.

          Allerdings ist die charttechnische Lage trotz der deutlichen Erholung nicht günstig. Um ein deutliches Aufwärtssignal zu setzen, müsste die Notierung die Widerstandslinie bei 9,30 Euro durchbrechen. Danach wäre erst einmal Luft bis etwa 11,50 Euro, was auch von der Bewertung zu vertreten wäre. Gelingt der Durchbruch jedoch nicht, könnte es bei einer weiteren Zwischenerholung bleiben, deren Niveau dann unter dem der vorangegangenen läge. Dies wäre kein positives Signal.

          Insofern erscheint es ratsam, die Notierung zu beobachten und einen Anstieg über 9,30 Euro zu vorsichtigen Käufen zu nutzen, wobei dann immer noch das Zwischenhoch vom 9,62 Euro im September zu überwinden ist. Spätestens dann aber würde sich ein Kauf anbieten.

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