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Serie : Zwei Pharmawerte auf Wachstumskurs: Stada und Altana

  • Aktualisiert am

Altana überzeugt mit zweistelligen Wachstumsraten Bild: dpa

Mit Stada und Altana empfiehlt Hans-Peter Ewert von der Research-Abteilung der SEB zwei Unternehmen aus der Pharmabranche zum Kauf.

          2 Min.

          Bei dem Kreditinstitut SEB stehen aktuell zwei Aktien aus dem Pharmasektor ganz oben auf der Empfehlungsliste: Der Generika-Anbieter Stada Arzneimittel und der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana. Beide glänzen mit zweistelligen Zuwachsraten, die auch in Zukunft eingehalten werden sollen.

          „Stada ist der einzige in Europa notierte reine Generikawert und wird das hohe Wachstum der Vergangenheit uneingeschränkt fortsetzen können“, so Hans-Peter Ewert von der Research-Abteilung der SEB. Der Generikamarkt wächst mit einem Plus von 13 Prozent wesentlich stärker als der eigentliche Pharmamarkt, der „nur“ einen Zuwachs von neun Prozent erreicht.

          Generika werden von dem zunehmenden Kostendruck stark profitieren

          Durch die in den vergangenen Jahren vorangetriebene starke Internationalisierung des Vertriebs befindet sich Stada in einer sehr guten Ausgangsposition, um das vorhandene Potenzial in Zukunft auch verstärkt im Ausland nutzen zu können. In Deutschland ist Stada bereits Marktführer, hohe Wachstumsraten dürften allerdings auch hierzulande weiterhin erreicht werden, ist sich Ewert sicher.

          Da in den nächsten Jahren viele große Originalpräparate ihren Patentschutz verlieren, besteht für Generika ein riesiges Potenzial auf dem Pharmamarkt. „Stada wird davon in besonderer Weise profitieren“, so der SEB-Analyst. Durch eine breite Aufstellung besteht zudem wenig Abhängigkeit von einzelnen Präparaten. Vielmehr sollte es Stada gelingen, von den verschiedenen Trends zu profitieren. Daneben kommt einer strukturellen Komponente entscheidende Bedeutung zu: Der prozentuale Anteil von Generika am Pharmamarkt sollte aufgrund des Kostendrucks im Gesundheitswesen weiter stark zunehmen und teurere Originale mehr und mehr ersetzen können.

          Gewinnschätzungen sogar noch zu vorsichtig

          Ewert geht für dieses Jahr von einem Gewinn je Aktie von 1,75 Euro aus. Das entspricht bei einem aktuellen Kurs von 40,70 Euro einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 23,3. Gerade aber für dieses Jahr besteht für ihn bei der Gewinnschätzung noch „Luft nach oben“. Für 2003 rechnet er mit einem Gewinn je Aktie von 2,15 Euro, was einem KGV von 18,9 entspricht. Das sei eine für Pharmawerte durchaus angemessene Bewertung. Ewert setzt die Aktie auf „strong buy“ und nennt ein Kursziel von 50 Euro.

          Altana mit dem siebten Rekordjahr in Folge

          Altana weise eine ebenso erfreuliche Entwicklung auf - und 2002 mit hoher Wahrscheinlichkeit das siebte Rekordjahr in Folge. Daneben profitiert der Titel von der Aufnahme in Dax, wobei dies schon zu einem großen Teil in den Kursen enthalten sein dürfte.

          Mit einem Umsatzanteil von 60 Prozent ist das Medikament Pantoprazol der mit weitem Abstand wichtigste Gewinnbringer. Insbesondere in Amerika stehen riesige Zuwachsraten zu Buche. Aufgrund dessen hob Altana für 2003 die Prognose des Pantoprazol-Gesamtumsatzes auf 1,9 Milliarden Euro (nach erwarteten 1,3 Milliarden Euro in diesem Jahr) an. Die Patentsituation stellt sich zudem günstig dar: In Amerika ist dieses bis mindestens 2005 gesichert. Daneben weist Ewert auf die interessante Medikamentenpipeline des Konzerns hin. Obenan stehen dabei zwei Produkte für den Bereich Atemwege, die ebenfalls Blockbuster-Format erreichen dürften.

          Altana muss auch einen Vergleich seiner Spezialchemiesparte nicht fürchten

          Der Spezialchemiesektor, der in etwa ein Drittel des Konzernumsatzes ausmacht, leidet momentan unter der gedämpften Konjunktur. Allerdings erwartet Ewert hier eine Besserung, von der Altana überproportional profitieren wird. „Verglichen mit anderen Unternehmen, steht der Chemiebereich von Altana sehr gut da. Und auch die Margenentwicklung ist erfreulich.“

          Seine Gewinnschätzungen liegen für dieses Jahr bei 2,40 Euro, was bei einem aktuellen Kurs von 48,22 Euro ein KGV von 20,1 ergibt. Für 2003 wird bei der SEB mit einem Gewinn je Aktie von 2,85 Euro gerechnet. Das KGV würde dann bei 17,1 liegen. Ewert rechnet auch in Zukunft mit zweistelligen Wachstumsraten und empfiehlt die Aktie zum Kauf.

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