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Institutionelle Investoren : Schweizer Nationalbank investiert in Apple und Goldminen

Die Schweizerische Nationalbank in Bern. Bild: Reuters

Die Schweizer Nationalbank besitzt gut 35 Milliarden Dollar an amerikanischen Aktien. Größte Position ist Apple. Auch viele Goldminen sind dabei.

          2 Min.

          Notenbanken haben hohe Devisenreserven. So auch die Schweizer SNB. Und seit der Finanzkrise sind sie stark gestiegen. Lagen die Währungsreserven zwischen 1996 und 2008 zwischen 80 und 90 Milliarden Dollar, so betragen sie aktuell 561 Milliarden. Seite Dezember 2014 gab es nochmals einen Schub von rund 60 Milliarden – möglicherweise Geld, das aus Griechenland zufloss.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dieses Portfolio will diversifiziert sein und wird auch in Aktien angelegt. Soweit es amerikanische Aktien betrifft, werden diese Positionen auch quartalsweise veröffentlicht – eine Verpflichtung, die allen ausländischen institutionellen Investoren in den Vereinigten Staaten obliegt. Ende Juni machten die Aktienpositionen in Amerika rund 34 Milliarden Dollar und damit etwa sechs Prozent der Reserven aus.

          Mit 2581 Aktien hat sich die Bank breit am Markt eingekauft und so macht keine Position mehr als ein Prozent an einem Unternehmen aus. Zu den relativ größten Positionen gehören Beteiligungen an Goldminen wie etwa Kinross, Yamana oder der Goldcorp mit rund 0,9 Prozent des Aktienkapitals. Von Kinross besitzt die SNB auch mit 9,97 Millionen Stück die meisten Aktien.

          Die wertvollste Depotposition war allerdings Ende Juni Apple. 9,42 Millionen Stück Aktien im Wert von aktuell rund einer Milliarde Dollar besitzt die Nationalbank. Das ist allerdings nicht viel: Sie liegt damit in der Reihe der Großaktionäre auf Platz 62, noch hinter den Pensionsfonds von Kanada und dem der kalifornischen Schullehrer. Am Gesamtportfolio der SNB macht Apple damit etwas mehr als drei Prozent aus.

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          Eine gute Investition war das zuletzt nicht, fiel doch der Apple-Kurs um gut 9 Prozent seitdem, was der Nationalbank einen Verlust von gut 95 Millionen Dollar bescherte. Dafür machte die Bank mit Coca-Cola allerdings im gleichen Zeitraum rund 22 Millionen gut.

          Weitaus schlechter liefen für die Bank aber gerade Goldminenaktien. So ist der Kurs von Kinross seit September 2013 um 60 Prozent gefallen. Das muss die Bank allerdings als Kaufsignale verstanden haben: Denn zeitgleich wuchs die Aktienzahl von 5,4 auf besagte 9,9 Millionen Stück. Und damit sank der Wert der Position trotz deutlicher Zukäufe von 27,7 auf 23,3 Millionen Dollar. Auch mit anderen Goldminen hatte die SNB nicht mehr Glück.

          Gut, dass der Löwenanteil der Reserven mit 83 Prozent in Anleihen investiert ist. Rund 11 Prozent stecken in anderen Aktienmärkten. Die SNB investiert insgesamt allerdings passiv und versucht den Markt abzubilden, behält sich allerdings vor, nicht in Großbanken und ethisch fragwürdige Unternehmen zu investieren.

          Unter diesen Umständen ist es nur logisch, dass Apple als größte Aktiengesellschaft der Welt die Spitzenposition im Depot einimmt.

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