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Schwellenländer : Ägyptische Börse läßt sich von Anschlägen kaum beeindrucken

  • Aktualisiert am

Bild: Bloomberg

Die ägyptische Börse gab zwar nach den Bombenanschlägen am Roten Meer zum Teil deutlich nach. Allerdings zeigt sie sich im weiteren Verlauf robust. Einzelwerte sind zum Teil vernünftig bewertet und sehen charttechnisch noch gut aus.

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          Attentate wie in den vergangenen Tagen in London oder auch in Ägypten mögen brutal sein und im Einzelfall auch dramatisch oder gar tragisch. Sie mögen die Welt dazu bringen, einmal mehr erschrocken und erschüttert kurz innezuhalten. Allerdings ändern sie nicht ihren Lauf.

          Das zeigte unter anderem auch an der Reaktion der Börsen. Sie sind normalerweise ziemlich sensibel, was grundlegende Veränderungen angeht. Davon scheinen sie im Moment allerdings nicht auszugehen. Denn weder die etablierten Börsen ließen sich länger davon beeindrucken, noch der Finanzmarkt in Ägypten.

          Case 30 Index zeigt sich vergleichsweise robust

          Der Case 30 Index gab zwar am Sonntag nach den verheerenden Bombenanschlägen am Roten Meer im Tagesverlauf bis zu vier Prozent nach. Das scheint es allerdings vorerst gewesen zu sein. Denn erstens ist dadurch der mittelfristige Aufwärtstrend nicht gefährdet worden, zweitens hat auch die ägyptische Börse inzwischen einen Teil der Kursverluste wieder aufgeholt. Am Montag legt der Case 30 bis zum Mittag 0,83 Prozent zu auf 4.853,7 Zähler. Er liegt damit nur knapp unter dem noch zu Monatsbeginn erreichten Rekordhoch.

          Die stärksten Kursgewinne verbucht am Montag die National Societe Generale Bank, die damit ihren sagenhaften, wenn auch in letzter Zeit etwas volatilen Aufwärtstrend wieder fortsetzt. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 13,4 und 11,85 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und mit einer Dividendenrendite von 4,10 Prozent scheint das Papier noch vernünftig bewertet zu sein. Leider ist es nur lokal handelbar.

          In dieser Beziehung wäre die Aktie von Paints & Chemical Industries Company interessanter. Die ADRs des Unternehmens sind grundsätzlich zwar in Deutschland handelbar, allerdings scheint das Volumen nicht sehr hoch zu sein. Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 11,22 und einer Dividendenrendite von 8,4 Prozent hat sie optisch gewisse Reize. Allerdings kann der Chart seit etwas mehr als einem Jahr auf Grund seiner Volatilität nicht so richtig überzeugen. Etwas besser sieht in dieser Beziehung die Aktie von Misr Chemical Industries aus. Auch sie ist noch vernünftig bewertet und bietet zusätzlich eine Dividendenrendite von 6,8 Prozent. Gleichzeitig tendiert der Chart eindeutiger nach oben als jener von Paints & Chemical.

          Einzelne Unternehmen sind noch vernünftig bewertet und sehen charttechnisch gut aus

          Im Telekommunikationsbereich sehen die Bewertungen und auch der Charts von Vodafone Egypt und Mobinil nicht schlecht aus, die Dividende kann allerdings nicht sonderlich beeindrucken. Ähnliches gilt für die Aktie von Orascom Telecom, deren ADRs auch in Deutschland handelbar sind. Der Aufwärtstrend ist noch in Takt, obwohl das Papier seit seinem Zwischentief vor vier Jahren inzwischen etwas mehr als 17.000 Prozent zugelegt hat. Das Unternehmen ist vor allem in Arabien und Afrika aktiv und profitiert vom „kommunikativen“ Nachholbedarf in diesen Regionen. Mit der Übernahme von Wind dehnt es seine Aktivitäten auf den Mittelmeerraum aus.

          Auch die Aktie von Orascom Hotels & Development konnte in den vergangenen Jahren massiv zulegen. Allerdings dürfte sie auf Grund der recht volatilen Ergebnisentwicklung und auch der Bewertung deutlich weniger attraktiv sein, als die zuvor genannten. Gleichzeitig könnte die Branche an sich unter weiteren Anschlägen und dadurch möglicherweise ausgelösten Stimmungseintrübungen zu leiden haben. Das Papier zeigt seit März des laufenden Jahres auch gewisse Stagnationstendenzen.

          Dagegen könnten Unternehmen wie Orascom Construction Industries vom Wiederaufbau von Gebäuden und vom anhaltenden Bauboom profitieren. Der Chart zeigt nach wie vor nach oben, allerdings ist das Papier auf Basis der Gewinnschätzungen und auch der Dividende kein Schnäppchen mehr. Ähnliches gilt für die Papiere von Al Ezz Ceramics & Porcelain.

          Insgesamt scheint es sich nach wie vor zu lohnen, den Markt im Blick zu halten. Sei es über einen gut gewählten Fonds oder auch über selektierte Einzelwerte. Immerhin lassen sich beispielsweise an der Berliner Börse einzelne der genannten Werte indirekt handeln.

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