https://www.faz.net/-gv6-s01c

Schwellenländer : Peruanische Börse profitiert vom Rohstoffboom

  • Aktualisiert am

Rebellion: ein häufiges Bild in Peru wie hier im Januar 2005 Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die peruanische Börse gehört im laufenden Jahr mit einem Plus von bisher etwas mehr als 30 Prozent weltweit in Euro zu den besten. Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Einzelne Werte sind indirekt sogar in Deutschland handelbar.

          2 Min.

          Entwickelten sich im vergangenen Jahr die Börsen in den Industrieländern zu einem großen Teil hervorragend, so wurden sie noch „getoppt“ durch die Kursentwicklung in den Schwellenländern.

          Vor allem die arabischen Märkte konnten - gerechnet in Euro - Kursgewinne von bis zu 200 Prozent verbuchen. Sehr gut schnitten aber auch die Börsen in Rußland, Südkorea, Mittel- und Südamerika und auch in Mittel- und Osteuropa ab. Der russische RTS konnte sich mehr als verdoppeln, der südkoreanische Kospi legte um knapp 81 Prozent zu.

          Börse in Peru hält auch im laufenden Jahr ihren Aufwärtstrend

          Im laufenden Jahr laufen die Börsen in Rußland und Brasilien weiterhin sehr gut, während es insbesondere in Arabien zu zum Teil deutlichen Gewinnmitnahmen kommt. Der Dubai Financial Market Index hat in den ersten sechs Wochen des Jahres bisher etwas mehr als 23 Prozent seines Wertes verloren.

          Bild: FAZ.NET

          Die Spitze liegt mit einem Plus von etwas mehr als 35 Prozent der BLOM Stock Index der Börse in Beirut, gefolgt vom Peru Lima General Index mit einem Kursgewinn von bisher 30,2 Prozent, der Börse in Venezuela, in Marokko, in Island und den chinesischen Werten an der Börse in Hongkong.

          Vor allem die eindrucksvolle Entwicklung der Börse in Lima, sie hat in den vergangenen vier Jahren bis zu knapp 485 Prozent zugelegt, dürfte kaum überraschen. Denn das Land profitiert stark von der internationalen Nachfrage nach Rohstoffen und ist mit entsprechenden Vorkommen reich gesegnet. Auch an der Börse und im Index sind viele dieser Werte zu finden und haben zur positiven Entwicklung beigetragen.

          Mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinnverhältnis von 31 auf Basis der abgelieferten Gewinne und einer durchschnittlichen Dividendenrendite von 4,63 Prozent scheint der Markt allerdings nur noch bedingt günstig zu sein. Das heißt, der Blick muß sich auf die Einzelwerte richten. Für deutsche Anleger bleibt in diesem Sinne nur die Compania de Minas Buenaventura, deren ADRs mit der ISIN US2044481040 auch in Deutschland gehandelt werden.

          In Deutschland handelbar: Die ADRs der Compania de Minas Buenaventura

          Das Unternehmen betreibt Minen für Gold, Silber, Zink und andere Metalle, besitzt eine Limonenplantage, ist an der Stomübertragung im Land beteiligt und bietet Ingenieurdienstleistungen an. Es konnte in den vergangenen Jahren sowohl Umsatz als auch Ertrag deutlich steigern. Aus diesem Grund zeigt der langfristige Trend der Aktien und der in Deutschland handelbaren ADRs nach oben, wenn auch mit einer gewissen Volatilität.

          Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 10,5 und etwas mehr als neun auf Basis der Gewinnschätzungen für das vergangene und das laufende Geschäftsjahr dürfte die Aktie zumindest optisch noch sehr vernünftig bewertet sein und bei einem anhaltend freundlichen Umfeld für Rohstoffe weiteres Kurspotential bieten. Allerdings sollten die Risiken nicht ganz unterschätzt werden. Denn erstens ist das Unternehmen nicht ganz frei von politischen Interventionen. Zweitens scheint die Liquidität der Papiere nicht sonderlich groß zu sein.

          Insgesamt dürfte die peruanische Börse aufgrund des Wachstums des Landes - es lag im November des vergangenen Jahres bei 7,9 Prozent, bei einer Inflationsrate von 1,9 Prozent und einer Arbeitslosenrate von 7,6 Prozent - relativ fundiert sein.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Trauernde haben Kerzen vor der Porta Nigra - dem Wahrzeichen der Stadt Trier - aufgestellt

          Fünf Tote in Trier : Mutmaßlicher Amokfahrer muss vor Haftrichter

          Einen Tag nach der schrecklichen Amokfahrt in Trier entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie für den festgenommenen Autofahrer Untersuchungshaft oder eine Unterbringung in der Psychiatrie beantragt. Fünf Menschen wurden am Dienstag in der Innenstadt getötet.
          Der Autor Timo Steppat mit seiner Oma in der Psychiatrie in Bedburg-Hau

          Von den Nazis ermordet? : Für Elise

          Über seine Ururgroßmutter wurde nie gesprochen: In der Psychiatrie war sie wohl, in der Nazizeit. Hat man sie ermordet? Und warum ist das Verbrechen zum Familiengeheimnis geworden? Unser Autor macht sich mit seiner Oma auf die Suche.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.