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SDax : Trend der Zapf-Aktie läßt auch "Baby born" weinen

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Verdient weniger als erhofft mit Puppen: Zapf Bild: dpa/dpaweb

Die Produktion in Billiglohnländern ist kein Allheilmittel gegen sinkende Erträge, wenn der Absatz lahmt. Das bekommt der Puppenhersteller Zapf Creation zu spüren. Und der Trend bei der Zapf-Aktie sieht entsprechend traurig aus.

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          Mit Kursverlusten von bis zu 5,8 Prozent zählt die Aktie von Zapf Creation zu den Tageverlierern im Kleinwertesegment SDax. Der Grund: Der fränkische Puppenhersteller hat wegen eines weiterhin schwachen Geschäfts in Zentraleuropa seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2004 gesenkt. Schon im vergangenen Jahr hatten die Franken mehrfach ihre Prognosen gesenkt und vor allem wegen eines schwachen Amerika-Geschäfts einen Ergebnis-Einbruch verbucht.

          Gegen 14.20 Uhr notiert die Aktie mit einem Abschlag von gut 2,1 Prozent mit 14,10 Euro. Und bewegt sich damit auf einem neuen Mehrjahrestief; der bisher niedrigste Wert auf Schlußkursbasis beträgt 14,45 Euro, markiert zu Wochenbeginn. Der Titel ist günstig bewertet, aber aufgrund des schwachen Geschäftsverlaufs und des Abwärtstrends unattraktiv.

          Periodenüberschuß gegenüber Vorjahr um 45 Prozent gesunken

          Am Beispiel Zapf Creation zeigt sich: Die Produktion in Billiglohnländern - Zapf läßt wie andere Branchenvertreter seit Anfang der achtziger Jahren auch und gerade in China herstellen - ist kein Allheilmittel gegen sinkende Erträge, wenn der Konsum im wichtigen Absatzland Deutschland lahmt, weil hierzulande Kaufzurückhaltung herrscht. In den ersten neun Monaten des Jahres ist der Umsatz um 17 Prozent auf 115,1 Millionen Euro zurückgegangen. Das operative Ergebnis (Ebit) lag mit 12,2 Millionen Euro um 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Überschuß sank um 45 Prozent auf 7,2 Millionen Euro.

          Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Zapf Creation.
          Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Zapf Creation. :

          Nach einem enttäuschenden Auftaktquartal hatte sich der Hersteller sogenannter Funktionspuppen wie „Baby born“, die laufen, sprechen oder weinen können, nach dem zweiten Quartal wieder zuversichtlich gezeigt, seine Ziele von 190 Millionen Euro Umsatz nach 201,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr und einem mit 24 Millionen Euro nach 23,4 Millionen Euro praktisch stagnierenden operativen Ergebnis für das Gesamtjahr erreichen zu können. Nur: „Obwohl es nach Ablauf des zweiten Quartals den Anschein hatte, daß sich die Geschäftsentwicklung stabilisieren würde, blieb das dritte Quartal hinter den Erwartungen zurück“, teilte Zapf mit.

          Die Folge der Geschäftsmisere: Auf Basis der aktuellen Umsätze und der Auftragsbestände per Oktober könne die Umsatzprognose von 190 Millionen Euro für dieses Jahr nicht mehr erreicht werden, teilte die im SDax gelistete Zapf am Dienstag mit. „Insbesondere in der operativen Geschäftseinheit Central Europe mit dem wichtigen deutschen Markt zeigt sich der Handel kurz vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft unverändert zurückhaltend in seinem Orderverhalten“, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens.

          Niedrige Bewertung kein Trost

          Angesichts dieser Geschäftsentwicklung ist - auch wenn sich die Ertragslage zu stabilisieren scheint - die mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 8,0 für dieses Jahr und 7,5 für 2005 niedrige Bewertung der Aktie des MDax-Absteigers kein Trost. Denn der Titel hat binnen Jahresfrist rund 58 Prozent und allein binnen Wochenfrist etwa elf Prozent verloren, während der SDax in den vergangenen zwölf Monaten um 16 Prozent zugelegt hat und eine angenehm schwarze Wochenbilanz aufweist.

          Und der Trend zeigt abwärts. Zudem entbehrt die Aktie nun jeglicher technischer Unterstützung, da sie niemals niedriger notiert hat. Angesichts dessen sollten Anleger, die das Papier nicht besitzen, die Finger davon lassen. Derzeit ist nicht ersichtlich, warum mit dieser Aktie mittelfristig Geld zu verdienen sein sollte. Die Hypo-Vereinsbank hat den Titel nach den Geschäftszahlen von „neutral“ auf „sell“ abgestuft.

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