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Schweiz : SGS-Papiere im Trend auf Allzeithoch

  • Aktualisiert am

SGS = Societe Generale de Surveillance Bild: AFP

Die Aktie des Schweizer Warenprüf- und Inspektionskonzerns SGS entwickelte sich in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gut und markiert schon seit Tagen Rekordhoch an Rekordhoch. Am Montag gab es ambitionierte Wachstumspläne bekannt.

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          Die europäischen Börsen lassen sich am Montag von allgemeinem Optimismus nach oben tragen. Selbst der zuletzt in lokaler Währung unterdurchschnittlich abgeschnittene Schweizer Markt legt mehr als ein Prozent zu.

          Er wird gezogen von den Kursgewinnen des Industriedienstleistungsunternehmens SGS, dessen Papiere mit Kursgewinnen von bis zu knapp fünf Prozent auf 1.682 Franken ein Allzeithoch markiert.

          Wachstumprognosen lassen den Aktienkurs im Trend zulegen

          Nach einem Kursrückschlag im Jahr 2008 nahmen sie nach der Erholung der vergangenen Monate damit den langfristigen Aufwärtstrend wieder auf, der im Jahr 2001 etabliert werden konnte. In dessen Rahmen haben sich die Papiere überdurchschnittlich entwickelt und den breiten Markt deutlich hinter sich gelassen.

          Während die SGS-Aktien von September 2001 bis September 2010 ihren Aktionären in Franken eine Gesamtrendite aus Kursgewinnen und Dividenden von etwas mehr als 1.000 Prozent oder von knapp 31 Prozent pro Jahr einbrachten, kam der Swiss Market Index gerade einmal auf eine Jahresrendite von 4,8 Prozent, weil er von den Kursverlusten bei der Swiss Re, der UBS und der unterdurchschnittlichen Entwicklung von Werten wie Swisscom, Adecco, Lonza, Novartis Credit Suisse und Zürich Financial zurückgehalten wurde.

          Unternehmen wie dem TÜV oder des Schweizer Warenprüf- und Inspektionskonzerns SGS profitieren von zunehmender Bürokratie. Gerade SGS erklärt, von neuen Vorschriften zum Verbraucherschutz profitieren zu können. In diesem Rahmen will der Genfer Warenprüfkonzern in den kommenden Jahren sowohl deutlich organisch wachsen, als auch durch Zukäufen die Palette seiner Dienstleistungen erweitern und in neue Märkte vordringen.

          Auf diese Weise strebt das Unternehmen bis 2014 einen Jahresumsatz von acht Milliarden Schweizer Franken an. Wie SGS am Montag mitteilte, soll bis im Jahr 2014 ein Gewinn pro Aktie von etwa 140 Franken erreicht werden. Im Vorfeld einer für den 24. September geplanten Präsentation der Unternehmensstrategie vor Analysten in Rouen gab der Konzern als weiteres Ziel einen Betriebsgewinn von 1,6 Milliarden Franken bekannt bei einem operativen Cashflow von 15 bis 17 Prozent der Erlöse. Im vergangenen Jahr erreichte SGS bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden Franken einen operativen Gewinn vor Steuern und von Zinsen von 814 Millionen Franken und einen Nettogewinn von 575 Millionen Franken. Das entsprach einem Gewinn pro Aktie von 77 Franken.

          Optisch nicht günstig - langfristige Performance spricht für die Papiere

          Schon in der Vergangenheit führten beachtliches organisches und akquisitorisches Wachstum zu einer breiten geographischen und branchenmäßigen Diversifikation der Ertragsströme. Im vergangenen Geschäftsjahr kamen knapp 54 Prozent der Erlöse aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten, knapp 21 Prozent aus Amerika, und etwas mehr als 25 Prozent aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Dort wächst das Geschäft überdurchschnittlich. Erst vor wenigen Tagen wurde die Übernahme der Yan Tai HuaJian Inspection Engineering Co. in China bekannt gegeben. Das im Jahr 1994 gegründete, private Inspektionsunternehmen ist in der nordöstlichen Provinz Shandong tätig und insgesamt in 19 Provinzen aktiv.

          Fachlich stammten im vergangenen Geschäftsjahr 20 Prozent der Erlöse aus dem Gas-, Öl- und Chemiegeschäft, 17 Prozent aus dem Konsumentenbereich, 16 Prozent aus dem Industriegeschäft, elf Prozent aus dem Mineralbereich, sowie zwischen vier und acht Prozent aus dem Geschäft mit Kunden aus dem Pharma-, Regierungs-, Automobil-, Umwelt-, Agrar- und dem allgemeinen Dienstleistungbereich.

          Insgesamt scheinen die Wachstumsaussichten der Aktie weiteren Auftrieb zu geben und den Aufwärtstrend zu bestätigen, auch wenn die Papiere mit Kurs-Gewinnverhältnissen von knapp 21 und 19 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr optisch nicht günstig aussehen. Die relative krisenresistente Erfolgsgeschichte der vergangenen zehn Jahre spricht ebenso für die Aktie, wie die überdurchschnittliche Entwicklung und die geringe Verschuldung. Mag die kurzfristige Aufwärtsdynamik etwas überzogen sein, so werden die Papiere bei Korrekturansätzen einen Blick wert.

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