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SDax : Bewertungslücke der DBAG-Aktie verkleinert

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Der Chart zeigt den Kursverlauf der Deutsche Beteiligungs AG Bild:

Binnen Jahresfrist ist die Aktie der Deutsche Beteiligungs AG um fast 40 Prozent gestiegen. Die ehedem klaffende Bewertungslücke ist im Zuge dessen deutlich kleiner geworden. Gleichwohl ist der Titel weiter nicht teuer.

          Die „DBAG-Aktie dürfte wieder näher an den fairen Wert rücken“, titelte FAZ.NET vor zehn Monaten. Zu recht: Seinerzeit kostete der Titel etwas mehr als neun Euro, während der Nettoinventarwert der Deutschen Beteiligungs AG, die sich hinter dem Kürzel verbirgt, nach Angaben des Unternehmens etwa 13 Euro betrug. Zur Wochenmitte notiert die Aktie vor Handelsbeginn mit 13,90 Euro - und der sogenannte Net Asset Value stand Ende Juli lediglich 71 Cent höher. Insofern hat die DBAG-Aktie die Bewertungslücke zu einem Großteil geschlossen.

          Dennoch ist der Titel alles andere als teuer. Gemessen an den Ergebnisschätzungen der Analysten kommt die DBAG auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7,1 für das laufende Jahr. Mithin ist die Aktie nicht nur erheblich günstiger als der SDax, in dem sie gelistet ist. Das KGV ist deutlich niedriger als bei anderen Holdings wie Arques oder Gesco, deren Aktien auch sehr gut gelaufen sind. Die Dividendenrendite von 2,3 Prozent ist ein nettes Zubrot. Und die charttechnische Lage mutet spannend an.

          Am Mittwoch könnte es mit der seit fünf Wochen seitwärts laufenden Notiz wieder aufwärts gehen. Denn das Unternehmen hat einen Gewinnsprung verzeichnet. Der Vorstand gibt sich optimistisch. Eine genaue Prognose nennt er aber nicht. Vorbörslich legt der Titel beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz um 1,1 Prozent zu und wird zu 13,94/14,14 Euro gestellt.

          Nach neun Monaten doppelt soviel verdient wie 2004

          Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) hat in den ersten neun Monaten ihres Geschäftsjahres 2004/05 dank Wertsteigerungen im Firmenportfolio sowie einer günstigen Entwicklung des Dollarkurses den Gewinn mehr als verfünffacht. Von November bis Juli verfünffachte sich der Konzernüberschuß auf 40,2 Millionen Euro von 7,3 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Damit kommt die DBAG schon nach neun Monaten auf mehr als den doppelten Gewinn des Jahres 2003/04 von 18,2 Millionen Euro. Für den Rest des am 31. Oktober endenden Geschäftsjahres gab sich die Gesellschaft am Mittwoch zuversichtlich.

          „Angesichts der Wertsteigerungsperspektiven unseres Portfolios erwarten wir aus heutiger Sicht, daß die Deutsche Beteiligungs AG das Geschäftsjahr 2004/05 mit einem noch einmal verbesserten Ergebnis abschließen wird“, erklärte DBAG-Chef Wilken von Hodenberg laut Reuters. Ende Juni hatte von Hodenberg erklärt, er gehe davon aus, nahe an die Zielrendite von 15 Prozent auf das Eigenkapital heranzukommen.

          Auch mit dem Marktumfeld ist die DBAG zufrieden: „Wir können unser Private-Equity-Geschäft zu nach wie vor guten Bedingungen betreiben.“ Die Gesellschaft erwarte, daß es 2005 im Segment größerer mittelständischer Unternehmen mindestens so viele Transaktionen wie im Vorjahr geben werde.

          Nettoinventarwert weiter gesteigert

          Der Net Asset Value, auch Nettoinventarwert genannt, setzt den Wert der Tochterfirmen ins Verhältnis zu den ausgegebenen Anteilsscheinen und gilt in der Beteiligungsbranche als zentrale Kennzahl. Er erhöhte sich einschließlich der im März gezahlten Dividende zum 31. Juli auf 14,61 Euro je Aktie nach 12,57 Euro am 1. November. Das entspricht einem Wertzuwachs von 19 Prozent verglichen mit 4,2 Prozent in den ersten drei Quartalen 2003/04.

          Wegen eines Liquiditätspolsters von mehr als 30 Millionen Euro hatte die DBAG im Juli im Zuge eines Rückkaufprogramms 9,8 Prozent des Grundkapitals zurückerworben und dafür 22,9 Millionen Euro ausgegeben - ohne aber den Kurs dadurch erheblich nach oben zu treiben. Die gut 1,8 Millionen Anteilsscheine wurden laut Reuters komplett eingezogen, so daß sich das Ergebnis je Aktie automatisch erhöht, denn der Gewinn verteilt sich damit auf eine geringere Zahl von Anteilsscheinen.

          Noch fünf Prozent bis zum Nettoinventarwert

          Unter Analysten gilt die Aktie der DBAG als Kauf. Entsprechend haben sich Cazenove, die Hypo-Vereinsbank (HVB) und Sal.Oppenheim geäußert. HSBC Trinkaus & Burkhardt billigte dem Titel im Juni beträchtliches Potential zu, allerdings betrug der Abschlag vom Nettoinventarwert seinerzeit noch mehr als zehn Prozent, zwischenzeitlich hat er sich halbiert.

          Obwohl die Bewertungslücke zu einem Gutteil geschlossen worden ist, sehen die Analysten von Sal.Oppenheim weiteres Kurspotential: Ihr Kursziel steht bei 15 Euro. Denselben fairen Wert sieht die HVB. Auffällig ist allerdings, daß die Analysten bisher für 2005/06 von einem geringeren Gewinn je Aktie ausgehen als für das laufende Geschäftsjahr; ihre Schätzungen ergeben ein KGV von etwa 8,7, das aber auch noch ziemlich niedrig ist. Ob die Prognosen angehoben werden, muß sich weisen. Günstig wäre es in diesem Zusammenhang, wenn sich der Vorstand zu einer konkreten Prognose durchringen könnte.

          Aus technischer Sicht kommt es nun darauf an, die jüngst ausgebildete Widerstandszone bei 14,35 Euro zu überwinden. Wenn dies (nachhaltig) gelingen sollte, käme dies einem Kaufsignal gleich. Bis dahin ist die DBAG eine gute Halte-Position.

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